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Nina Michahelles im Gespräch: Wie Karrierewege entstehen und warum Mentoring entscheidend ist

  • Autorenbild: leadHER
    leadHER
  • 10. Juni
  • 33 Min. Lesezeit

Nina Michahelles ist Google Ads Direktorin und hat bereits einen beeindruckenden Karriereweg hinter sich. Gemeinsam mit Merlene diskutiert sie zentrale Fragen rund um berufliche Orientierung, individuelle Entscheidungen und den Umgang mit Herausforderungen im eigenen Umfeld. Ihr Perspektivwechsel zwischen persönlicher Erfahrung und strukturellem Verständnis macht das Gespräch besonders greifbar.


In dieser Podcast‑Folge steht die Entwicklung im Fokus: Wie entstehen berufliche Wege? Welche Rolle spielen Umfeld, Selbstwahrnehmung und Mut? Und wie können Gespräche, Netzwerke und Karriereweg Mentoring dazu beitragen, Klarheit zu gewinnen? Das Gespräch zeigt, dass Entwicklung selten linear verläuft, sondern durch Reflexion, Austausch und bewusste Entscheidungen geprägt ist.


Disclaimer: Dieses Transkript wurde mit KI erstellt. Es können Abweichungen zum Original-Audio vorkommen.


Quadratisches Podcast-Cover. Im Zentrum stehen zwei Frauen, Nina Michahelles und die Host Merlene, die nebeneinander vor einem hellen Hintergrund positioniert sind. Beide blicken lächelnd direkt in die Kamera. Im oberen Bereich des Bildes steht gut lesbar der Text 'leadHER', darunter der Name der Gästin Nina und ihr Job-Titel Google Ads Direktorin.

Hör jetzt das ganze Gespräch mit Nina.



Nina im Gespräch: Karrierewege, Mentoring und persönliche Entwicklung


[Merlene]

Du bist Direktorin bei Google bzw. Google Ads. Kannst du deine Aufgaben beschreiben, was Inhaltliches angeht und People Management?

 

[Nina Michahelles]

Ich glaube, People Management unterscheidet sich tatsächlich überhaupt nicht so groß wie in allen anderen Aufgaben oder Rollen davor auch. Es geht wirklich darum, dazu beizutragen, dass jede Person bei mir im Team bestmöglich ihren Job machen kann und sich dabei auch selbst bestmöglich entfalten kann. Das heißt, genau das, was die Person umtreibt, was sie inhaltlich machen möchte, folgt, was sie skilltechnisch erlernen möchte, auch entsprechend erlernen kann, dass ich vielleicht auch das eine oder andere Mal pieke und helfe, über den Tellerrand hinaus zu gucken und auch den Blick außerhalb der Komfortzone und vielleicht das vermeintlich naheliegende Mal zu werfen, um ein bisschen zu inspirieren, was es denn da beyond noch irgendwie gibt. Das ist wahrscheinlich so das People-Thema und inhaltliche Natur.

 

Wir haben bei uns im Bereich mit die größten Google-Partnerschaften. Kannst dir vorstellen, dass die Größe von DAX-Konzernen und anderen großen deutschen Unternehmen im globalen Footprint oder aber große globale Unternehmen, die ein großes Geschäft in Deutschland, DACH oder eben Europa haben. Und wir sehen zu, dass alle unsere Google-Produkte für diese Kunden und Partner bestmöglich nutzbar ist.

 

Und das ist vor allem natürlich im Google-Ads-Bereich, dann natürlich Search beziehungsweise YouTube. Das ist aber dann auch, wenn wir beispielsweise mit der Automobilbranche oder Telekommunikationsbranche arbeiten, Android oder ist es im Bankensystem, sprechen wir da auch mit Google Pay. Also wirklich unser ganzes Google-Universum, das wir eben haben für unsere Kunden, ja, bestmöglich nutzbar machen, dass es dort auf die entsprechenden Geschäftsziele mit einzahlt.

 

[Merlene]

Und du bist auch, du hast einen relativ großen Aufgabenbereich. Ich habe gesehen Consumer Packaged Goods, dann Health. Ich kann mir tatsächlich nicht alles merken, weil es ein echt langer Titel ist.

 

Es ist so ein bisschen, ich packe meinen Koffer.

 

[Nina Michahelles]

Der Fokus liegt bei Consumer Packaged Goods und Finance. Das ist Banken und Versicherungen. Und dann ist aber tatsächlich noch ein paar Partner aus dem Bereich Healthcare und Energiesportmarken sind dann eben auch noch bei mir.

 

[Merlene]

Du hast gerade schon ein bisschen angerissen, was das alles beinhaltet. Ich finde es ganz interessant, dass viele Leute, es gibt diese Umfragen, die der Meinung sind, dass sie noch nie ein Google-Ad gesehen haben, zum Beispiel, auch noch nie genutzt haben. Für diese Leute, kannst du uns aufklären, was das quasi ist?

 

[Nina Michahelles]

Ja, das ist beispielsweise, wenn du auf die Google-Suche gehst und dort einfach eingibst. Ich habe mich am Wochenende damit beschäftigt, Fahrräder für meine neunjährige Tochter zu suchen. So und gebe dann direkt Mädchenfahrrad ein. Ich glaube, ich habe tatsächlich Mädchenfahrrad eingegeben.

 

Fahrrad, Mädchen, 24 Zoll, fünf Gangschaltungen, Rücktritt. Habe das in der Google-Suche angegeben und habe dann sofort erstmal beispielsweise ein paar Shopping-Anzeigen bekommen, die natürlich auch als Anzeigen entsprechend gewertet werden. Oder wenn ich auf Google Maps direkt etwas suche, kann es sein, dass ich dort direkt entsprechend eine Anzeige von einem Restaurant irgendwie bekomme.

 

So, also es ist sehr gut eingebettet in den alltäglichen Gebrauch. Deswegen finde ich es tatsächlich auch eher ein Kompliment, dass es nicht wie Werbung auffällt, weil auch das macht ja gute Werbung unter anderem aus, dass sie sich eben nativ einbettet, und wir entwickeln uns ja auch immer mehr dahin, dass es wirklich so ein bisschen made-for-me-ads eben gibt und wie mich im richtigen Moment zur richtigen Zeit mit der richtigen Message erreichen. Und insofern ist es eher positiv, wenn das Menschen vielleicht gar nicht auffällt, aber es eben wirklich etwas ist, was ihnen dann entsprechend weiterhilft.

 

[Merlene]

Search ist ja gerade ein sehr interessantes Thema auch in der Entwicklung von KI. Gibt es eine Art und Weise, wie KI deinen Arbeitsalltag in der Anwendung aktuell beeinflusst?

 

[Nina Michahelles]

Ja, hoch und runter. Selbst wenn ich im Meeting sitze, ich glaube, es vergeht in meinem Arbeitsalltag kaum eine Stunde, in der ich nicht in irgendeiner Form künstliche Intelligenz nutze, um mir das Leben leichter zu machen. Und das geht los mit Meetings.

 

Ich habe gerade überlegt, so, Moment mal, nee, wenn ich im Meeting sitze und mich unterhalte, verwende ich natürlich keine künstliche Intelligenz, aber auch da schreibt Gemini natürlich Notes mit und macht das wirklich so gut. Ich liebe tatsächlich im Meetings die Notes schreiben, weil ich dann genau festhalten kann, wer was bis wann entsprechend machen soll und das Ganze nachhalten kann. Gemini nimmt mir das richtig, richtig gut ab.

 

Also damit geht es schon quasi los. Im Kalendermanagement habe ich es noch nicht. Das ist das Nächste, was dann fehlt, dass sobald ich mir einen Kalendereintrag einstelle, ist ganz genau weiß, okay, ich muss nach München und mir entsprechend den Flug dazu bucht.

 

Das funktioniert noch nicht, aber ich freue mich darauf, sobald das kommt. Ich benutze viel, wenn ich mich mit Studien beschäftige oder für Kundentermine vorbereite. Lade ich beispielsweise Geschäftsberichte in Notebook LM.

 

Notebook LM kann auf eine größere Datenmenge zugreifen als eben ein Gemini. Das heißt, da kann ich zehn Studien, Jahresberichte der letzten zehn Jahre mit reinladen und dann wirklich mich super unterhalten. Hey, was waren denn die Trends der letzten Jahre?

 

Was sind gerade die Fokusthemen? Was sind die größten Risiken insgesamt für die Industrie? Welche Wörter kommen am meisten in den Geschäftsberichten der letzten ein, zwei Jahre vielleicht vor?

 

Wie wichtig ist das Thema Sustainability versus künstlicher Intelligenz? Also das macht wirklich super Spaß, sich so auch auf Meetings vorzubereiten, da das wirklich ein anderer interaktiver Approach ist und ich auch super schnell zu genau diesen Punkten komme, die mich interessieren. Und Gemini benutze ich wirklich tagtäglich für alles Mögliche.

 

Also es feintunet mir noch mal E-Mails, es fasst mir Sachen zusammen. Für meinen Podcast habe ich mir mittlerweile auch eigene kleine Gems eingerichtet, also kleine Agenten, die die repetitiven Aufgaben innerhalb von so einem Podcast-Prepare und Post-Funnel mir abnehmen, erledigen. Also ja, ich glaube, es vergeht wirklich keine Stunde, in der ich es nicht in irgendeiner Form in einem unseren Tools nutze.

 

[Merlene]

Notebook-LM habe ich selbst tatsächlich auch schon benutzt, weil wir uns mit LeadHER gerade auf eine Förderung bewerben, vor allem für Impact-Startups oder Vereine in Hamburg. Da gibt es ja teilweise statische Förderungen von der EFB. Und diese ganzen Anforderungen sind relativ komplex und halt sehr politisch formuliert.

 

Und das, um ehrlich zu sein, für mich war das so eine richtige Hilfe, dass da einfach alle Dokumente, die teilweise auch sehr, sehr lang sind, da reinzuladen und dann halt so ein Guide mir daraus erstellen zu lassen, in einfacheren Worten, was ich jetzt für Steps machen muss, um diese Bewerbung auszufüllen.

 

[Nina Michahelles]

Kannst du auch super, du kannst dir auch die Bewerbung ausfüllen lassen. Also wenn du sagst, guck mal, hier ist unser Unternehmensprofil. Du bist, du musst den halt relativ gut auch briefen, welche Rolle eingenommen werden soll.

 

Du bist Gründerin, CEO und möchtest dich dafür bewerben. Füll alle Anforderungen. Idealerweise hast du noch ein, zwei, drei, die vielleicht schon mal ausgefüllt wurden und so ein paar Muster irgendwie.

 

Ich weiß ja, ob sowas irgendwie verfügbar ist. Damit würde wahrscheinlich noch treffsicherer werden, wie was formuliert ist und nach was da genau gesucht wird. Aber der kann dir das ganze Ding auch perfekt vorbereiten.

 

Wenn du alle Infos zu euch hochlädst und eben den Fragebogen, kannst du sagen, hey, mach mir, mach mir eine Summary aus allem, die genau auf diese Antworten matcht und eben perfekt diesen Bewerbungsprozess gestaltet.

 

[Merlene]

Sehr cool. Das probiere ich gleich mal aus, wenn wir mit dem Podcast durch sind. Genau, Elisabeth L‘Orange, mit der habe ich vor kurzem gesprochen.

 

Die sagte auch, dass Google, dadurch, dass ihr ja so viele Daten schon habt, auch auf jeden Fall auf der positiveren oder einen Wettbewerbsvorteil habt, wenn es um die Entwicklung von KI geht. Und mit Madeleine Lilienthal habe ich über KI-Kompetenzen gesprochen. Und du wirkst jetzt schon so, als hättest du dich super damit auseinandergesetzt und du kannst mir super viel darüber erzählen.

 

Ist es was, was du dir selber angeeignet hast oder was, was bei euch im Unternehmen auch irgendwie geschult wird?

 

[Nina Michahelles]

Ich glaube, sowohl als auch. Google achtet beim Einstellungsprozess sehr darauf, dass Menschen ein wachstumsorientiertes Denken mitbringen, also eine gewisse Neugier haben und sich wirklich gerne mit neuen Themen auseinandersetzen. Und ich glaube, das ist lustigerweise mit ganz vielen Menschen, mit denen ich so spreche und wann immer ich die Frage stelle, auf welche Eigenschaft glaubst du, wird es in der Zukunft immer mehr darauf ankommen, dass wir Menschen diese eben mitbringen?

 

Dann sind die zwei Antworten, die ich am meisten bekomme. Einmal Empathie, was natürlich auch super wichtig ist. Und das Zweite ist wirklich ein Growth Mindset.

 

Es gibt ja diesen wunderbaren Spruch, es wird nichts nie wieder so langsam sein wie heute. Es wird alles nur noch schneller, schneller und noch mehr Fahrt aufnehmen. Und insofern ist genau dieses wachstumsorientiertes Denken, sich auf Neues einlassen, neues Lernen, glaube ich, wirklich fundamentale Eigenschaft, die immer wichtiger werden wird.

 

Das heißt, das bringen zum Glück viele meiner KollegInnen mit und das macht sicherlich uns alle so ein bisschen aus. Und die zweite Sache ist dann, ich muss natürlich. Ja, so, also zum einen haben wir eine ganz coole Sache intern bei Google.

 

Wir dogfooden unsere eigenen Produkte häufig, bevor sie auf den Markt kommen. Dogfooden ist quasi, wir essen unser eigenes Essen und testen eben erst mal. Es kommt fast täglich eine E-Mail, New Dogfood, New Dogfood, dann kann man sich dafür anmelden und kann bereits Neuerungen testen.

 

Also bei Google Maps auf dem Handy zum Beispiel ist immer die aktuellste Dogfood-Version, in der ich sehen kann, was für Feature gegebenenfalls kommt. Und dann kann jeder da Feedback geben. Das heißt, das hilft, glaube ich, schon mal, dass man schon mal so ein bisschen spielerisch auch irgendwie mitgenommen wird auf Neuerungen.

 

Und dann haben wir natürlich auch Trainings, noch und nöcher, die wir intern machen. Da werde ich auch pivoten demnächst. Ich habe mir vorgenommen, Trainings auch wirklich in der ersten Woche vom Release zu machen.

 

Häufig mache ich die im Moment, wir müssen die dann immer bis Ende des Quartals machen. Und ich mache die dann häufig wirklich so auf den letzten Drücker, so abends, bevor das Quartal irgendwie zu Ende geht. Dann ist so beschlossen, warum.

 

Es ist viel besser, wenn ich das schon mal dann eben zwölf Wochen vorher mache, das gelernte Wissen idealerweise direkt anwenden kann. Und das ist jetzt mein neues großes Vorhaben. Ich bin noch nicht perfekt ins neue Quartal gestartet.

 

Ich habe noch zwei Trainings vor mir, aber ich habe mir den Freitag fest dafür vorgenommen, dass ich das mache. Und ich stelle mich auch immer wieder Situationen, in denen ich gezwungen werde, dass ich mir Wissen aneigne. Wenn ich irgendwo auf der Bühne stehe und über künstliche Intelligenz spreche, dann sehe ich natürlich zu, dass ich mich intern wirklich mit den aktuellsten Sachen auseinandersetze, intern mit ein paar Leuten spreche, die gerade über ein ähnliches Thema gesprochen haben.

 

Und sehe wirklich zu, dass ich mir das entsprechende Wissen, was ich vermitteln möchte, auch erstmal selbst aneigne und entsprechend auch durchdringe. Also ich glaube, es ist ein Mix aus, natürlich wird danach zum einen eingestellt, dann wird es einem bei uns, finde ich, auch leicht gemacht zu lernen. Sei es durch Spielerisches, sei es aber auch durch Trainings.

 

Und wahrscheinlich ist dann die dritte Komponente einfach eine, ja, weiterhin intrinsische Motivation, es einfach wirklich zu verstehen und eben auch als Vorbild in vielerlei Hinsicht, oder nicht Vorbild, vielleicht eher so ein bisschen als First Mover, einfach voranzugehen und verschiedene Themen, Ängsten und Sorgen auch ein bisschen zu de-entmystifizieren. Weil wenn ich dann darüber sprechen kann oder auch eben zum Beispiel direkt live Notebook LM zeigen kann, wie es funktioniert, dann fallen dadurch natürlich auch erstmal Berührungsängste und Sorgen, die vielleicht andere haben.

 

[Merlene]

Interessant, wie du das gerade beschrieben hast. Ich habe nach dem Abi auch das Buch How Google Works gelesen und da fand ich es ganz interessant, ist ja mittlerweile auch schon lange her, dass das Buch geschrieben wurde, wie die Anfangsprozesse bei Google waren. Also so, wie man Talente bekommen hat, mit mehr Freiheit, obwohl man vielleicht damals noch nicht die Möglichkeiten hatte von einem anderen Corporate finanziell, was heute natürlich anders ist, aber auch die Austauschprozesse mit Post-its im Badezimmer oder so, dass man halt diesen Austausch unter unterschiedlichen Departments auch weiterhin fördert.

 

Und ich frage mich, oder frage dich jetzt auch, wie das beibehalten wurde, weil Google ja unfassbar gewachsen ist und du arbeitest ja heute auch im deutschen Google sozusagen. Ich finde, es ist gerade schon ein bisschen durchgeschieden dadurch, dass du diese Dogfood-Methode quasi beschrieben hast. Gibt es noch andere Prozesse, wo du sagen würdest, das ist bei euch besonders, wie diese Innovation und der Austausch gefördert wird?

 

[Nina Michahelles]

Ja, auf jeden Fall. Ich will erstmal auf das Thema Collaboration eingehen, da du es gerade erwähnt hast, weil ich glaube, das macht Google wirklich wahnsinnig gut und hat sich das in der DNA auf jeden Fall erhalten. Es gibt diverse sogenannte Hows bei uns.

 

Also jede Person hat ja diverse Ziele, die geliefert werden müssen. Das sind die Zahlen, Daten, Fakten, sind bei uns das What. Aber das, wie du es machst, ist genauso wichtig wie das, was du erreichst.

 

Das heißt, wir gucken zum Beispiel auch bei Performance Reviews, bei den klassischen jährlichen Performance Gesprächen, reden wir immer sowohl über das What als auch über das How und das zählt 50-50. Das ist das erste Unternehmen, bei dem ich erlebt habe, dass das tatsächlich so ist. Das heißt, wenn du auf der einen Seite eine super nette, tolle, hilfsbereite Person bist, die alle anderen unterstützt und ganz viele Sachen Wohlmodels, die Zahlen aber überhaupt nicht stimmen, dann hast du ein Thema und kriegst Support darauf, wie denn der Business Impact besser werden kann.

 

Wenn du auf der anderen Seite einen super guten Business Impact hast, der 100% wächst jedes Jahr, dabei aber vielleicht ein bisschen ellenbogig vorgehst und nicht so, wie wir das intensiv möchten, wirst du genauso knallhart darauf entsprechend Feedback bekommen. Und unter anderem ist ein Wert dabei, der für mich ganz viel ausmacht, versus auch alle Erfahrungen zuvor und das ist Lift Yourself and Others. Und das ist etwas, was ich total unique finde, weil wirklich, ich bin mittlerweile in meinem knapp vierten Jahr bei Google und ab Tag 1, als ich angefangen hatte, hatte ich wirklich das Gefühl, jede meiner KollegInnen um mich herum sieht zu, dass ich einen bestmöglichen Job machen kann.

 

Wann immer ich eine Frage habe, es hilft wirklich jeder. Das habe ich so in dieser Form noch nie erlebt, dass jeder um dich herum wirklich wohlwollend zuseht. Gemäß dem Mantra, jede Person, die das Unternehmen hier weiter nach vorne bringt, ist besser für uns alle.

 

Insofern unterstützt man sich da wirklich mega gut gegenseitig. Und das macht, glaube ich, schon mal wahnsinnig viel aus.

 

[Merlene]

Das finde ich irgendwie sehr besonders tatsächlich. Und wie misst man sowas? Wie ist jemand eher sozial oder eher ellbogenartig unterwegs?

 

[Nina Michahelles]

Messen ist ein gutes Stichwort, weil du wirst dann wahrscheinlich auch gelesen haben, es wird alles gemessen. Auch intern messen wir tatsächlich alles und nutzen die Datenpunkte, die wir haben. Da gibt es verschiedenste Maßnahmen tatsächlich.

 

Das gängigste ist beispielsweise Peer-Feedback. Also wir sind angehalten für jede einzelne Person im Team von mehrfachen Personen, mit denen diese Leute auch zusammenarbeiten, Peer-Feedback einzuholen. Und das fließt mit in die Wertung ein.

 

Für Manager gibt es natürlich auch Manager-Feedback, was das Team dann eben entsprechend gibt. Bzw. es ist eher so ein bisschen so ein 360-Grad-Ansatz.

 

Das heißt, du hast Manager-Feedback, also das Feedback von deinem Manager natürlich, von deinen Peers. Wenn du People-Manager bist, hast du auch von deinen Directs entsprechenden Feedback. Es gibt nebenbei auch noch Google-Geist als Ergebnisse.

 

Das ist eine generelle, regelmäßige Umfrage, die wir intern machen, wo verschiedenste Sachen sind. Google-Geist, wie der Zeitgeist. Das ist quasi unser interner Zeitgeist, den wir eben messen.

 

Wobei eben auch Job-Geist Zufriedenheit, würde ich Google als Employer weiterempfehlen. Solche Standardfragen, wann sie abgefragt werden, das zählt dann teilweise mit rein. Customer-Geist gibt es ebenfalls, wo entsprechend auch Feedback bei Kunden eingeholt wird und bei unseren Partnern.

 

Weil letztendlich, wenn es unseren Kunden und Partnern gut geht und die zufrieden sind, dann geht es uns natürlich auch gut. Also das ist wirklich das A und O. Ein anderer Wert von uns heißt auch Respect the User.

 

Das heißt, das wird da quasi ebenfalls mitgemessen. Da gibt es wirklich verschiedenste Möglichkeiten, wie wir auch versuchen, das ein bisschen quantifizierbar zu machen, weil es natürlich häufig eben softere Faktoren sind.


Herausforderungen auf dem Karriereweg


[Merlene]

Vor Google hast du ja noch bei anderen Unternehmen gearbeitet. Was würdest du sagen, waren früher am Karriereanfang deine größten Herausforderungen versus jetzt?

 

[Nina Michahelles]

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, da muss ich mir eher an die eigene Nase fassen. Da geht es gar nicht groß um Rahmenbedingungen oder irgendetwas.

 

Ich glaube, ich würde wahrscheinlich auf Confidence und Resilience und mein eigenes Wertekonstrukt klar haben. Ich glaube, das sind ein paar Sachen, die sich wahnsinnig für mich geändert haben. Durch die ganzen Jahre beispielsweise, ich habe mir definitiv in meinen juniorigeren Jahren viel zu viele Sachen gefallen lassen.

 

Das würde ich so nicht mehr. Und dahin zu reifen, zu diesem Punkt zu kommen, zu sagen, jetzt stehe ich aber auf und sage auch entsprechend was und zeige auch klare Grenzen eben auf. Das hat sich definitiv gewandelt.

 

Das ist aber so. Bin aber eher ich, die glaube ich wahrscheinlich auch noch aus einer völlig anderen Generation kommt. Also als ich angefangen habe zu arbeiten, waren Sprüche wie Lehrjahre sind keine Herrenjahre, Diamanten werden unter Druck geschmiedet und solche wunderbaren Aussagen waren gang und gäbe.

 

Dass man auf Freitagabend noch bis Mitternacht teilweise im Büro saß, weil irgendetwas dringend fertig gemacht wurde, war gang und gäbe. Dass in Meetings mal Leute rund gemacht wurden und heulend den Raum verlassen haben, das passierte auch nicht nur einmal. So, es gibt einfach ein paar Sachen, wo ich mittlerweile wirklich heil, heil froh bin, dass sich auch da der Zeitgeist entsprechend geändert hat und ich mit dem aber auch groß geworden bin, mich aber nie damit wohlgefühlt habe und wirklich bei mir irgendwann auch mal der Tipping Point erreicht war, wo ich wirklich auch gesagt habe, so nicht und ab dann auch mit einer völlig anderen Stärke und völlig anderen Selbstbewusstsein. Noch klarer seitdem wahrscheinlich, seitdem einmal der Knoten geplatzt ist und ich wirklich diesen Empowerment Moment hatte, dass ich das mal gemacht habe.

 

Ich glaube, seitdem ist das auf jeden Fall schon mal, bin ich deutlich zufriedener mit mir, wie ich in solchen Situationen reagiere und umgehe und eben auch mittlerweile Role Model. Das ist vielleicht noch eine Sache, die sich gewandelt hat. Wir hatten letzte Woche eine supercoole Konferenz bei uns im Europa Headquarter in Dublin, wo ein Rugby, ehemaliger Rugby Spieler, Nationalspieler aus Irland gesprochen hat und er hatte so einen coolen Satz, der hat ganz viele coole Sätze gesagt, aber einer der hängen geblieben ist, egal wo du bist und wie du dich bewegst, jeder beobachtet, was du machst.

 

Auch wenn du denkst, du hast hier gerade irgendwie eine halbe Stunde Pause und sitzt irgendwie mit deinem Buddies rum. Nee, es ist trotzdem all eyes on you so ungefähr und ich glaube, das ist etwas, was auch gedauert hat, bis ich das durchgeholt habe, dass je weiter ich auch in Hierarchien quasi nach oben gekommen bin, dieses, das Verhalten, was ich an den Tag lege, quasi so ein bisschen die Norm auch setzt, dessen, was erlaubt ist, dessen, was akzeptiert ist. Wenn ich beispielsweise munter, keine Ahnung, auf Firmenkosten privat Taxi fahren würde, dann ist das natürlich für alle anderen ebenfalls völlig in Ordnung.

 

Das heißt im Umkehrschluss bei genau solchen Sachen, die wirklich schwarz-weiße, muss ich da wirklich mit super guten, besten Beispiel entsprechend vorangehen und das ist, um Gottes Willen, also es ist bei Reisekosten sowas ist das die kleinste Kleinigkeit. Da sollte bitte niemand auf Firmenkosten irgendwie private Geschichten irgendwie machen. Ja, aber ich glaube, dass so eine Entwicklung und sowas zu durchdringen, wie du dich tagtäglich selbst verhältst, macht einen Unterschied und setzt häufig die Norm für andere.

 

Das war tatsächlich auch so ein bisschen so eine Journey.

 

[Merlene]

Ist ja vielleicht auch so ein bisschen der Unterschied zwischen einem starken Charakter und einem Verhalten, was man quasi spielt. Bei einem Charakter, das bist du ja so eh immer quasi.

 

[Nina Michahelles]

Ich glaube, da musst du reifen. Also wirklich, die Kulturen, in denen ich aufgewachsen bin, war wirklich, wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen und wer, wer, wer einen Krümel macht, der macht auch nur einen Mucks. Das passiert da einfach nicht.

 

Ja, ich war, ich werde zu forsch, ich werde zu laut, ich werde zu flapsig. Also ja.

 

[Merlene]

Und wie bist du dem wieder, also wie hast du dem entgegengesetzt, weil du bist ja heute an der Top-Position, bist da irgendwie durchgekommen. Das war ja auch super wichtig und ich glaube, Frauen kriegen auch schnell eher dieses Feedback, du bist zu laut, du nimmst zu viel Raum ein. Wie bist du da damals damit umgegangen?

 

[Nina Michahelles]

In dem Fall war Love it, Change it, Leave it und ich wusste in einer Situation, ich müsste mich total verbiegen, um dort erfolgreich zu sein und habe mir sehr bewusst ein anderes Umfeld ausgesucht, was viel mehr Empowering und Appreciating, Personalities, auch andere Meinungen wertschätzen, eher die Diskussion auch wirklich wertschätzend, eher diverser sich aufstellt, inklusiver, dass wirklich jeder auch seine Meinung äußern kann.

 

Ich habe mir sehr bewusst ein Umfeld ausgesucht, das genau das ermöglicht hat und habe die nächsten Jahre dort geliebt und da auch ein paar super Schritte gemacht.

 

[Merlene]

Gibt es eine Eigenschaft an deinem Charakter, von der du sagen würdest, du hast sie beibehalten, von deinem Abitur ich bis heute, die dir geholfen hat in der Karriere?

 

[Nina Michahelles]

Ja, ich glaube, da gibt es ein paar Sachen. Das, was ich vielleicht erwähnen würde, ist Ärmel hochrollen und machen. Ich stelle meinem Podcast sehr gerne die Frage, was steht nicht in deinem Lebenslauf an unsere Gäste, weil bei mir so viel nicht im Lebenslauf steht.

 

Wenn man so darauf guckt, dann denkt man, ach total blank poliert hier, Abitur, top Uni, top Praktika zwischendrin, top erste Jobs gelandet. Hinter diesen Kulissen steckt so viel, wie es dazu kam. Ich bin die Erste aus meiner Familie, die Abitur gemacht hat.

 

Ich bin die Erste und ich glaube auch Einzige aus meiner Familie, die ein Diplomstudium gemacht hat. Ich habe das Studium komplett selbst finanziert. Ich habe keine einzigen Cent Unterstützung von meinen Eltern bekommen.

 

Ich habe keinen BAföG bekommen. Ich hatte drei, vier, fünf Jobs parallel, von an der Uni gearbeitet, bis abends gekellnert, bis als Testemonial unterwegs sein. Ich habe die absurdesten Sachen gemacht, trotzdem echt ein gutes Studium irgendwie hinbekommen.

 

Meinen ersten Job bei Henkel habe ich damals bei Henkel angefangen, weil Henkel, ich hatte einige Angebote auf dem Tisch zum Glück, aber Henkel war das Angebot, das mir den Umzug bezahlt hat und das mir den Makler bezahlt hat, weil ich erst vom riesigen Schuldenberg aus diesem Studium gekommen bin. Also ich glaube, dieses trotzdem ein Ziel vor Augen haben und egal, was da für Roadblocks dann irgendwie im Weg und für Steine im Weg liegen, da einfach einen Weg drüber finden, wie man ja aus diesen Steinen vielleicht eine Brücke irgendwie machen kann. Ich glaube, das kommt dann einher mit wahrscheinlich der zweiten Eigenschaft, auf die ich sehr froh bin, dass ich sie habe.

 

Ich bin ein grundlegend optimistischer und positiver Mensch. Mein Glas ist wirklich immer halb voll. Ich gehe Menschen in ausweglosen Situationen fürchterlich auf den Geist, weil ich dann auch immer sage, damit verneine ich dann auch manchmal so ein bisschen die Realität, weil ich dann immer sage, ach nein, ist doch nicht so schlimm und das wird auch schon wieder.

 

Aber ich glaube, genau dieses Machen, also ich würde nie hier sitzen, einfach nur ein Problem angucken. Ich habe einen totalen Bias to Action, wie es so schön auch heißt und sehe dann immer so, okay, was kann ich machen, was kann ich daran verbessern, wie kann ich das Thema jetzt irgendwie lösen und kremple da auch wirklich die Ärmel hoch und bin mir da auch echt für nichts zu schade. Also ich mache immer noch, ich klebe immer noch meine Moderationskarten irgendwie selbst und sitze da und mache das oder würde auch hier Armbändchen für mein Team irgendwie basteln oder habe da überhaupt keine Scheu und Ängste irgendetwas dann, ja, mich mit was auch immer irgendwie schmutzig zu machen.

 

[Merlene]

Spannend und vor allem, du hast gerade schon gesagt, dann warst du bei Henkel. Du hast ja, ich würde das, was du beschreibst, um ehrlich zu sein, fast als unternehmerisch im Sinne von Startup-Entrepreneurship beschreiben. Hattest du in deiner Berufung bei Henkel immer die Freiheit, auch in Aktion zu treten, wenn das so dein innerer Drive ist?

 

 

[Nina Michahelles]

Ich habe mir viel immer gesucht. Ich glaube, ich bin niemand, der einfach nur Job nach Vorschrift macht. Also ich habe mir bisher in jeder Rolle, die ich hatte, irgendwie das rausgesucht auch, wo ich dachte, hey, hier ist irgendwie ein Problem, das kann man doch besser machen und habe geguckt, dass ich das mache. Also ich hatte auch bei Henkel in der Rollenbeschreibung war zum Beispiel nicht, dass wir irgendwelche anderen Sachen entwickeln sollen.

 

Trotzdem war ich da im Innovationsteam und habe auch in der Zeit zwei, drei Patente irgendwie angemeldet, weil ich meinte, coole Ideen zu haben für Produkte, die Menschen vielleicht brauchen können und habe darauf irgendwie gesponnen. Also ich habe mir mein Einflussfeld quasi immer selbst so ein bisschen ausgebaut und erweitert und das ist wahrscheinlich auch so ein roter Faden, weil ich das auch durch sämtliche Rollen hinweg gemacht habe. Also die eine Sache ist, dass man natürlich das abarbeitet, was der Core vom Job ist, aber wann immer ich gesehen habe, dass drumherum ein, zwei Sachen brach liegen, die auch einen positiven Einfluss darauf irgendwie haben, habe ich mir die auch zusätzlich noch gerne ans Bein gebunden und zugesehen, dass ich da ebenfalls Besserungen herbeitreibe.

 

[Merlene]

Das, was du beschreibst, scheint mir sehr zeitaufwendig zu sein. Hast du einen Tipp, was so die eigene Organisation der eigenen Arbeit angeht oder der eigenen Aufgaben? Weil ich meine, sowohl im Studium mehrere Jobs zu haben, als auch dann sich im Job später mehrere Aufgaben noch hinzuzufügen oder selbst aufzubinden, auch wenn man sie gerne macht, das braucht ja einfach alles unfassbar viel Zeit.

 

Hast du da einen Tipp?


Zeitmanagement in der Kombination von beruflichem und privatem Leben


[Nina Michahelles]

Ich glaube, da bin ich leider total die falsche Person für einen Tipp dazu. Es passiert alles nicht in 9 to 5. Ich habe auch neulich, ich weiß gar nicht, wer es gesagt hat.

 

Ach, ich glaube, Anahita Esmailzadeh hat ja gerade mit Swantje Allmers auch ein Buch geschrieben und ich glaube unter anderem kommt etwas darin, ich weiß nicht der genaue Wortlaut, aber es war sinngemäß etwas wie Großartiges passiert nicht von 9 to 5. Und das würde ich wahrscheinlich auch so unterschreiben. In 9 to 5 komme ich wahrscheinlich auch gerade mal dazu, wirklich das zu machen, was auch gemacht werden muss, aber alle Ideen, die ich drumherum habe, die mache ich dann auch eher so ein bisschen davor oder danach.

 

Das heißt für mich ist es auch eine riesen riesen Challenge, mich zu priorisieren, mich zu organisieren, gerade zuzusehen, dass Mann, Kinder, Hund, Freunde, andere Interessen, Sport, etc. nicht zu kurz fallen. Ich finde, ich habe meinen Kalender tatsächlich ganz gut organisiert.

 

Ich sehe zu, dass meine Prios dort entsprechend reflektiert sind, egal ob das berufliche Sachen sind, aber auch familiäre Sachen. Gestern beispielsweise ist kurz, bis sich jemand bei der Bahnbegleitung meiner, der Hockeygruppe meiner Tochter, die müssen hier bei einer Stunde mit der Bahn rausfahren, um draußen Hockey zu trainieren, ist ausgefallen und ich war zu Hause und fragte mich eben andere Eltern so, ob ich das übernehmen könnte. Ich habe kurz in meinen Kalender geguckt, habe gesehen, okay, alles was da passiert, kann ich auch on the go oder remote machen und so, habe dann eben zugesehen, dass ich mal die Kinderbegleitung irgendwie mache, was ich schon selten genug mache und eh schon ein schlechtes Gewissen habe.

 

Also wenn ich kurzfristig irgendwas balancieren kann, dann mache ich das auch. Mir ist wichtig, dass es eben auf eine meiner Prioritäten einzahlt. Ich habe gelernt nein zu sagen, beziehungsweise lerne es immer noch und das ist total schwierig, wie beispielsweise dieser Podcast.

 

Das ist etwas, was ich intrinsisch motiviert total cool finde, was ich super gerne mache. Ich liebe solche Austäusche, zahlt das auf meinen Core ein? Bedingt.

 

Aber dann ist natürlich die Balance okay. Etwas, was Spaß macht, und das gibt einem ja dann auch wieder Energie. Also ich weiß, dass ich aus diesem Gespräch nachher schon wieder völlig glückselig irgendwie eher am Rechner sitzen werde und vielleicht noch die eine oder andere gute Idee raushaue, weil mir so etwas eben genau Energie gibt und ich glaube, das muss wahrscheinlich jeder für sich stärker reflektieren.

 

Was sind Sachen, die Energie geben versus Energie nehmen und gucken, dass da die Balance passt und mir gibt so etwas viel Energie. Auch abends noch mal Netzwerken gehen, eben unser Podcast-Projekt. Ganz viele Sachen geben mir eher noch mal Energie, die andere Leute auch total stressen.

 

Deswegen, ich glaube, muss jeder für sich gucken, wie ist so der Energiehaushalt. Dann hatte ich gerade noch einen zweiten Gedanken dazu und dann ist natürlich das Ding, die passt die Zeit dazu. Da gibt es dieses wunderschöne Bild von den sogenannten Bällen in der Luft und die Bälle in der Luft sind aber eben nicht alle gleich.

 

Du hast Kristallkugeln in der Luft und du hast vielleicht ein paar Plastikkugeln in der Luft. Gestern war dann eben zum Beispiel, meine Tochter begleitend, wurde dann zu einer meiner spontanen Kristallkugeln, was ich dann eben gemacht habe und so ein paar andere Plastikkugeln da eben drum herum rangiert habe. Das habe ich bei mir im Kalender super klar.

 

Ich weiß, was sind meine Kristallkugeln diese Woche, was sind meine P0s, die ich unbedingt erledigen möchte. Da blocke ich den Kalender auch hart und das wird auch wirklich nicht verschoben. Ich habe für mich herausgefunden, ich arbeite am besten in Sprints.

 

Also ich mache wirklich so ein bisschen quasi diese Pomodoro-Methode, dass du wirklich 30 Minuten oder 25 Minuten konzentriert arbeitest, auch mit Timer. Dann 5 Minuten nochmal aufstehe, rumlaufe, mit irgendjemandem schnacke, dann wieder 25 Minuten ab an den Rechner. Ich glaube, so etwas ist wichtig für sich herauszufinden, wie arbeite ich am besten.

 

Und ich arbeite leider auch abends am besten. Also wenn ich dann mal nicht unterwegs bin, im Hotelzimmer sitze und 1-2-3 Stunden Denkzeit ohne Ablenkung habe, das ist dann leider auch ein Moment, den ich häufig tatsächlich auch genieße, weil ich dann wirklich ein paar Sachen echt gut irgendwie abrocken kann. Und ich es dann auch total okay finde, weil mir auch das dann wieder Spaß macht.

 

Und auch mein Mann sagt mir häufiger, ich bin total bekloppt, wenn er hier gemütlich auf der Couch abends Fußball guckt, was ihm total gegönnt ist. Wenn ich hier nebendran irgendwie im Esszimmer sitze und nachher an irgendein Konzept oder irgendeine Idee irgendwie rumhacke, weil ich das gerade total toll finde. Also ich glaube, es ist eine Typensache.

 

Es gibt kein Falsch oder Richtig. Und ich glaube wirklich, jeder muss für sich gucken, was kann und was will er wie geben. Weil ich kann auch verstehen, dass einige Leute echt sagen, nee und das ist jetzt hier ein Job und ein Job ist ein Job und dann ist das auch völlig in Ordnung.

 

Ich identifiziere mich wahrscheinlich einen gewissen Teil auch darüber und ja, leider macht es mir inhaltlich auch total viel Spaß.

 

[Merlene]

Wieso leider? Großartig! Und es beruhigt mich um ehrlich zu sein immer sehr, wenn ich höre, dass Leute sich abends besser konzentrieren können beziehungsweise Abendmenschen sind, weil ich das auch total bin.

 

Und ich habe da irgendwie immer ein schlechtes Gewissen, weil irgendwie das Narrativ ja häufig zu diesem 5 am Club geht. Also so möglichst früh aufstehen, dann also vor, bevor der Tag beginnt, eigentlich schon alles erledigt haben. Ich bin genau auf der anderen Seite.

 

Bin ich auch der völlig andere.

 

[Nina Michahelles]

Mein Biorhythmus, der geht ja auch ein bisschen anders. Ja, das freut mich aber. Aber das ist dann auch so, das willst du ja auch nicht vorleben.

 

Ich hätte ja gerade gesagt, so wie man sich verhält, das ist die Norm. Wenn ich jetzt jeden Abend munter um 10 Uhr abends E-Mail schicke, dann glaube ich kriegen einige wirklich nervöse Zuckungen bei uns, weil das kann es dann auch nicht sein. Aber auch da gibt es ja super Funktionen, wie eben Schedule Send.

 

Das heißt, die gehen dann immer schön um 8 Uhr morgens entsprechend raus, meine E-Mails. Und ich sage auch allen Leuten, und ich glaube auch das ist total wichtig, meine Arbeitszeit ist nicht eure Arbeitszeit. Und ich gehe dann zum Beispiel morgens auch eher laufen.

 

Also ich habe dreimal die Woche, habe ich morgens meinen Kalender geblockt und bin dann erst um halb 10, 10 im Büro, weil ich dann eben entsprechend gucke, dass ich eben diese, ja, dass dieser auch ein Crystal Ball für mich tatsächlich regelmäßig was für mich machen, dass der eben nicht hinten runterfällt. Und so ist es wirklich eher so ein bisschen die Work-Life-Integration bei mir, dass ich eben im Laufe des Tages, dass ich morgens verlaufen gehe, nachmittags mal ein Kind zum Hockey begleite, aber dann eben zusehe, dass ich abends im Zweifelsfall ein paar andere Sachen eben nochmal abhake.

 

[Merlene]

Ich finde, das ist eine sehr schöne Herangehensweise, auch weil es gibt ja so viele Dinge, die das Arbeitsleben beeinflussen, die aber nicht unbedingt Arbeit sind, wie zum Beispiel Joggen oder Laufen gehen am Morgen. Das ist ja, also für mich ist Sport auch eine total große Quelle, um mich zu konzentrieren, um dann später ein bisschen ruhig sitzen zu können, um den Kopf frei zu haben. Aber ist es jetzt wirklich eine Aufgabe für meinen Job oder für meine Berufung?

 

Nein. Aber schön, also schön zu wissen, dass es auch bei euch so geht, beziehungsweise, dass du das, wie du ja auch schon gesagt hast anfangs, du hast ja auch eine Vorbildfunktion, dass du das bei euch quasi so vorlebst, dass das wichtig ist.

 

[Nina Michahelles]

Ich glaube, das ist super wichtig, also gerade auch für, ich glaube, junge Frauen, junge Mütter, Frauen, die vielleicht Mutter werden möchten, irgendwie aufzuzeigen, dass es irgendwie möglich ist. Auch da muss natürlich dann jeder für sich gucken, in welchem Setup das irgendwie funktioniert. Aber mir ist es total wichtig, aufzuzeigen, dass es eben geht und Barrieren hauptsächlich im Kopf stattfinden und eben dafür da sind, sich dann zu überlegen, okay, mit was für einem Setup kann es denn möglich sein.

 

[Merlene]

Ja, heute haben wir auch den Podcast spontan hier aufgenommen, statt im Google Headquarter, nicht Headquarter, aber im Google Standort in der ABC-Straße hier in Hamburg. Auch super flexibel. Das Thema Vereinbarkeit, das finde ich ja auch ein großes Thema.

 

Gibt es ansonsten irgendwelche Game-Changer, wo du sagen würdest, okay, das erleichtert das Leben für mich als auch berufstätige Mutter und berufstätige Mutter die Führungskraft ist? Würde ich wahrscheinlich auf drei Sachen eingeben.

 

[Nina Michahelles]

Das erste ist tatsächlich mein Mann. Augen auf bei der Partnerwahl ist so wichtig, es ist so wichtig, sich im Vorfeld darüber zu unterhalten, wie man sich gegebenenfalls ein Leben als Familie vorstellt, wer bleibt wie zu Hause, wie wird sich weiter organisiert, gerade je nachdem, welchen Beruf man jeweils ausübt. Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit.

 

Das heißt, sein Nine-to-Five ist auch eher nicht existent. Wir sind beide beruflich viel unterwegs, aber auch mit Ansage. Also wir haben das wirklich genauso geplant.

 

Und dann, wenn man Partner hat, mit denen man sich darüber klar ist, kommt dann die nächste Sache. Ich habe damals tatsächlich den Job bei L'Oreal gekündigt. L'Oreal war die Jobliebe meines Lebens zu dem Zeitpunkt, um nach Hamburg zu ziehen, weil hier Schwiegermütter und die ganze Familie meines Mannes ist.

 

Das heißt, nachdem uns, wir haben uns in Düsseldorf eben kennengelernt, nachdem uns dann klar war, okay, wir möchten gerne weiter die nächsten 30, 40, 50 Jahre zusammen verbringen und auch gerne eine Familie dabei haben, haben wir den nächsten logischen Schritt eingeleitet. Nämlich, okay, wie funktioniert das Ganze denn? Und festgestellt, so, mit unseren Ambitionen und unseren Wünschen, die wir auch für unsere eigene Entwicklung unabhängig von der Familie eben haben, wird es super wichtig sein, dass wir eben diesen Support irgendwie haben.

 

Und diese Joker, die man hier aus dem Ärmel ziehen kann. Und genau das haben wir. Also Schwiegermutter hilft uns wirklich immer noch.

 

Diese Woche ist die Nanny krank, weswegen wir hier sind. Letzte Woche waren die Kinder mit Magen und Darm hier. Ich musste trotzdem nach Berlin, mein Mann nach München.

 

Die Oma war hier. Also es hat sich auch zehn Jahre später die Rechnung immer noch voll auf und die Joker funktionieren. Und auch um die Oma und Joker drumherum, haben wir wirklich ein riesiges Support-Netz hier.

 

Also wir haben direkt aus der ersten Kita-Gruppe, haben wir unsere erste Babysitterin. Ich glaube, da waren die größte sechs Monate alt. Haben wir direkt jeden Freitag immer einen Babysitter hier gehabt.

 

Dann haben wir eine Zeit lang Au-pairs gehabt. Jetzt haben wir, wie gesagt, eine Nanny. Ich glaube, es ist je nach Lebensphase, je nachdem, was zu einer Familie passt, wie die Kinder auch irgendwie drauf sind, muss man einfach gucken, was für Möglichkeiten es gibt und wie man sich da eben aufstellen kann.

 

Und bei uns funktioniert es wirklich bisher super. Auch wenn bei mir mehr und mehr, je größer und älter die Kinder werden, je wichtiger Schule auch wird, je mehr Themen da auch auf die einprasseln. Also meine Kids sind jetzt neun und elf.

 

Das Thema Liebeskummer, das habe ich zum Glück noch nicht am Start. Das Thema Social Media zum Glück auch noch nicht so doll. Aber da kommen echt noch neben den ganzen schulischen Herausforderungen, echt noch ein paar Themen auf uns zu.

 

Und ich glaube, das ist dann die andere Sache, trotz des ganzen Support-Systems, das dritte, dass wir trotzdem unsere Familien-Cocooning-Zeit irgendwie haben und wirklich dann auch eben Zeit nur für uns irgendwie verbringen und wirklich intensiv irgendwie verbrennt. Also ich sehe zu, dass wenn dann wirklich auch irgendwas, hier unten lag gerade noch so ein Monopoly-Spiel, gestern Abend habe ich mit den Kindern hier erstmal noch eine Stunde Karten gespielt und einfach wirklich diese Stunde Karten irgendwie gemacht, obwohl ich noch super viel, ich musste unbedingt noch was rausschicken, habe ich dann trotzdem gesagt, nee, du setzt dich jetzt, diese Stunde jetzt hier ist jetzt wirklich Kinderzeit, Ruhezeit, es wird nicht aufs Handy geguckt, das ist jetzt hier eben Familien-Kokon. Und von diesen Familien-Kokons versuchen wir eben einige zu kreieren, sei es im Laufe der Woche, sei es aber auch am Wochenende, in Urlauben natürlich.

 

Und ich glaube, das ist super wichtig.

 

[Merlene]

Okay, sind das die drei Punkte?

 

[Nina Michahelles]

Ja. Okay. Mann, Support-System, Familien-Kokon.

 

[Merlene]

Okay, ja, sehr, sehr hilfreich auf jeden Fall und auch irgendwie schön, das ist für mich irgendwie so eine Traumpartnerschaft, klingt irgendwie so, dass man sich so gegenseitig unterstützt und ich glaube, das ist halt häufig auch in der heutigen Zeit noch eine Herausforderung, auch als ambitiöse Frau, dass es manchmal, wenn man dann nicht den richtigen Partner an der Seite findet, beziehungsweise das manchmal vielleicht auch versteckt, die Rollenbilder dann doch noch anders eigentlich gewünscht sind, auch wenn man es anfangs vielleicht anders...

 

[Nina Michahelles]

Da habe ich neulich gelesen, ich habe neulich eine neue Studie gelesen, dass Söhne von Müttern, die arbeiten, ebenfalls super supportive sind, dass ihre Frauen das ebenfalls machen, weil sie das Modell gar nicht anders kennen. Und auch den Mehrwert davon. Meine Mutter war Hausfrau, ist zu Hause geblieben, mein Vater hat komplett alleine für die finanzielle Sicherheit der Familie gesorgt und dann war er ein Jahr lang arbeitslos.

 

Und da war ich, ich glaube so 14, 15, dass so wahrscheinlich auch viel, was bei mir einen Schalter umgelegt hat, dass ich immer gesagt habe, ich werde mit zur finanziellen Sicherheit meiner Familie beitragen. Mein Mann hat jetzt gerade zum 1.4. einen neuen Job angefangen. Wir hatten im Oktober, haben wir gesagt, unabhängig von, hat er etwas Neues oder nicht, aus dem Alten wird er rausgehen.

 

Da wird er kündigen, da er einfach gesehen hat, okay, das, was er dort alles gestalten möchte, kann er nicht so gestalten, wie er will und reibt sich da eher auf. Und was für ein Luxus ist das zu sagen, ich muss das nicht, sondern es ist auch völlig okay, eben weil man das Gefüge in der Familie ganz gut verteilt hat, dass beide eben zu dieser finanziellen Sicherheit beitragen, was man sagen kann, okay, dann eben nicht und dann gucke ich mich nach was anderem um. Und das wissen wir beide wirklich wahnsinnig zu schätzen.

 

Es ermöglicht uns beiden eigentlich mehr Freiheit, als dass es uns beide unter Druck setzt. Das finde ich super gut. Okay, also den nächsten Herren, die keine ambitionierten Frauen wollen, gerne mal den Vorteilspitch, was das an Freiheit mit uns halten.

 

[Merlene]

Das schneiden wir jetzt auf jeden Fall zusammen. Du hast gerade schon darüber gesprochen, wie dich dein Elternhaus etwas geprägt hat. Mich würde interessieren, du hast Abi gemacht, wie hast du entschieden, wie du weitermachst damals?

 

Rückblickend macht häufig vieles Sinn, aber wir haben ja auch gerade ein sehr junges Publikum, die vor der Entscheidung stehen, was kommt jetzt als nächstes, für welches Studium soll ich mich entscheiden oder in welchen Job gehe ich als nächstes. Und es gibt so viel mit so einer Überauswahl quasi an Studiengängen allein schon. Wie hast du das damals für dich entschieden?

 

[Nina Michahelles]

Da kamen zwei Faktoren zusammen. Der eine Faktor war, dass mir klar war, wenn ich ein gutes Leben führen möchte, dann brauche ich auch ein gewisses Gehalt. Ich habe gearbeitet, seitdem ich 13 war, habe ich gekellnert etc.

 

Das heißt, ich wusste, ich habe eine ganze Zeit lang auch bei McDonald's gearbeitet, für damals 11,98 Mark die Stunde. Also ich wusste, wie schwer Geld zu verdienen ist. Ich wusste den Wert von Geld wirklich immer schätzen, aber wusste eben auch diese finanzielle Unabhängigkeit, um mein eigenes Geld schon seit 13 zu verdienen, zu schätzen.

 

Insofern wusste ich, ich werde irgendeinen Beruf ausüben möchten, der mir wirklich auch einen netten Lebensstandard irgendwie ermöglicht. Und das hatte ich dann kombiniert mit, ich wollte unbedingt Werbung machen. Ich war schon immer die Person, die beim Fernsehen gebannt auf Werbefilme geguckt hat.

 

Ich wollte diejenige sein, die da in diesem Wasserflugzeug über die Raffaello-Insel irgendwie fliegt und irgendwie die tollen Storys dafür mitmacht. Und mit dem Ziel habe ich angefangen in Mannheim zu studieren. Und Mannheim ist auch eine lustige Geschichte, weil auf die Uni bin ich auch nur gekommen, weil ich, mein Vater hatte ein Spiegel-Abo und da war mal irgendwann mal ein Hochschul-Ranking drin, als ich 16, 17 war.

 

Und das hatte er mir mal gezeigt. Und irgendwie hat sich dann bei mir eingebrannt, okay, das sind also die Top 3, 4, 5 Unis für BWL. Eine private Uni kam nicht in Frage, das war relativ klar, dass das finanziell nicht möglich sein wird.

 

Und insofern habe ich mich dann schlau gemacht, habe gesehen, okay, in Mannheim gibt es ein Programm, das nannte sich damals BWL mit interkultureller Qualifikation. Und da ich muttersprachlich auch Englisch spreche und auch einige Zeit im Ausland gelebt habe, habe ich das dann genutzt, um mich für einen dieser 10, 20 Plätze da zu bewerben und wurde dann dafür tatsächlich auch genommen. So bin ich dann an die Uni Mannheim gekommen und habe mein erstes Praktikum auch in der Werbeagentur gemacht.

 

Habe dann relativ schnell entdeckt, dass ich nicht nur Ideen und Empfehlungen aussprechen möchte, sondern eher auf der anderen Seite sitzen möchte, nämlich diejenige, die darüber entscheidet, was dann auch wirklich für die jeweilige Marke umgesetzt wurde. Dann war mein nächstes Praktikum bei L'Oreal und ab da waren die nächsten 20 Jahre so ein bisschen safe. Da habe ich mich dann tatsächlich ins Produktmarketing verliebt.

 

Also mein Tipp da wäre wahrscheinlich, einfach ausprobieren.

 

[Merlene]

Tatsächlich wollte ich noch fragen, weil du ja auch sehr viel auf Bühnen sprichst und ich habe jetzt am Donnerstag, darf ich das erste Mal einen Talk moderieren in der Körperstiftung mit Female Founders, unter anderem Sarah Noh. Ich bin schon total nervös, weil ich das moderieren darf.

 

Hast du ein paar Tipps für mich, für die Bühne? Fürs Moderieren? Ja, und auch für, besonders für die Panel-Diskussionen, weil ich mir das etwas, das habe ich noch nie gemacht, die Unterhaltung so zu lenken, beziehungsweise auch mit vier unterschiedlichen Gesprächspartnern, das zu koordinieren.

 

[Nina Michahelles]

Also, ich glaube, mit deinem Podcast hier hast du ja super Übung und das Leiten und Lenken, das machst du schon sehr gut. Ich glaube, ob dann da ein, zwei oder drei sitzen, das macht keinen großen Unterschied. Bei Panel-Fragen sehe ich immer zu, dass die ersten ein, zwei Fragen einigermaßen nicht abgesprochen sind, aber dass die Panelisten schon mal wissen, was kommt auf sie zu, was ist so ein bisschen die erste Frage und auch genauso die letzte Frage, weil ich wirklich möchte, dass am Anfang sich wirklich jeder wohl fühlt.

 

Der Rest, der groovt sich dann schon immer ein und am Ende möchte ich, dass jeder nochmal die Möglichkeit hat, irgendwie so seine Zusammenfassung, seine Message, die Sachen, die wirklich wichtig sind, irgendwie nochmal rüberzubringen und dafür entsprechende Plattformen zu geben und damit dann auch alle Zuhörenden hoffentlich mit ein, zwei, drei guten Gedanken, die gerade am Ende vielleicht nochmal zusammengefasst wurden, irgendwie nach Hause gehen kann.

 

Also, ich lege da am meisten Wert immer so ein bisschen auf das Opening und auf den Schluss. Bei Präsentationen übrigens genauso. Ich sehe auch immer zu, dass ich mit etwas, was ich wirklich einigermaßen fast auswendig lerne, unter anderem auch häufig beim Laufen, ich wiederhole mir häufig beim Laufen die ersten ein, zwei, drei Slides und wordsmithe, was genau ich, wie ich ein starkes Opening mache und ich wordsmithe auch meinen Soundbite, meinen letzten ein, zwei, drei Sätzen, die ich entsprechend hinterlasse.

 

Also das, ja, das sehe ich zu, dass das bei Panels alle anderen machen können und wenn ich selbst irgendwie etwas mache, dann sehe ich zu, dass das bei mir entsprechend sitzt.

 

[Merlene]

Hast du gerade gesagt wordsmith?

 

[Nina Michahelles]

Ja.

 

[Merlene]

Was ist das?

 

[Nina Michahelles]

Wordsmith, entschuldige für das ganze Denglisch, das ist Wörter feintunen, Wörter final formulieren. Also wie ein Schmied, Wörter schmieden, Sätze schmieden, dass sie irgendwie passen. Danke für die Frage.

 

[Merlene]

Ja, also das ist bei uns eh, weil wir haben ja, wie gesagt, also eher ein Einsteigerpublikum und deswegen ist es wichtig, dass wir die ganzen Abkürzungen, Fachbegriffe definieren, aber ich habe bisher darauf geachtet. Ich glaube, wir sind gut. Ich habe noch zwei Fragen.

 

Eine ist, ich bin unter anderem auf dich gekommen, natürlich erstens bist du ein tolles Role Model, hast eine richtig coole Position und bist auch sehr publik oder sehr präsent, aber du hast auch einen Podcast, der sehr mit dem Purpose von LeadHER aligned, auch dass man Role Models stärker zeigt, dass mehr Frauen in Führungspositionen sichtbar sind, auch wenn sie in der Wirtschaft noch unterrepräsentiert sind. Ich habe mir den letzten Podcast angehört auch, also die letzte Folge, ich höre generell auch häufiger mal rein und unter anderem habt ihr auch darüber gesprochen, über die aktuelle politische Lage oder so, das Zeitgeschehen, dass ja viele Diversitätsprogramme eher zurückgefahren werden und der Diskurs eher gefühlt wieder einen Schritt zurück geht.

 

Wie gehst du damit persönlich um?

 

[Nina Michahelles]

Für mich persönlich ändert sich durch das Weltgeschehen glücklicherweise erst mal nichts. Google ist eine globale Firma mit globalen NutzerInnen und dementsprechend sehen wir auch zu, dass wir das natürlich auch in unserer Belegschaft und allen Mitarbeitenden bei uns repräsentiert haben. Das finde ich schon mal super wichtig, dass wir da wirklich auch repräsentativ quasi sein möchten.

 

Und an meinem eigenen Wertekonstrukt und an dem, wovon ich denke, das ist richtig, das ist falsch, das ist gut, das ist schlecht, hat sich dadurch überhaupt nichts geändert. Und irgendein Tipp, wie man die Hoffnung nicht verliert? Ich glaube, wie bei so vielen anderen Sachen auch, ist wirklich das Machen.

 

Also wir sind jetzt heute hier bei mir zu Hause, netterweise, weil die Nanny ausfällt. Ich werde die Kinder trotzdem nachher zwei Stunden alleine lassen, weil wir den Verein Ehrbarer Kaufleute bei uns im Google Büro haben und eben über generationenübergreifendes Arbeiten und ein gutes Miteinander eben sprechen werden und uns austauschen werden. Wir planen gerade einen Vereinbarkeitssummit bei uns.

 

Wir haben eine super starke Pride-Community, mit der wir viele coole Sachen machen. Also ich glaube, es braucht einfach weiterhin Menschen, die entsprechend mit allem, woran sie glauben, da auch mit bestem Beispiel vorangehen und andere Menschen auf diese Reise auch mitnehmen. Und auch da ist, wie bei so vielen anderen Sachen, es gibt nichts Gutes, außer man tut es, auch wenn es nochmal ein bisschen extra Zeit eben sind.

 

Aber wir hätten vorhin ein bisschen darüber gesprochen, das sind eben auch Sachen, die finde ich durchaus Energie geben, sich eben für wichtige Themen entsprechend einzusetzen. Und insofern kann ich wirklich jeden nur ermutigen, das auf jeden Fall zu tun.

 

[Merlene]

Und dann abschließend, eigentlich ist meine Frage immer, was würdest du deinem 18-jährigen Ich raten? Aber du hast vorhin schon gesagt, in Aktion gehen, ausprobieren, einfach machen. Gibt es von dir eine Eigenschaft, von der du wünschst, dass deine Kinder sie annehmen?

 

[Nina Michahelles]

Das ist eine richtig gute Frage. Welche meiner Eigenschaften? Ich glaube, ich würde mir tatsächlich am meisten wünschen, dass sie auch irgendwie ihren eigenen Weg gehen.

 

Gerade auch in Richtung finanzielle Unabhängigkeit. Also mein Worst-Case-Szenario wäre wirklich, in 30, 40 Jahren eine meiner Töchter oder vielleicht auch beide Töchter haben ihr Leben zu Hause bei den Kindern verbracht, hatten keinen vernünftigen Ehevertrag. Der Mann trennt sich und meine Töchter stehen vor allem nichts.

 

Also das wäre mein absolutes Worst-Case-Szenario, was nur irgendwie passieren könnte, weil ich mich da wirklich fragen würde, was bei mir in der Erziehung schiefgelaufen wäre. Dass meine Mädels nicht erkennen, wie viel Spaß es macht, das eigene Potenzial auszuschöpfen. Und wenn das mit Kindern ist, dann ist das ja auch völlig in Ordnung.

 

Aber eben auch diesen Aspekt der finanziellen Unabhängigkeit und frei ihre eigenen Entscheidungen treffen. Ich hoffe, hoffe, hoffe, hoffe, dass sie das für sich klarkriegen, wie wichtig diese finanzielle Freiheit ist und dass sie sich lohnen, für diese finanzielle Freiheit auch entsprechend zu arbeiten.

 

[Merlene]

Ja, man sagt ja, dass Kinder sich auch das abgucken, was man ihnen vormacht und nicht nur das, was man erzählt. Und ich glaube, da haben sie auch ein sehr starkes Vorbild. Du bist ja sehr im Machen und nicht nur im Reden.

 

Ganz herzlichen Dank. Ich weiß, du bist sehr busy und freue mich aber sehr, dass du dir die Stunde Zeit genommen hast, um mit mir zu sprechen.

 

[Nina Michahelles]

Vielen lieben Dank fürs spontan nach Hause kommen zu mir.

 

[Merlene]

Gerne.

 

[Transkript Ende]


Karriereoptionen wahrnehmen für die eigene Entwicklung


Karriere entwickelt sich nicht geradlinig, sondern durch Reflexion, Austausch und eigene Entscheidungen. Das Gespräch mit Nina zeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Weg aktiv mitzugestalten und Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.


Hör hier die ganze Folge mit Nina.



 
 
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