Female Leadership & Selbstbestimmung: Nadja N. Grünert über finanzielle Bildung, Care‑Arbeit und Führung
- leadHER

- 6. März
- 28 Min. Lesezeit
Nadja N. Grünert, Senior Project Managerin bei Raisin, hat einen ungewöhnlichen Karriereweg hinter sich – von der studierten Bibliothekarin hin zu einer Führungsrolle im FinTech‑Umfeld. In dieser Episode des leadHER Podcasts spricht sie über finanzielle Bildung, Leadership und den Mut, sich auch ohne klassischen Werdegang in komplexe Themen einzuarbeiten.
Nadja teilt offen, wie sich ihre Perspektive auf Geld mit der Mutterschaft verändert hat, warum finanzielle Gespräche in Partnerschaften essenziell sind und weshalb Care‑Arbeit immer auch eine finanzielle Dimension hat. Erfahre, wie sie heute Verantwortung übernimmt, finanzielle Selbstbestimmung lebt und warum echte Gleichberechtigung dort beginnt, wo wir anfangen, ehrlich über Geld zu sprechen.
Disclaimer: Dieses Transkript wurde mit KI erstellt. Es können Abweichungen zum Original-Audio vorkommen.

Hör jetzt das ganze Gespräch mit Nadja.
Finanzielle Bildung: Das Gespräch mit Nadja N. Grünert
[Merlene]
Hi, ich bin Marleen und ich treffe mich jede Woche mit Frauen in Führungspositionen zum Café, um mit ihnen über ihren Karriereweg zu sprechen. Ziel ist es dabei, auch wenn wir heute noch nicht 50-50 auf Führungsebenen haben, den nächsten Generationen eine Vielfalt an Vorbildern zu bieten.
Heute spreche ich mit Nadja Grünert, Senior Project Managerin bei Raisin: wie die gelernte Bibliothekarin sich ihre finanzielle Zukunft vorgestellt hat, auf welche Realität sie gestoßen ist als sie Mutter wurde, und Gespräche über Geld in Beziehungen machen wir uns heute zum Thema. Ich freue mich sehr, dass du da bist. Wir haben ein paar Fragen von Followern bekommen zum Thema Geld, worüber ich mich sehr freue.
Dazu kommen wir noch zum Schluss. Aber erstmal möchten wir darüber sprechen, wie du zum Geld gekommen bist. Du bist jetzt Senior Project Managerin bei Raisin.
Was hast du vorher gemacht? Wie kommt man dahin?
[Nadja Grünert]
Das war ehrlich gesagt nicht geplant. Es war eher ein Zufall, dass ich dort bin, wo ich heute bin. Ich bin nämlich eigentlich studierte Bibliothekarin und habe damals bei einer kleinen Agentur angefangen, wo wir unter anderem KI-Kunden hatten, aber auch Kunden aus dem FinTech-Bereich.
Dann hat sich das alles gefügt und ich wurde damals angeschrieben, ob ich nicht in das Unternehmen einsteigen möchte, in dem ich heute tätig bin. Ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung. Ich bin dort jetzt seit fast sieben Jahren.
Es sollte alles irgendwie so sein.
[Merlene]
Sehr cool, aber auch eine sehr, sehr große Veränderung. Du sagtest gerade KI-Kunden. Das bedeutet im Bibliothekar-Bereich, wann war das?
[Nadja Grünert]
Es gab keinen Zusammenhang zwischen meinem Studium und meinem ersten Job danach. Das war mehr aus dem Interesse heraus. Ich habe schon während meines Studiums gemerkt, wo ich unter anderem auch Kurse wie Online-Journalismus hatte, dass mich das tendenziell interessiert, generell zu schreiben oder auch in die Beratung zu gehen.
Dann war das aber auch damals so, dass ich auch schon immer eher eine Affinität für komplexere Themen hatte. Finanzthemen haben mich auch schon immer interessiert. Dann war das für mich damals naheliegend, als ich diese Chance bekam.
Bei KI, als ich damals angefangen habe zu arbeiten, da war KI wirklich noch ... Wir haben einen Roboter und dieser Roboter kann meinetwegen die linke Hand heben oder die rechte Hand und kann relativ holprig seine Lippen bewegen. Das war damals der Stand von KI, also ein völlig anderer, als er jetzt heute ist.
Aber spannend. Das war 2016.
Man sieht schon, dass sich in dieser Zeit wahnsinnig viel getan hat. Sei es nur mit Sachen wie Chat-GPT, was ja heute eigentlich eine Normalität ist, oder auch in ganz vielen anderen Bereichen, KI nach dem Tod. Es ist ja in so vielen Bereichen heutzutage ein Thema und in dieser Zeit hat sich wahnsinnig viel getan.
[Merlene]
Ich finde es, um ehrlich zu sein, so interessant, dass du Bibliothekarin studiert hast. Wie bist du dazu gekommen?
[Nadja Grünert]
Ich habe schon immer sehr, sehr gerne gelesen und das tue ich auch heute immer noch, wenn ich dann mal Zeit dafür finde. Jetzt gerade lese ich ein Buch von Ferdinand von Schirach.
Das war schon immer für mich etwas, was mit Entspannung zu tun hatte und was ich gerne in meiner Freizeit gemacht habe. Dann kam es irgendwie auch dazu, dass ich den Entschluss gefasst habe, gut, ich studiere das. Ich habe aber relativ schnell in meinem Studium gemerkt, dass die Leute, die das studiert haben, einen ganz anderen Drive hatten, als ich ihn damals schon hatte.
Ich hatte schon Lust, auch Dinge zu verändern und anzugehen. Für mich war die Vorstellung, in einem Job zu verharren, der so für die nächsten 30, 40 Jahre sein wird, hat mich ehrlich gesagt eher beengt. Was ich aber hatte und auch immer noch habe, dass ich einen extremen Wissensdurst habe.
Wenn mir bestimmte Informationen fehlen, mir diese aneigne. Das ist jetzt eine Eigenschaft, die jetzt auch durchaus in so einem Studium richtig ist. Aber für mich war es dann so, dass ich jetzt auch gesagt habe, ich nutze diese Eigenschaft, die ich habe, eher für andere Buche.
[Merlene]
Und danach hast du gesagt, du hast in der Unternehmensberatung angefangen? In der Agentur. Irgendwie finde ich es richtig cool zu hören, dass du in einem anderen Bereich studiert hast, als du dann letztlich tätig geworden bist.
Weil ich finde, das ist immer so eine ganz große Sorge. Beziehungsweise die hatte ich halt selber auch nach dem Abi, dass man sich so denkt, ich weiß gar nicht, was ich später machen möchte. Und ich muss es aber jetzt quasi entscheiden, weil ich wusste, ich möchte studieren.
Aber was nimmt man dann? Und dann dachte ich mir, es gibt bestimmte Sachen, die sind so spezifisch, da weiß ich gar nicht, ob man danach einen Job findet. Und eigentlich hätte ich gedacht, dass dein Studium sozusagen da auch reinfällt.
Aber wie auch schon andere Podcasts gezeigt haben, zum Beispiel Stella Melbye-Konan, Galeristin, hat Kunstgeschichte studiert und hat dann eine eigene Galerie eröffnet. Aber es ist super wirtschaftlich auch orientiert und du jetzt auch, obwohl das Studium gar nicht dahingeht. Und ich finde es total schön, das zu hören, dass man sich auch in der Wirtschaft einsortieren kann.
Sondern dass es nicht spezifisch darum geht, dann BWL zu studieren oder Computer Science oder so, um dann später einen Job zu finden. Und in deiner aktuellen Tätigkeit bist du sofort als Senior Project Managerin eingestiegen?
[Nadja Grünert]
Ich hatte ja eingangs gesagt, ich bin jetzt seit ungefähr sieben Jahren bei Raisen und ich habe damals im Content-Bereich angefangen und habe mich dann in diese Richtung entwickelt. Weil ich früh gemerkt habe, so die Assets, die ich mitbringe, die, sage ich mal, auch für diese Jobsparte, in der ich jetzt tätig bin, hilfreich sind. Die kann ich eben im Projektmanagement sehr viel besser einbringen, wie zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit.
Den Überblick zu behalten, auch bei ganz, ganz großen Projekten, Teams zusammenzubringen, Prozesse zu optimieren. Und ja, ich bin dafür sehr, sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe und es macht mir große Freude. Sehr schön.
Und was macht Raisen generell? Also generell haben bei uns Geldanleger oder potenzielle Geldanleger die Möglichkeit, eben Geld zu sparen und das halt wirklich ohne Barrieren. Also wir machen wirklich Geldanlegen einfach durch unsere Plattform.
Und deshalb freue ich mich auch umso mehr, dass ich in so einem Bereich arbeiten kann, weil ich durch meine Projekte eben auch helfe, Geldanlegen einfach zu machen, egal welchen Hintergrund man hat, egal von welchem Alter und ja, es macht Spaß.
[Merlene]
Das klingt auf jeden Fall sehr gut. Geldanlegen ist ja auch ein Thema, was sehr große Relevanz mittlerweile gefunden hat oder auf jeden Fall auch die Aufmerksamkeit, die es wahrscheinlich dann auch braucht. Also das Thema Geldanlegen für die Rente zum Beispiel.
Da habe ich das Gefühl, in den letzten paar Jahren hat sich da so viel getan durch diese vereinfachte Plattform. Dadurch, dass man auch nicht mehr zur Bank gehen muss und Wertpapiere entgegennehmen muss oder so. Also ich finde das Thema einfach sehr interessant, Geld, weil es ist was, was einen das Leben lang begleitet.
Und ich finde, das hat auf der einen Seite so einen naturwissenschaftlichen Charakter durch die Zahlen sozusagen einfach, aber auf der anderen Seite einen ganz, ganz emotionalen auch, weil ja jeder anders mit Geld umgeht. Und wie man das von zu Hause aus mitbekommen hat, hat einen ganz großen Einfluss dann auch auf das Ausgabeverhalten sozusagen. Magst du vielleicht teilen, wie dein eigenes Verhältnis so zu Geld ist oder ob du von zu Hause aus dann eine bestimmte Affinität mitbekommen hast?
[Nadja Grünert]
Sowohl als auch. Also ich bin von meinen Eltern so erzogen worden, dass quasi schon immer Sparsamkeit Thema war. Dass man keine Geldausgaben vornimmt für Dinge, die, sage ich mal, vielleicht in dem Monat nicht drin sind, sondern schon da immer einen Blick drauf zu haben.
Denn ich sehe das auch so, dass wirklich das Thema Finanzen und man kann es halt auch wirklich im Grund sagen, finanzielle Bildung, diese Meilensteine oder die Grundsteine, die werden wirklich halt einfach schon in der Kindheit gesetzt. Und natürlich fällt es einem Menschen sehr, sehr viel schwerer, der das nie gelernt hat, das später in einem Erwachsenenalter umzusetzen. Das war halt so für mich der erste Grundstein Sparsamkeit.
Nun wissen wir aber alle, nur mit Sparsamkeit ist es eben nicht getan, dass ich mich wirklich auch mit finanziellen Themen, mit finanzieller Bildung auseinandergesetzt habe. Das kam leider, würde ich heute sagen, erst deutlich später. Denn ich weiß gar nicht warum, aber beispielsweise Investitionen oder solche Dinge, das war nie etwas, wo meine Eltern mit mir drüber gesprochen haben, sondern das war halt wirklich so noch aus der Ära, der Vater hatte irgendwann mal Telekom-Aktien, das ist alles böse.
Oh Gott, nein, das machen wir nicht. Und jetzt heute natürlich auch durch meinen beruflichen Kontext habe ich einen anderen Blick darauf, habe mich auch ganz, ganz anders damit auseinandergesetzt. Würde aber meinen jüngeren ich, wenn ich das heute noch mal sprechen könne, raten, Nadja, setz dich damit früher auseinander.
Denn das ist so ein wichtiges Thema und es ist eben auch wichtig für die Unabhängigkeit. Und ja, ist etwas, was eigentlich nicht beiseite geschoben werden sollte.
[Merlene]
Okay, das heißt, in welchem Alter sollte man anfangen?
Finanzielle Bildung, Mutterschaft & Geld in Partnerschaften
[Nadja Grünert]
Am besten so früh wie möglich. Man kann ja auch schon in kleinen Schritten beginnen und diese kleinen Schritte können auch so aussehen, dass man sich erst mal ganz bewusst überhaupt mit dem Thema auseinandersetzt. Meine Empfehlung ist immer, sich auch vielleicht ein Netzwerk zu schaffen oder sich Mentoren zu suchen, die auch vielleicht schon da stehen, wo man später einmal hin möchte oder die bestimmtes Wissen mitbringen zu bestimmten Themen, wenn man etwas erfahren möchte.
Denn das ist ja klar, wenn man erst mal anfängt, dass man in die Recherche gehen muss und jemanden braucht, der einem positive Beispiele darlegen kann. Und man kann damit schon in kleinen Schritten anfangen. Und das ist halt der erste Schritt ist natürlich immer Wissen, weil ich muss wissen, was ich tue.
Also für mich ist halt finanzielle Bildung ist wie so ein Werkzeugkasten. Wenn ich diesen Werkzeugkasten befülle, dann weiß ich auch später langfristig, wie ich die verschiedenen Werkzeuge einsetzen muss. Und das Ganze hat dann auch einen langfristigen Effekt.
Ja, deshalb also möglichst früh sich damit auseinandersetzen.
[Merlene]
Ja, sehr cool. Wir machen ja auch nochmal einen Workshop dazu, wo ich mich sehr freue. Am 31. Januar. Und wo wir uns mit dem Thema auseinandersetzen, vor allem Geldanlage oder das Verhältnis zu Geld in der ersten Lebenshälfte.
Und dazu sind wir gekommen, weil wir beide uns unterhalten haben. Und du hast erzählt. Ja, also ich hatte eine bestimmte Vorstellung, wie ich denke, dass mein Leben ist, auch im Verhältnis zu Geld.
Und dann habe ich ein Kind bekommen und irgendwie sah es anders aus, als ich mir vorgestellt habe. Und das fand ich so eine wertvolle Information, um ehrlich zu sein, dass ich dachte, okay, da muss man auch nochmal intensiver drüber sprechen.
Deswegen finde ich es auch schön, wenn wir heute darüber sprechen.
[Nadja Grünert]
Ja, dieses Thema Finanzen und eine Familie gründen, das ist natürlich etwas, worauf man auch einen Blick haben sollte. Und im besten Fall schon, bevor man ein Kind oder Kinder bekommt. Bei mir war es tatsächlich so, dass ich mich aktiv damit erst aus heutiger Sicht ein bisschen zu spät auseinandergesetzt habe.
Es ist natürlich so, wenn man ein Kind bekommt, sei es, wer übernimmt die Care-Arbeit, was ja auch wirklich zu beiden Teilen der Partner aufgeteilt werden kann. Aber es ist natürlich immer so, dass meistens einer der Parts etwas mehr vielleicht übernimmt, weil die Person es möchte oder aus unterschiedlichen Gründen. Dann muss aber eben auch klar sein, wie diese Person, die die Care-Arbeit übernimmt, versorgt wird während dieser Care-Arbeit.
Es gibt eigentlich nichts zu diskutieren in der späteren Altersvorsorge. Es scheuen aber ganz, ganz viele Paare sich davor, solche Themen zu besprechen. Und mein Rat ist, besprecht so etwas aktiv, bevor ihr eine Familie gründet.
Das sollte eigentlich in jener Partnerschaft etwas sein, was man bespricht. Davon ist halt im Hinterher so viel abhängig. Sei es, dass es auch dem Part, der die Care-Arbeit übernimmt, eine gewisse Sicherheit natürlich gibt, wenn er oder sie weiß, ich bin eben versorgt, weil es bestimmte Vorsorgetätigkeiten durch meinen Partner gegeben hat.
Das ist auch ein Thema, genauso allgemein mit der finanziellen Bildung, was man früh angehen sollte und was man auch schon früh, wenn man weiß, in einer Partnerschaft, man möchte eine Familie gründen, besprechen sollte.
[Merlene]
Also Finanzen, ich weiß die genaue Statistik nicht mehr, aber ich weiß auf jeden Fall, dass finanzielle Themen auch ein großer Trennungsgrund sein können. Und das Thema ist aber, so wie ich es empfinde oder wie man es auch mitbekommt, ist ja ein sehr schwieriges Thema anzusprechen. Also so generell in der Gesellschaft ist ja noch nicht so wirklich angekommen, wir sprechen über Geld jetzt spezifisch schon, vielleicht man muss anlegen oder man muss sich darum kümmern.
Aber nicht, wie machst du das eigentlich oder wie macht ihr das vielleicht auch eigentlich. Dieses ganze Thema rund um Kinderkriegen und Care-Arbeit ist eh, glaube ich, noch nicht so, dass man da so gegenseitig viel teilt. Aber das Thema Geld ist nochmal so ein ganz anderes Level irgendwie.
Und hast du da für dich einen Weg gefunden, wie man das in der Beziehung anspricht oder wie machst du das mit deinem Partner? Also so ein großes Thema, ist es so persönlich irgendwie, wie spricht man sowas an?
[Nadja Grünert]
Das sind so Themen, die vermeintlich unangenehm sind und da muss ich jetzt aus heutiger Sicht sagen, warum ist denn so etwas unangenehm? Natürlich kann es auch was Kulturelles sein, also bestimmte Kulturen sind vielleicht bei dem Thema Geld offener als wiederum würde ich jetzt auch sagen generell die Deutschen, dass man da vielleicht eher noch ein bisschen reservierter ist. Ich habe gerade neulich nämlich auch einen Artikel dazu gelesen, da ging es darum, dass wirklich ganz ganz viele Paare eben nicht ihre Finanzen besprechen.
Und nun finde ich, ist es natürlich auch nochmal was anderes, wenn man vielleicht nur in einer Partnerschaft ist, als wenn man jetzt beispielsweise eine Familie hat. Meine Auffassung ist, wenn man eine Partnerschaft auf Augenhöhe führt, ist das durchaus ein Thema, was man ansprechen sollte. Dass man eben auch Planungssicherheit hat, dass man vielleicht auch gemeinsam besprechen kann, wie wollen wir als Familie beispielsweise vorsorgen, wie können wir Haushalten, auch Thema Schulden.
Also, dass ich einfach wirklich weiß, was fließt überhaupt jeden Monat in die Kasse ein, was geht raus, weil man so einfach am besten als Paar oder als Familie planen kann, wenn man Gesamtüberblick hat. Und ja, sowas sollte einem einfach in der Partnerschaft nicht unangenehm sein. Und ich bin da inzwischen auch, ich bin da offen, ich spreche sowas an und scheue da auch nicht vor zurück.
Das gehört für mich einfach dazu, sowas in der Partnerschaft zu besprechen.
[Merlene]
Gab es da so einen ersten Schritt, den ihr beide gegangen seid, um das Thema zu besprechen oder war es einfach irgendwann so, das muss jetzt?
[Nadja Grünert]
Ja, also mit meinem Ex-Mann war das damals so, dass wir ja da irgendwann Konsens gefunden haben und dieses Thema dann auch besprochen haben, eben auch aufgrund unseres Kindes. Ich habe einen kleinen Sohn. Ja, das war aber auch richtig, dass man es dann besprochen hat.
[Merlene]
Okay, ich kann mir auch gut vorstellen, beziehungsweise ich würde es glaube ich auch so empfinden, dass es so der letzte Vorhang ist, der quasi so fällt. Weil man hat ja irgendwie so vorher geht es ja auch so viel, ich weiß nicht, diese ganze Anwandlungsphase und so, da ist so viel noch irgendwie im Unwissenden sozusagen. Und man hat ja auch ganz lange das Gefühl, man sieht immer nur die beste Seite voneinander.
Das ist doch immer so in der Partnerschaft, gerade am Anfang noch. Genau, genau. Und dann, wenn es dann irgendwann so, wenn es dann zu diesem Punkt geht, dann ist ja sozusagen, ich finde, das ist so privat und so persönlich.
Dann wird richtig blank gezogen. Genau. Das ist nochmal eine ganz andere Art von Intimität.
Das ist so, das ist intim. Und ich glaube, deswegen ist es auch vielleicht so unangenehm. Also für mich zum Beispiel ist auch ein bisschen so schambehaftet, würde ich sagen, dass es nochmal besonders schwierig ist, glaube ich, darüber zu sprechen.
Hast du da einen praktischen Tipp, wie man sowas ansprechen kann?
[Nadja Grünert]
Einfach reinspringen ins eiskalte Wasser, was durchaus, sage ich mal, gut wäre, wenn man einen richtigen Moment abwartet. Aber letztendlich ist es, glaube ich, immer unangenehm zuerst, sowas anzusprechen. Aber man muss sich natürlich immer fragen, was habe ich denn zu verlieren?
Also letztendlich hat man doch daran, wenn man das anspricht, man hat ja nichts zu verlieren. Im Gegenteil, man kann gegebenenfalls als Paar besser die Zukunft planen, je nachdem, wie die nächsten Schritte aussehen. Sei es, wie gesagt, Altersvorsorge, Familiengründung oder man möchte Eigentum erwerben oder, oder.
Das sind ja solche Sachen, da muss man solche Themen einfach vorher miteinander besprechen. Und man sollte halt eben solchen Themen nicht ausweichen, weil das einfach meiner Meinung nach dazugehört, dass man solche Themen auch besprechen kann.
[Merlene]
Würdest du sagen, es gibt ein Alter, wo es zu spät ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen oder so anzufangen zu investieren? Nein, nein. Okay.
Es gibt ja diese Entwicklung, dass man sich aktuell stärker mit dem Thema Investieren auch beschäftigt. Und häufig habe ich das Gefühl, so Leute, die so Anfang 20 sind oder so, sind jetzt schon mega on board und ich bin einfach schon zehn Jahre älter. Und ich habe aber auch jetzt gerade erst angefangen, mich damit zu beschäftigen.
Deswegen habe ich irgendwie manchmal das Gefühl, oh Gott, ich bin viel zu spät dran. Bringt das jetzt überhaupt noch was? Ich denke einfach so, vielleicht ist es jetzt schon zu spät.
[Nadja Grünert]
Also wir neigen ja sowieso immer dazu, auch immer unseren Blick oder unseren Fokus auf andere zu legen. Und dann ist der Druck auf einmal so immens groß. Ich kann das nachvollziehen, aber man kann sich ja auch ausrechnen, wenn man sich so die durchschnittlichen Renditen auch anguckt.
Wenn man jetzt anfängt und man kann ja ganz, ganz viel machen, sei es irgendwie einen Sparplan für mehrere Jahre, dass sich das natürlich lohnt. Und dass man vielleicht auch erst mal an Anfang klein anfängt, wenn man sich so wie du, wenn man erst in dieser Phase steckt, wo man sich damit auseinandersetzt, ist ja auch normal. Und dann fügt sich das so nach und nach.
Und also von daher musst du da keine Sorge haben. Sehr schön.
[Merlene]
Das gibt mir schon mal Hoffnung. Ich hatte ja gesagt, wir haben noch Fragen von Followern auch bekommen für heute.
Das passt eigentlich ganz gut. Einer hat nämlich gefragt, dass die Awareness für dieses Thema einfach ja, wie gesagt, einfach schon gewachsen ist, gerade auch bei jungen Leuten. Aber das auch manchmal dazu führen kann, dass halt die Bereitschaft, etwas zu investieren, vielleicht in das heute nicht mehr so da ist.
Zum Beispiel man sagt, okay, ich nehme das Geld lieber, um es jetzt in meinen Sparplan zu investieren oder meine ETFs oder was auch immer man hat. Und nicht zu sagen, okay, ich mache jetzt mal ein Jahr im Ausland. Ich nehme mein Geld dafür.
Hast du da einen Tipp, wie man da eine Balance findet?
[Nadja Grünert]
Weil der Druck so groß ist, dass sich dann alle jüngere Leute eher damit auseinandersetzen, als von ihrem Geld zu verreisen. Ja, genau.
[Merlene]
Also Erfahrung, auch gerade im jungen Alter zusammen, ist ja super wertvoll. Gerade Auslandserfahrung. Man kann ja zum Beispiel auch ein Master durchs Ausland machen, was ja auch auf eine gewisse Art und Weise eine Investition in die Zukunft ist.
Aber dann halt häufig auch mit Geldinvestitionen verbunden sind, die man halt nicht dann direkt in Anlagen verwenden kann.
[Nadja Grünert]
Das ist natürlich ganz normal, dass man immer wieder im Leben bestimmte Lebensphasen hat, in denen man den Fokus vielleicht etwas mehr darauf legt, Geld anzulegen, zu investieren oder sich mit finanzieller Bildung auseinanderzusetzen. Geschuldet durch, weil man eben jung ist, gerade erst fertig mit dem Studium oder weil man vielleicht eine Familie gegründet hat, dann sehe ich das Thema natürlich ganz, ganz anders, als wenn ich alleinstehend bin in einem guten Job und einfach auch viel beiseitelegen kann. Das ist total okay, wenn man auch nur wenig beiseitelegen kann.
Wichtig ist halt einfach, dass man das in kleinen Schritten macht. Das ist das, was ich eingangs meinte. Das ist total okay, klein anzufangen.
Und dann machst du vielleicht erst mal dein Auslandsjahr und genießt das. Oh Gott, das ist ja auch so wichtig, wenn man jung ist, dass man eben auch diese Lebensphasen mitnimmt. Die kommen ja nur einmal.
Und vor allem würde ich auch sagen, sich einfach weniger Druck zu machen. Alles zu seiner Zeit. Und man kann auch ins Auslandsjahr gehen und verliert aber trotzdem, wie gesagt, in kleinen Schritten Vorsorge.
[Merlene]
Weil jemand anderes noch gefragt hat, wie beginnt man eine erfolgreiche Anlagestrategie, wenn man gar keins hat?
[Nadja Grünert]
Beispielsweise einen Sparplan. Den kann man ja häufig zum Beispiel auch schon mit 25 Euro im Monat machen. Dass man, wenn man jetzt beispielsweise noch mitten in seinem Studium steckt, sich eventuell dann wirklich zu dieser Lebensphase noch nicht damit auseinandersetzen kann.
Das kann durchaus passieren. Wiederum kann man das auch nicht pauschalisieren. Es gibt bestimmt auch Studenten, die das dann können, die dann sagen, weiß ich nicht, dann spare ich da oder hier beim Einkauf.
Wie das geht, ist einfach, indem ich erstmal einen Überblick habe, was habe ich denn überhaupt? Weil, ich bin mir jetzt ziemlich sicher, wenn man in kleinen Schritten anfängt, dass es irgendwo eine Nische gibt, wo man sagt, ach ja, vielleicht ist das Abonnement, brauche ich das denn wirklich? Kennt man ja, wenn man dann mal wirklich aufräumt, wie viele Abonnements man dann doch eigentlich hat.
Statt diesem Abonnement sorge ich vor. Das geht natürlich nur, wenn ich einen kompletten Überblick habe mit dem, was wirklich drin ist. Und wie gesagt, da ist dann wieder mein Appell in kleinen Schritten.
Man muss das an sein Leben langfristig anpassen. Niemand erwartet, dass ein ganz junger Mensch, der damit erst anfängt, große Summen dafür einsetzen kann. Aber das muss man auch gar nicht.
Wie gesagt, wenn man sich die durchschnittlichen Renditen anguckt, sind auch schon kleine Schritte effektiv. Und das geht auch durchaus, wenn man das eine oder andere Abonnement vielleicht weglässt.
[Merlene]
Das habe ich bei meinen Übersichten immer. Ich habe meistens einmal im Jahr, vielleicht sollte ich das auch häufiger machen, aber wo ich mich so richtig hinsetze und alles einmal angucke. Ich habe mittlerweile auch so eine Kontostruktur gefunden, wo meine Haushaltskosten sind, wo meine Abonnements drüber laufen und so.
Also unterschiedliche Sachen oder unterschiedliche Konten oder Kreditkarten. Und ich habe so alle Abonnements mittlerweile auf einer Kredit- oder Debitkarte. Und da ab und zu einfach mal so zu gucken, oh, das habe ich alles noch.
Brauche ich das noch? Ja, und es sind ganz, ganz häufig diese ganzen Streaming-Anbieter. Weil es gibt mittlerweile so viele.
Und ich versuche jetzt mittlerweile auch immer nur ein oder zwei maximal. Ich auch. Genau, aber ansonsten gibt es Netflix, Amazon Prime, dann Apple TV Plus.
Und das kostet alles irgendwie so um die 10 Euro.
[Nadja Grünert]
Eben, das läppert sich.
[Merlene]
Und dann denkt man sich so, ja, okay, muss ich jetzt wirklich 50 Euro im Monat für Streaming-Anbieter ausgeben? Wahrscheinlich nicht. Und das finde ich immer, da bin ich ganz stolz.
Dass ich die Kosten streichen kann.
[Nadja Grünert]
Sehr gut. Und das sehe ich nämlich auch, weil gerade sowas fällt einem dann häufig auf, dass man das vielleicht eindämmen kann. Oder was natürlich heutzutage auch häufig ist, dieses Sachen kaufen und erst vielleicht auch etwas später zu bezahlen.
Das sind auch solche Sachen. Muss das wirklich sein? Brauche ich das wirklich in dem Moment, dieses Geld?
Das könnte man dann vielleicht auch eher anders einsetzen wie zum Beispiel für die Vorsorge. Und das hat aber auch was mit Bewusstsein zu tun und einfach einen Überblick zu haben. Was mache ich eigentlich jeden Monat?
Wie gebe ich mein Geld aus?
[Merlene]
Da sprichst du auch ein ganz interessantes Thema an. Also Social Media ist ja eh einfach ein wichtiger Part, ich glaube, im Leben vieler junger Menschen, auch in meinem. Und da gibt es natürlich auch Trends wie zum Beispiel dieses Klana.
Wer hat die höchsten Schulden sozusagen? Was ein super gefährliches Thema ja auch irgendwo ist. Ich glaube, es ist halt schwierig einzuschätzen, wenn man sich mit dem Thema Schulden noch gar nicht auseinandergesetzt hat.
Es gibt ja auch durchaus gute Schulden sozusagen. Hast du da einen Tipp, wie man das differenziert?
[Nadja Grünert]
Ich sollte natürlich nie über meinen eigentlichen Lebensstandards hinaus leben. Das ist ja völlig klar. Und wenn ich das natürlich tue, dann kann man sicher ausrechnen, dass das langfristig gesehen natürlich nicht gut ausgeht.
Und dann kann sowas auch negativ sein. Deshalb bringt mich eigentlich wieder eher dazu, dass man wissen muss, was kommt rein. Also wozu bin ich überhaupt in der Lage?
Was kann ich finanziell stemmen? Alleine oder vielleicht auch sogar mit einem Partner oder Freund, Freundin zusammen. Und danach kann man planen.
[Merlene]
Das finde ich einen guten Punkt. Nicht über die eigenen Lebensstandards zu leben oder darüber hinaus Geld auszugeben. Und dazu lädt ja Klana zum Beispiel sehr ein.
Du kannst es heute alles haben und es aber über die nächsten Monate oder so abbezahlen. Und ich glaube, viele sind sich dann nicht bewusst, dass es ja auch monatliche Verbindlichkeiten dann immer wieder mit sich bringt über einen längeren Zeitraum, wenn man jetzt ganz, ganz viele Schulden dann anhäuft. Das ist eher keine gute Idee.
An dieser Stelle ein Disclaimer. Alle genannten Einschätzungen spiegeln persönliche Meinungen wider, untersetzen keine eigene Recherche oder professionelle Beratung. Den gesamten Disclaimer findest du auch nochmal in der Folgenbeschreibung.
[Nadja Grünert]
Das bringt mich wieder dazu, wie ich damals erzogen wurde. Wie gesagt, meine Eltern haben mich gelehrt, lebe nicht über deinen Verhältnissen, egal was es ist. Also beispielsweise, wenn ein neuer Fernseher oder irgendwie sowas angeschafft wurde, dann wurde halt wirklich gespart.
Oder wenn ein neues Auto angeschafft wurde, bis das Geld da war. Und es wäre natürlich ein Einfaches gewesen, das vorher schon möglich zu machen.
[Merlene]
Hast du einen Tipp für Disziplin an dieser Stelle? Weil das ist ja so ein großer Punkt von Sparen. Besonders, wenn man es immer im Blick hat sozusagen, wenn man viel darauf achtet.
Wenn man vielleicht gar nicht darauf achtet und es irgendwie auf einem Konto hat und es gar nicht so mitbekommt, dass es dahin geht. Da habe ich auf jeden Fall schon mal gehört, dass das irgendwie hilfreich ist. Aber wenn man sich sehr bewusst ist, dass ich einen gewissen Betrag spare und habe den sozusagen in meinem Sparschwein, das nicht zu brechen, vor seinem Sparziel da dranzugehen.
[Nadja Grünert]
Man muss natürlich immer das Warum im Hinterkopf haben. Wofür mache ich das? Also beispielsweise für die finanzielle Unabhängigkeit, weil ich plane, vielleicht mit 50 schon in Rente zu gehen.
Oder weil ich eben plane, vielleicht mir eine Immobilie zu kaufen. Oder weil ich plane, mich selbstständig zu machen. Das ist auch wieder sehr individuell, was man sich wünscht.
Aber das Warum, warum mache ich das überhaupt? Und wenn man sich das, finde ich, vergegenwärtigt, und das kann man sich ja auch vielleicht visualisieren, vielleicht hilft das einigen auch, was dadurch möglich ist. Und mir hilft es auch immer, das wirklich in ganz konkreten Zahlen zu benennen.
Also ich bin sowieso, dass ich irgendwie jeden Tag auch meine Konten checke. Ich weiß sehr genau, was reingeht und was rausgeht. Ich habe da einen Überblick drüber.
Aber ich weiß auch, und ich weiß auch, wofür ich das mache. Und schreibe mir dann auch runter, wenn ich dann irgendwie plane, in so und so vielen Jahren sollte das, so Gott will, so und so aussehen finanziell. Und das motiviert mich dann auch und gibt mir einen gewissen Drive, da dran zu bleiben.
[Merlene]
Hast du das Ziel, mit 50 in Rente zu gehen?
[Nadja Grünert]
Ehrlich gesagt nein, weil ich dafür jemand bin, der viel zu gerne... Also ich arbeite wirklich gerne. Und ich habe auch einen gewissen Drive, Dinge zu verändern.
Und es macht mir unglaublich Spaß. Und ich würde es mir so langweilig vorstellen, wenn ich gar nichts machen würde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es das bei mir gäbe, dass ich einfach gar nichts mache.
Also ich würde mir immer irgendwelche Projekte oder Aufgaben suchen, weil es gibt so viele spannende Dinge einfach da draußen.
[Merlene]
Gibt es aber finanzielle Ziele, die du teilen würdest?
[Nadja Grünert]
Die finanziellen, persönlichen Ziele, die ich jetzt selber habe? Ja, natürlich. Beispielsweise auch der Traum, vielleicht irgendwann mal eine eigene Immobilie am Meer angucken, was so möglich ist.
Genau die Unabhängigkeit, frei zu sein, gewisse Entscheidungen zu treffen. Und das ist auch bei jedem sehr, sehr individuell. Das ist für mich etwas, was mir Drive gibt und was mich motiviert.
[Merlene]
Dein Sohn ist vier, hast du gesagt. Was gibst du ihm mit auf den Weg?
[Nadja Grünert]
Viereinhalb, der wird im März schon fünf. Ich spreche mit ihm tatsächlich jetzt schon über Sparen. Er hat auch zwei Spartöpfe.
Ich zeige ihn beispielsweise auf, wenn er dann auch irgendwie sagt, Mama, ich möchte was aus meinem Spartopf haben, weil er sich irgendein Spielzeug kaufen möchte, das 500ste Auto oder die weiß ich nicht wievielte Actionfigur. Dann zeige ich ihm schon auf. Wenn du aber länger wartest und vielleicht weiter sparst, kannst du dir etwas Größeres kaufen.
Wir können das aber auch jetzt kaufen. Das ist dann deine Entscheidung. Ich lasse ihn aber auch jetzt schon Dinge bezahlen, dass er einen Zugang zum Wert hat und auch irgendwie jetzt schon lernt, dass man Dinge bezahlen muss.
Zeige ihm aber auch auf, dass bestimmte Dinge auch, dass man die nicht für selbstverständlich nehmen sollte, dass man dafür arbeiten muss. Ich glaube, das klappt eigentlich ganz gut.
[Merlene]
Im Kindesalter denkt man häufig eh so, Mama und Papa machen irgendwie alles. Das ist so eine magische Welt, wie alles so funktioniert. Alles ist ordentlich, es gibt immer Mittagessen oder so.
In vielen Haushalten ist es auf jeden Fall so. Dass man dann gar nicht so mitbekommt, Mama und Papa müssen aber auch arbeiten dafür, dass das alles ermöglicht ist. Das ist eine total faszinierende pädagogische Aufgabe.
[Nadja Grünert]
Ich persönlich kann da auch einfach nur für mich sagen, weil ich wollte ja eher so erzogen: sparen. Das ist eigentlich das, was wir so machen. Aber dieses Darüber hinaus, das hat mir so ein Stück weit gefehlt.
Das habe ich mir dann selbst angeeignet. Und ich sage mal so, auch mein Blickwinkel und die Erfahrung, die ich heute gemacht habe. Mein Sohn ist natürlich noch sehr klein.
Aber ich versuche, ihm das schon mitzugeben, dass er das versteht. Dass er auch, wenn er größer ist, versteht, dass man sich damit auseinandersetzen muss. Aber auch Thema Gleichberechtigung und solche Themen.
Ich versuche, ihm das schon nahezulegen. Und finanzielle Bildung, die fängt halt eben auch von klein auf an. Dadurch bekommt man eben auch eine gewisse Kernkompetenz mit.
Aber auch die Generation von morgen fühlt sich dadurch auch vielleicht besser vorbereitet. Kann dadurch eventuell unabhängiger interagieren. Deswegen, ja, sprecht mit euren Kindern über Finanzen.
Das ist wichtig.
[Merlene]
Was hältst du von dem Thema Sparplan für sein eigenes Kind anlegen?
[Nadja Grünert]
Ja, finde ich, ist ein guter Weg. Das mache ich durchaus auch für mein Kind.
[Merlene]
Sehr cool. Ein schönes Geschenk, glaube ich.
[Nadja Grünert]
Ja, also ich meine, warum denn nicht? Das ist ja wirklich eine tolle Sache. Und vielleicht dann zum 18.
Geburtstag oder wann auch immer. Durchaus eine schöne Sache, die man mitgeben kann.
[Merlene]
Ich finde, in Deutschland hat man das nicht so den Zwang dazu. In den USA gibt es ja diese superhohen Studienkosten, dass man immer so in den Filmen sieht, okay, die Eltern sparen schon ihr ganzes Leben lang für den College Fund des Kindes. Das hat man in Deutschland zum Glück ja auch nicht.
Also, dass man nicht diese hohen Studiengebühren hat. Aber trotzdem die Möglichkeit, ein Sparbuch für sein Kind anzulegen. Aus welchem Grund würdest du sagen, macht man das hier?
Ein Sparbuch oder ein Sparplan?
[Nadja Grünert]
Das sind ja 2 unterschiedliche Sachen.
[Merlene]
Erst mal den Unterschied und dann den Inhalt.
[Nadja Grünert]
Weil wir ja eben gerade über einen Sparplan jetzt gesprochen haben. Also beim Sparplan ist es ja, da kann man ja auch wirklich die großen ETFs durchaus nutzen, die bekannten ETFs. Und da halt wieder auch sich natürlich ausrechnen, wie sah der in den letzten Jahren die langfristige Rendite aus.
Und genau, hinterher den Output für sein Kind zu haben. Denn das ist, glaube ich, heutzutage eher das, was zumindest die Eltern, die ich kenne, für ihre Kinder machen, als ich noch klein war. Da war es damals tatsächlich auch das Sparbuch.
Und das Sparbuch ist einfach Geld aufs Sparkonto anlegen. Genau, man hat da ein Sparkonto, auf dem das Geld angelegt wird. Aber da muss man auch wieder für sich entscheiden, was ist für mich jetzt irgendwie da der richtige Weg oder für mein Kind.
Aber grundsätzlich, wenn man jetzt dieses Thema vorsorgen und auch für sein Kind vorsorgen, sage ich mal, betrachtet, ist das durchaus auch etwas, wo man drüber nachdenken sollte. Wenn auch gleich, ich sage, sollte man erst mal für sich selbst auch vorsorgen können, ehe man an andere denkt. Also das ist natürlich auch etwas.
Erst mal muss man für sich selbst Sorge tragen und auf sich selbst blicken, ehe man die anderen da im Blick hat.
[Merlene]
Die Sauerstoffmaske im Flugzeug. Ja, genau. Put your own mask on first and then you can take care of others.
[Nadja Grünert]
Ja, das ist da ganz genauso.
[Merlene]
Eine Sache, die wir noch nicht gemacht haben, ist, wir haben jetzt das Wort ETFs relativ oft verwendet. Was ist das überhaupt?
[Nadja Grünert]
Ein ETF ist ein Sammelsurium eines Aktienindexes. Also durch so einen ETF. Ein ETF bildet quasi einen Aktienindex und fehlt mehreren Firmenanteilen.
Deshalb sagt man halt auch, dass dadurch natürlich, kann man sich ja auch ausrechnen, bestimmte Risiken, sage ich mal, verminderter sind, als wenn man jetzt nur eine einzelne Aktie beispielsweise betrachtet. Deshalb machen das auch heutzutage relativ viele, dass sie dann eher den Fokus darauf setzen.
[Merlene]
Dann will ich das Thema Geld einmal abhaken. Ich finde es aber richtig gut, dass wir darüber gesprochen haben. Es ist so wichtig und wie gesagt, für viele irgendwie immer noch schwierig, sich damit zu beschäftigen.
Erst mal diesen Überblick zu bekommen und dann aber auch zu gucken, wie stelle ich mich für die Zukunft gut auf. Aber deswegen freue ich mich umso mehr, dass wir einen Workshop auch dazu machen. Ich freue mich auch.
Und wir haben noch Anissa Brinkhoff dabei, die Finanzjournalistin. Dann sprechen wir über die Themen Finanz in der ersten Lebenshälfte, wie lege ich richtig an, Finanz in der zweiten Lebenshälfte, was ist wichtig für die Altersvorsorge, auch wenn das noch so weit weg scheint, gerade wenn man gerade erst anfängt zu arbeiten oder noch im Studium ist. Aber es ist ja auch einfach so wichtig. Ich glaube, es kommt dann auch schneller, als man es sich erhofft.
Zum Thema Leadership in der Finanzwelt. Darauf würde ich ganz gerne nochmal zurückkommen, auf deine Leadership-Rolle. Du hast anfangs gesagt, du hast ganz unterschiedliche Aufgaben in Richtung Teams, in Richtung Vorstand, aber auch, was definiert für dich in deiner aktuellen Position Leadership?
Leadership im Projektmanagement – Kommunikation, Förderung & Verantwortung
[Nadja Grünert]
Kommunikation auf jeden Fall. Denn in meiner Rolle ist es unglaublich wichtig, zu kommunizieren. Nur indem ich mit den verschiedenen Teams oder auch in unserem C-Level kommuniziere, ist es überhaupt erst möglich, Projekte zum Laufen zu bringen, oder aber auch erfolgreich zu vollenden.
Und da ist einfach Kommunikation so wichtig, um überhaupt Leadership zu ermöglichen. Ja, ich würde sagen, das ist so mit einer der wichtigsten Fähigkeiten, die man mitbringen muss. Und zur Frage managst du selber auch Teams?
Nein, bei uns ist es quasi so, dass ich, man muss sich das vorstellen, ich bin eine Zweigstelle zwischen unserem C-Level als auch unserem Marketing-Department, in dem ich ansässig bin, und ich manage schon Teams. Also es können unterschiedliche Projekte sein, und da sind natürlich bestimmte Teams, die ich dann in dem Moment managen muss, wo ich sicherstellen muss, dass bestimmte Informationen richtig kommuniziert werden, dass Deadlines eingehalten werden. Also in dem Sinne eigentlich schon, aber das ist ja ganz klassisch beim Projekt Management, dass man immer mal wieder mit verschiedenen Teams zusammenarbeitet, je nachdem was für ein Projekt das ist.
[Merlene]
Was war die letzte Herausforderung, die du hattest?
[Nadja Grünert]
Die letzte Herausforderung war tatsächlich, ja, sag ich mal, auch sich darauf zu committen, wann welche Schritte als nächstes, sag ich mal, sinnvollerweise umgesetzt werden. Das ist natürlich auch, wenn, sag ich mal, viele Teams miteinander arbeiten müssen, hat jeder auch einen anderen Blickwinkel darauf, und das ist dann natürlich manchmal auch durchaus etwas, was auch ein bisschen länger dauert, bis man sich da zusammen findet, wir machen es jetzt so, aber in der Regel finden wir immer eine Lösung, und das macht dann auch Spaß.
[Merlene]
Und rückblickend, du hast gesagt, du bist sieben Jahre in dem Unternehmen, gab es einen Moment, an den du dich erinnerst, der besonders relevant war für deine Entwicklung inhouse?
[Nadja Grünert]
Ja, mein Chef, den ich zuletzt hatte, der war tatsächlich jemand, der mich sehr gefördert hat, der schnell meine Kernkompetenzen erkannt hat, und dafür bin ich ihm auch heute immer noch sehr, sehr dankbar, und der hat das auch auf die Wege gebracht, dass ich mich dorthin entwickeln konnte, wo ich heute bin, dafür bin ich ihm sehr dankbar.
[Merlene]
Ja, schön, also das höre ich auch von mehreren Leuten, die hier schon im Podcast zu Gast waren, dass so der Chef oder die vorgesetzte Person die Talente erkannt hat oder die Kompetenzen und dann sich auch dafür eingesetzt hat, dass sich das weiterentwickelt. Und das finde ich so wertvoll, und das auch, weil wir jetzt schon auch ein weiblicher Podcast sind, beziehungsweise es um weibliche Führungskräfte geht, aber natürlich auch um die Menschen, die einen im Leben begleiten. Es klang jetzt so, als war es ein Mann?
Ja, genau. Also ich finde, Gleichstellung ist immer ganz wichtig, dass man auch guckt, es ist nichts, was gegeneinander passiert, sondern es ist ein Miteinander, und es passiert auch schon so viel, und so viele Männer sind auch schon progressiv, sehen das vielleicht gar nicht so, und das wäre eigentlich das Wünschenswerteste, sozusagen, dass das Geschlecht nicht im Vordergrund steht, aber dass man sich da auch unterstützen kann, also dass auch männliche Chefs weibliche Mitarbeiterinnen unterstützen können, und weibliche Chefs männliche Mitarbeiter.
[Nadja Grünert]
Genau, auf beiden Seiten. Das sehe ich auch so, und nun genau, bei mir war es ein Mann, und das war ganz, ganz toll, weil er eben auch einfach eine gute Führungskraft ist und war, und das macht aber für mich generell eine Führungskraft aus, egal ob männlich oder weiblich, dass man, sage ich mal, die einzelnen Fähigkeiten, die einzelne Teammitglieder mitbringen, dass man die sieht und im besten Fall auch eben fördert, dass man quasi dahinter steht, dass einzelne Personen oder auch das gesamte Team wachsen, indem man sowas antreibt, und weil nur so, sage ich mal, das Ganze auch erfolgreich sein kann. Das heißt jetzt nicht, dass man, ja, dass man gegeneinander arbeiten sollte, sondern sich halt eben fördern sollte, und das ist sehr wichtig.
[Merlene]
Ich finde es immer wieder schön, wenn Unternehmen das richtig gut machen, weil häufig, glaube ich, unterschätzt wird, dass People Management wirklich auch People Management ist, und manchmal sieht man ja einfach, dass der traditionelle Weg irgendwie, es geht eher um Zeit und um eine bestimmte Aufgabe und gar nicht darum, dass es auch wirklich eine Kernkompetenz ist, mit Menschen umzugehen und Menschen führen zu können.
Ich finde es auch jedenfalls immer wieder schön zu sehen, wenn Unternehmen das richtig machen. Gibt es eine Sache, die du dir bei ihm abgeguckt hast?
[Nadja Grünert]
Was ich mir bei ihm angeguckt habe, ist, ich bin normalerweise ein sehr impulsiver Mensch, dass man bestimmten Dingen auch eher mit Gelassenheit begegnen muss und sollte. Das ist auf jeden Fall etwas, was ich mir bei ihm abgucken konnte, aber auch, er hat immer sichergestellt, dass man nicht nur als Arbeitskraft gesehen wurde, sondern auch, dass die Persönlichkeit, er hat beides gesehen, dass man eben beides sieht und beides spielt ja durchaus auch mit ein, wie man dann vielleicht arbeitet und er hat das dadurch meiner Meinung nach sehr, sehr gut hinbekommen. Alle im Team aber auch abzuholen und das war immer dadurch sehr angenehm, so zu arbeiten.
[Merlene]
Abschließend habe ich noch eine Frage, und zwar rückblickend auf dein Ich, das gerade aus der Schule kommt oder sich gerade damit beschäftigt, ach, jetzt habe ich das ganze Leben vor mir, was mache ich überhaupt? Hast du einen Tipp, den du ihm mit auf den Weg geben würdest?
[Nadja Grünert]
Habe keine Angst davor, Verantwortung zu übernehmen, habe auch keine Angst davor, dich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen, wo man auf den ersten Blick vielleicht auch denken würde, das könnte eine Nummer zu groß sein. Habe Mut und vertraue auf deine Kernkompetenzen, du schaffst das.
Letztendlich kochen doch alle nur mit heißem Wasser. Man sollte nicht zu sehr auf andere Sachen achten oder auf andere achten, sondern auf sich selbst und man braucht natürlich dafür auch ein gewisses Selbstvertrauen in sich selbst und ich bin mir auch darüber bewusst, weil diese Erfahrung, die bekommt man ja auch erst im Laufe der Jahre, es ist ja so wichtig, dass man eben all diese Schritte durchlebt, um das heute rückblickend sagen zu können, habe Vertrauen, aber es ist nicht so, dass man das Vertrauen ja eigentlich, man lernt es ja, indem man diese verschiedenen Lebensphasen durchlebt und man macht sich häufig um ganz viele Sachen Sorgen, über Probleme, die so niemals eintreffen.
Gelassenheit, ruhig ein bisschen entspannter sein, es wird sich alles fügen, alles wird gut.
[Merlene]
Das finde ich den perfekten Schluss. Ganz, ganz herzlichen Dank, Nadja, dass du heute da warst und mit mir über das Thema Führung und Geld gesprochen hast und ich freue mich auf den 31. Januar.
[Nadja Grünert]
Ich mich auch, sehr vielen Dank, es hat mir großen Spaß gemacht.
[Transkript Ende]
Your turn: Selbstvertrauen für Finanzen & Karriere?
Nadja Grünert macht deutlich, dass finanzielle Selbstbestimmung ein zentraler Bestandteil von Female Leadership ist. Wer Verantwortung übernimmt – im Job, in der Familie oder in Beziehungen – muss auch über Geld sprechen dürfen. Diese Folge zeigt, wie Wissen, Kommunikation und Mut langfristige Unabhängigkeit ermöglichen.
Hör hier die ganze Folge mit Nadja.




