Authentisches Personal Branding: Was wir von Dajana Eder über Female Leadership & Sichtbarkeit lernen können
- leadHER

- 12. Feb.
- 52 Min. Lesezeit
Tech-Gründerin Dajana Eder spricht über Personal Branding, Female Leadership, Glaubenssätze und echte Sichtbarkeit – inspirierend und ehrlich.
In dieser Podcastfolge spreche ich mit Dajana Eder, Tech-Gründerin, Personal-Branding-Expertin und eine der offensten Stimmen, wenn es um Female Leadership, mentale Gesundheit und Sichtbarkeit geht. Sie teilt ihre persönliche Reise – vom Aufbau eigener Communities bis hin zu den Herausforderungen einer schwangeren Selbstständigen. Gemeinsam tauchen wir ein in Themen wie Selbstzweifel, Identität, AI im Content‑Prozess und die Bedeutung authentischer Kommunikation. Ein Gespräch, das inspiriert, rüttelt und Mut macht.
Disclaimer: Dieses Transkript wurde mit KI erstellt. Es können Abweichungen zum Original-Audio vorkommen.

Hör jetzt das ganze Gespräch mit Dajana.
Dajana Eder über Personal Branding: Das gesamte Transkript
[Merlene]
Hi, ich bin Merlene und ich treffe mich jede Woche mit Frauen in Führungspositionen, um mit ihnen über ihren Karriereweg zu sprechen. Ziel ist es dabei, auch wenn wir heute noch nicht 50-50 auf Führungsebenen haben, den nächsten Generationen eine Vielfalt an Vorbildern zu bieten. Mein heutiger Gast ist Dajana Eder, Tech-Gründerin und Personal Branding Expertin, auf die ich besonders durch ihre offene Art aufmerksam geworden bin, öffentlich über den Verlust eines Kindes und ihre Herausforderungen als schwangere Selbstständige zu sprechen.
Heute gibt es keine Tabus. Dajana, wir haben uns kennengelernt oder das letzte Mal gesehen auf dem Female Leadership Dinner. Und seitdem abonniere ich dein Newsletter, wofür ich unfassbar dankbar bin, habe ich mich darauf gestoßen, wenn ich gemerkt habe, dass du sehr, sehr offen mit Themen umgehst, die viel zu oft hinter verschlossenen Türen bleiben.
Deswegen freue ich mich sehr, dich heute hier begrüßen zu dürfen. Dankeschön. Und du bist Expertin im Bereich Personal Branding und hast auch ein Unternehmen gegründet.
Der Karriereweg – Selbstständigkeit, Tech & Community-Building
[Dajana Eder]
Ich muss vielleicht ein Stück weit zurück in meine Vergangenheit. Ich habe mich ja sehr früh selbstständig gemacht, da war ich gerade so 22, 23. Also wirklich sehr, sehr früh, also damals noch in Österreich.
Und mein Thema war auch damals schon Online-Communication und Community, also alles rund um Brand-Building, wie kommuniziere ich Marken, wie baue ich Communities. Und über die Jahre hinweg sind verschiedenste Begrifflichkeiten dazugekommen, obwohl die Tätigkeitsfelder variiert haben. Und weil du jetzt gerade gefragt hattest wegen der letzten Gründung, also meine letzte Gründung war 2021 im Dezember.
Ich habe über Mendato gegründet. Das war ein, also ich muss jetzt kurz sagen, war, weil es pausiert im Moment, ein Netzwerk, also ein Female-Network für Gründerinnen und Investoren, wo man die Blockchain als Basis nutzt, um verschiedenste Prozesse zu automatisieren und auch sichtbar zu machen. Und gleichzeitig aber auch mit einem Educational Purpose, wo wir gesagt haben, so alles rund um Tech und Emerging Tech und Finance ist halt null divers.
Also da brauchen wir noch zig unterschiedlichste Activities und Initiativen, dass sich das wirklich vernünftig weiterentwickelt. Und genau deshalb war Education ein großer Purpose. Und Anfang des Jahres war dann aber so ein Moment, wo ich halt auch gemerkt habe, so ein Female-Network am Leben zu erhalten, bedarf nicht nur unglaublich viel Money, in Form von in den meisten Fällen Sponsorships, sondern es braucht auch wahnsinnig viel eigene Energie.
Und ich habe dann halt so auf die letzten Jahre geguckt und dachte mir so, 2023 war ich auf, ich glaube, über 40 Bühnen und ich in den unterschiedlichsten Städten. Und das halt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Und ich war einfach wahnsinnig müde.
Und ich habe halt auch gemerkt, so Female-Networks verlangen ja auch immer ein Stück weit Commitment. Und das bekommt man halt auch nicht. Und heute denke ich mir auch so, weil es auch gar nicht so sinnvoll ist.
Weil am Ende, ich möchte ja nicht nur Teil eines Netzwerks sein, sondern von mehreren Netzwerken und das fordert Ressourcen. Und die Ressourcen muss man erst mal haben, wo ich halt jetzt wirklich überlege, was sind so die Next Steps? Und gerade so ein Podcast, den kann ich mir ganz gut, da bin ich ja auch Teil einer Community, den kann ich mir unterwegs anhören.
Und ich muss jetzt als Person erst mal nicht so viel liefern. Und das waren halt so die Hauptgründe, warum ich da pausiert habe. Aber dementsprechend dann halt wieder das Thema Personal Branding aufgenommen habe, weil das hatte ich 2019.
Da kam dieser Begriff wieder auf. Davor hat man ja immer von Marke Ich gesprochen und da war das nicht so cool.
[Merlene]
Das habe ich auch tatsächlich noch nie gehört. Vielleicht Ich ergeht schon mal, aber Marke Ich tatsächlich noch nie.
[Dajana Eder]
Genau, das war so dieser ganz alte, ursprüngliche Begriff, über den man gesprochen hat. Wenn man so in Marketing-Klasse ist, über die Marke Ich gesprochen hat. Eigentlich komme ich mir gerade ziemlich Boomer und Old vor, aber genau.
Und dann hatte ich eben aufgrund dessen wieder mehr Zeit und habe mir gesagt, okay, ich habe jetzt seit 2019 dieses Buchkonzept da drin, also in meiner imaginären Schublade. Ich ziehe das jetzt wieder raus und ich gucke jetzt einfach, wie ich dieses Buch schreiben möchte, mit wem ich es schreiben möchte und habe mich dann im Endeffekt entschieden, das im Eigenverlag rauszubringen aus so vielen Gründen. Also können wir später vielleicht nochmal drüber reden.
Für mich war dann halt einfach das Thema Verlagsarbeit etwas, was total im Widerspruch steht mit dem, wofür ich eigentlich stehe. Ich habe halt gerade, was so das Verlagswesen anbelangt, halt einfach das große Thema, dass es wenig inklusiv ist. Du hast so schlechte Zugänge zu Verlagen und die Hierarchien und die Machtdynamiken widersprechen halt einfach komplett dem, wofür ich eigentlich stehe.
Und selbst in den Gesprächen, die ich geführt habe, dachte ich mir manchmal so, es ist so krass, wieso bin ich jetzt eigentlich die Bildstellerin, wenn ich mit einer Idee komme, sag doch einfach, gefällt mir oder gefällt mir nicht. Ganz einfach, aber immer diese Machtdynamiken zu spüren, da war ich dann so, nee, sorry, I'm out.
[Merlene]
Wie bringt man ein Buch im Eigenverlag raus? Das ist ja so viel Arbeit.
[Dajana Eder]
Also klar, du kannst einen eigenen Verlag gründen und das wirklich alles penibelst machen. Ich habe mich für eine Variante entschieden, die, darf ich jetzt Marken nennen, also das ist über Amazon, die bieten eine wahnsinnig gute Möglichkeit an, einerseits Bücher zu gestalten, aber dann auch die Bücher zu vertreiben. Und wie ich finde, zu einem fairen Verhältnis, das ist auch prozentual, was sich Amazon beibehält, was man selbst dann ausbezahlt bekommt an Tantieme.
Und halt natürlich, ich wollte nicht, dass da jetzt, keine Ahnung, 10.000 Bücher produziert werden und im Endeffekt 4.000 verkauft werden oder 5.000. Und natürlich hast du durch einen Verlag eine ganz andere, ich sage jetzt mal Marketing- und PR-Maschinerie, die im Hintergrund läuft und das Buch zusätzlich promotet über deine Community hinaus. Aber nichtsdestotrotz fand ich dann halt diese Lösung, ich sage jetzt mal, nachhaltiger unter Anführungsstrichen und für mich sinnvoller.
[Merlene]
Du hast das Buch über Personal Branding geschrieben. Was ist Personal Branding?
[Dajana Eder]
Also was ist Personal Branding? Ganz viele würden annehmen, es ist maximale Reichweite erreichen. Für mich hat Personal Branding einen ganz anderen Ursprung und eine ganz andere Aussage, nämlich das, wofür du wirklich stehst.
Und das sollte etwas sein, das nicht erschütterbar ist durch jegliche Veränderung in deinem Leben und hat am Ende des Tages nichts mit Reichweite zu tun und auch nichts damit zu tun, welchen Sellout du betreibst. Ich sehe zum Beispiel jetzt gerade, es ist ein Riesenthema, also Personal Branding in Zeiten von AI, wenn jeder Text so klingt wie der andere, weil du genau ablesen kannst, also für mich als, ich sage jetzt mal, AI Pro, ist das halt wirklich, ich sehe Texte auf LinkedIn und denke mir so, mein Gott, das ist halt so schlecht. Und ich denke mir halt oft so, wenn du eine unglaublich langweilige Message hast und ein langweiliger Mensch bist, bitte nagele ich mich auf diese Aussage nicht fest, aber dann kann AI da auch nicht wundervoll bringen.
Und AI ist immer nur so gut wie dein Input. Und ich finde auch so, diese ganzen Copycats auf gerade LinkedIn, du liest einen Text oder einen Artikel oder einen Post und irgendwie, du likest ihn und in den nächsten fünf Minuten wiederholt er sich dreimal, ohne dass irgendetwas Wertvolles dazugekommen wäre. Und das passiert halt natürlich, ich meine, man spricht ja auch davon, dass AI in den letzten vor allem zwei Jahren, wo so eine breite Masse, also vor allem jetzt auch spezifisch Chat-GPT, wo so eine breite Masse Zugang bekommen hat zu Chat-GPT, etwas verblödet ist.
Weil die AI gelernt hat, die Fragen, die ich gestellt bekomme, sind zu simpel. Ich muss gar nicht irgendwie eloquent darauf antworten. Und genau.
[Merlene]
Interessant. Ich finde, darüber denke ich in letzter Zeit häufiger nach, tatsächlich auch, weil ich mich manchmal frage, ob ich die einzige Person bin, die keinen Bock hat auf diese Texte. Weil man sieht es, also man liest es, diese sehr strukturierten, mit ganz vielen Emojis, ganz vielen Absätzen und dann inhaltlich meistens sehr flach und auch nicht so, dass es Spaß macht zu lesen.
Nicht, dass man das Gefühl hat, es ist jetzt mit Witz oder Intelligenz geschrieben. Und ich habe manchmal das Problem, weil ich mir denke, okay, Chat-GPT ist eine Möglichkeit, meine Texte besser zu machen. Dass ich meine Texte reinfütter und dann geht die Persönlichkeit total verloren und dann brauche ich durch diesen Prozess eigentlich länger, da habe ich den gegenteiligen Nutzen eigentlich.
[Dajana Eder]
Aber deshalb liest du jetzt ja meinen Newsletter. Stimmt. Ich hatte nämlich, also das ist um und auf.
Chat-GPT und sämtliche andere AI-Tools leben von dem Kontext, den du bietest. Und ganz viele Leute machen nicht diese extra zwei bis fünf Zeilen, die es tatsächlich braucht, damit Chat-GPT von dir lernt und deine Sprache beibehält. Denn was das sonst macht, und das ist ja auch total logisch, die Mehrheit der Menschen verwendet die AI oder Chat-GPT mit einem, also auch so diese hochgestochene Sprache.
Ich meine, so spricht doch niemand. Und schreiben tut so auch niemand, was da an Text rauskommt. Wenn du immer denkst, Digga, lass das doch weg.
Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich spreche auch mit meinem Chat-GPT ganz klar. Ich sage auch so, Digga, lass weg. Oder lass das Blabla weg.
Auch damit da andere Impulse gesetzt werden. Und ich diskutiere wirklich bis zum Abwinken über Doppelpunkt. Weil das ist natürlich auch etwas, was, wenn da niemand danach fragt, dann kann da auch nichts Feministisches bei rumkommen und nichts Inklusives bei rumkommen.
Und deshalb, also ein ganz wichtiges Thema ist halt immer, wenn du zum Beispiel deinen Text hast, einen vernünftigen Kontext herzustellen, zu sagen, so ist für diese Zielgruppe, für diesen Verwendungszweck, halte meine Sprache bei, kein schnöseliges Blabla. Einfach damit Chat-GPT weiß, okay, ich soll den Text gar nicht verändern, sondern lektorieren oder gegebenenfalls auf Rechtschreibfehler prüfen. Also da wirklich, je konkreter du wirst, desto besser der Output.
Und desto besser ist halt auch dein Output, mit dem du dann halt auch arbeiten kannst. Für mich auch immer ein ganz wichtiger Aspekt, das, was am Ende rauskommt, ist nicht das final Ergebnis. Du musst dann halt trotzdem noch einmal drüber lesen, gucken, ist das jetzt noch meine Sprache.
Mir hilft das zum Beispiel. Also für mich war Chat-GPT die Erlösung schlechthin. Als Person mit ADHS, ich tue mir so schwer, meine Gedanken zu sortieren.
Ich hoffe, dass jede Person, die jetzt hier zuhört, auch nicht von meinem Gedankensprung überfordert ist. Aber in meinem Kopf finden gleichzeitig so viele Gespräche statt. Auch jetzt, wenn ich mit dir spreche, ich mir denke so, das, das, das und das möchte ich noch anbringen.
Chat-GPT verwenden zu lernen, hat mir geholfen, meine Gedanken zu strukturieren. Und dadurch auch so oft, ich sage jetzt mal, diese Angst vor dem weißen Blatt Papier. Ich habe jetzt keine Angst davor.
Ich kann nur nicht sagen, ich nehme jetzt diesen Gedanken, weil der ist jetzt wichtiger als die anderen 25, die ich dazu habe. Und dann halt, ich schreibe ja wirklich in Deutsch und in Englisch. Alles immer in Kleinschreibung.
Teilweise sind es einzelne Wörter, teilweise sind es Absätze, die ich mir in die Notizen geschrieben habe. Dann packe ich das alles zusammen, kopiere das in einen Block rein und sage dann exakt, was ich haben möchte. Und das, was ich dann meistens rausbekomme, ist der erste Leitfaden, um überhaupt für Menschen verständlich, also mein Buch wäre ja nie so geworden, hätte ich Chat-GPT nicht gehabt, um diese Gedanken überhaupt in, ich sage jetzt mal, Kapitel zu strukturieren und dann in Unterkategorien.
Weil das hätte ich aus meinem, also meiner Mental-Kapazität nicht geschafft.
[Merlene]
Du hast gerade Kapitel gesagt. Jetzt haben wir über Content gesprochen, über LinkedIn-Content, was für Content man schreibt. Was gehört noch zu Personal Branding dazu?
[Dajana Eder]
Also mein Buch ist ja in drei große Teile aufgeteilt und ein wichtiger Teil aus meiner Arbeit heraus. Ich hatte eine Ausbildung zur systemischen Coach gemacht, weil ich verstanden habe, dass die meisten Personen, die zu mir kommen, so starke und so präsente, limitierende Glaubenssätze und innere Antreiber haben, dass die oft gar nicht sichtbar sein können. Weil wenn du halt gelernt hast, als Frau angepasst und leise zu sein, dann kannst du dir noch die buntesten Dinge überlegen und dann wirst du es, es wird dir nicht helfen, weil du wirst dich nicht in dieser Rolle wiederfinden und schon gar nicht wohlfühlen.
Und ich habe die absurdesten Dinge von Frauen gehört, also ich arbeite überwiegend mit Frauen, die gesagt haben, so ich bin jetzt zu alt dafür, mir hört niemand mehr zu oder ich muss jetzt nochmal 10 Kilo abnehmen, damit ich attraktiver bin. Und das kam halt hauptsächlich von Frauen, die so 40 plus waren. Und dann hatte ich das so drüber nachgedacht, ich mir so, ja klar, ihr seid ja genau in dieser Generation sozialisiert worden, wo Alter und Körper eine ganz große Rolle gespielt haben.
Und wenn das denn in Verbindung gebracht wird mit Relevanz, dann hast du natürlich ein Problem. Und deshalb ist das zum Beispiel ein ganz großes Thema, auch immer wieder so in sich reinzuhören und zu gucken, was hält mich denn gerade zurück und gleichzeitig, was treibt mich denn an? Weil viele Frauen sind so perfektionsgetrieben und dann gleichzeitig wollen sie es allen recht machen.
Und dann kommen noch andere Antreiber dazu, wie zu sagen, das muss besser sein, das muss perfekter sein, das muss allen gefallen, ich darf damit nicht anecken. Und deshalb ist das auch nochmal ein ganz großer Aspekt im Aufbau der Personal Brand, um dann im nächsten Schritt halt sagen zu können, okay, jetzt kann ich in die Sichtbarkeit gehen, jetzt fühle ich mich mit mir wohl, ich fühle mich mit meiner Message wohl. Und deshalb neben dem tatsächlichen Inhalt und deiner Message, deiner Personal Brand, ist das auch natürlich deine Persönlichkeitsstruktur.
[Merlene]
Interessant. Also das Erste, was ich sehr interessant finde, ist, dass du sagst, dass viele Frauen sich eher ja quasi verstecken und so mit Glaubenssätzen zu kämpfen haben, mit denen sie ihr ganzes Leben vielleicht aufgewachsen sind. Ich komme gerade aus einem Workshop, wo es auch um Positionierung ging.
Der war speziell für Gründerinnen und da gab es ein Pitch-Training. Und das war super. Der Workshop war vom Empower-Her-Network und davor auch von Caps & Collars.
Shout-out an dieser Stelle, so ein wunderbarer Workshop, richtig toll organisiert. Und bei diesem Pitch-Training habe ich gemerkt, weil es dann sehr viel darum ging, um Außenwirkungen. Du musst eigentlich Raum einnehmen und artikulieren, sehr präzise und gestikulieren.
Und ich habe dann gemerkt, eigentlich versuche ich oder habe ich bisher immer versucht, während ich präsentiert habe, mich zu verstecken, was total kontraproduktiv ist, weil du ja versuchst, eine Message rüberzubringen. Aber das war für mich eine richtig große Erkenntnis. Und im Nachhinein habe ich auch mit einigen darüber gesprochen, die meinten, ja, aber es wird uns ja auch so beigebracht, nicht so viel Raum einzunehmen.
Und das ist für mich auch mit diesem Podcast oder mit unserer Mission generell, auch mehr jungen Frauen Selbstbewusstsein mit auf den Weg zu geben, um sich auch mit Führungsrollen zu identifizieren. Das ist ein ganz großes Learning für mich persönlich, dass ich merke, mit wie vielen Glaubenssätzen und mit was für einem Selbstbild ich teilweise aufräumen muss oder Bilder, die mir suggeriert wurden, wie Frauen zu sein haben, sei es vom Aussehen, vom Alter, so alles drumherum.
[Dajana Eder]
Ich würde dazu nochmal kurz einhaken. Also ich finde eine Sache total wichtig, in all den Trainings, die wir machen. Das ist ja auch so etwas, wo du über deine Grenzen erstmal rausgehst, um dich neu zu erfahren und neu zu entdecken.
Und das ist ein super wichtiges Momentum, um überhaupt zu sehen, wo stehe ich und womit fühle ich mich wohl. Was ich da immer in den Kontext mit reinbringen möchte, ist zum Beispiel, wir haben Leitbilder. Und für mich zum Beispiel, also gerade so Bühnenpräsenz, war Tony Robbins immer etwas oder jemand, wo ich mir dachte, der Dude ist crazy.
Also mit so einer Energie dazustehen. Und ich dachte ganz am Anfang, genau so muss ich ja auch auf der Bühne stehen. Das Problem ist aber, dann haben wir Leitbilder, oft auch männliche Leitbilder, die etwas vorleben und gerade in Führungsrollen sehen wir das ja so oft, die nicht alle mitdenken.
Weil nicht jede Person muss laut sein. Nicht jede Person muss outgoing sein, um ein gutes Team leiten zu können. Nicht jede Person muss laut sein, um einen Podcast zu machen.
Den kann man auch leise machen. Du kannst halt wirklich, also auch da dann ganz genau für dich, und auch das ist ja auch in dem Buch so ein Thema, such dir bitte das aus, womit du dich wohlfühlst. Wie zum Beispiel für mich ist es gerade der Newsletter, weil ich gerade mit der Schwangerschaft für mich feststelle, ich sehe mich auf Bildern und denke mir so, Mondgesicht.
Weil ich halt einfach, selbst nach all den Jahren, wo ich an meinem Selbstbild arbeite, ich merke das, was ich gelernt habe, sitzt teilweise so tief, dass ich mich dann trotz alledem nicht ganz so wohlfühle. Und dann halt auch zu sagen, okay, wie kommuniziere ich im Moment gerne? Ich könnte jetzt nicht ganz viele Podcasts aufnehmen, weil so irgendwann ist mir die Luft knapp.
Und irgendwann habe ich vielleicht auch ein Baby, das dann Aufmerksamkeit bedarf. Und dann hat man wieder so Rundum-Geräusche und wenig Zeit. Aber zum Beispiel der Newsletter ist etwas, das ist für mich jetzt so mein Blank Canvas, mit dem ich mich ausleben kann.
Und auch nach solchen Trainings, und das wollte ich eigentlich sagen, immer wieder auch zu hinterfragen, ich habe jetzt gelernt, Raum einzunehmen, durch Stimme, durch Sprache, wie ich gestikuliere, wie ich agiere, wie ich in einen Raum schreite, trete, auftrete. Und dann trotzdem wieder zu sagen, bin ich das? Weil ich finde, gerade in so Diskussionen rund um Investment-Networks, ich hatte meine größte Diskussion vor zwei Jahren mit einem Investor, der gesagt hat, mich interessieren Frauenteams nicht, weil die sind nicht aggressiv.
Und dann habe ich zu ihm gesagt, dann hast du die Welt nicht verstanden. Weil das, wofür ich stehe, ist genau all diese Gender-Stereotypen aufzubrechen, weil wir sie nicht mehr brauchen. Und das nicht nur damit Frauen Präsenz haben, sondern damit alle Präsenz haben, jenseits jeglicher Geschlechterrollen.
Weil ich einfach finde, eine Aggression in einem Pitch kommt zum Punkt. Da kann ich noch sagen, so unterschreibe ich. Also wirklich lernen, auf den Punkt zu kommen und deinen Pitch ordentlich zu formulieren.
Aber ob du den flüsterst, ob du den schreist, ob du den vortanzt, ist dir überlassen. Und wir müssen mittlerweile in einer Zeit leben, wo wir all diese verschiedenen Perspektiven auch wirklich zulassen.
[Merlene]
Wenn du bis hierhin gehört hast und dich unser Gespräch bewegt, könntest du uns enorm helfen, mehr Sichtbarkeit für Liedhörer zu schaffen, indem du diesen Podcast abonnierst, bewertest oder kommentierst. Danke und jetzt geht's weiter.
Interessant, das auch so zu werten mit Aggressivität, weil ich bin ein aggressiver Pitch, ich weiß nicht, ob mir das jetzt so gefallen würde, um ehrlich zu sein. Also schade, dass er das auch so gesagt hat. Aber das ist tatsächlich auch was, was ich für mich rausgefunden habe, gerade bei dem Workshop, als es darum ging, mein Mission Statement zu finden bzw.
meine Werte und die Werte, die ich transportieren möchte und die Ziele, die ich erreichen möchte. Und das war ganz interessant, weil man könnte jetzt denken, okay, meine Mission ist, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen. Aber das ist es noch nicht wirklich, sondern mein Ziel ist eigentlich Gerechtigkeit.
Ich habe einen ganz, ganz starken Sinn für Gerechtigkeit. Und ich finde es ganz schlimm, wenn man Leute ausgrenzt oder ungerecht behandelt oder bewertet oder abwertet. Und mein eigentliches Ziel ist, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.
Gar nicht so sehr dieses Frauenthema nur, sondern Gerechtigkeit und auch in der Hinsicht, dass Frauen mehr Sichtbarkeit in Führungsrollen bekommen müssen. Aber das geht einher mit dem Aufbrechen von Genderrollen generell auch. Und das wird eine Herausforderung für dieses Jahr, der wir uns noch stellen, wie man Gleichstellung zu einem gesellschaftlichen Thema machen kann und nicht zu einem Frauenthema.
Und meine Frage wäre jetzt, okay, wenn ich mich damit befasst habe, wer ich denke, wer ich bin und das Gefühl habe, ich habe es für mich gefunden, was mache ich dann im Personal Branding? Wenn wir es in drei Schritten quasi...
[Dajana Eder]
Der Blueprint, der nie passiert ist.
[Merlene]
Genau. Personal Branding ist einfach so ein großer Überbegriff und es ist auch so ein Buzzword mittlerweile und man weiß gar nicht so richtig, was dahinter steckt. Heißt es mein Content, den ich produziere?
Ist es mein Ruf? Ist es, wie ich mich nach außen präsentiere? Habe ich überhaupt eine Personal Brand oder muss ich eine gestalten?
Ich glaube, darüber gibt es noch sehr viele Fragen. Ich hoffe, dass ich mir mit den Experten einfach mal anfangen kann.
[Dajana Eder]
Also ich würde sagen, dass es in drei Schritten super schwierig wird, weil alles das, was du genannt hast, ist natürlich Teil deiner Personal Brand. Für mich, aus meiner persönlichen Definition und auch rückblickend die letzten Jahre oder die letzten zehn Jahre, wo ich auch viel in der Öffentlichkeit stand, war meine Personal Brand und ist es ja nach wie vor das, was Menschen assoziieren, wenn sie meinen Namen hören. Und das ist jetzt nicht per se ein Produkt, das ist jetzt nicht per se eine Gründung.
Das kommt auch nochmal irgendwie so im zweiten, dritten Schritt, sondern wofür steht diese Person? Was ist wirklich deren Message? Und wenn du deine Message gefunden hast, so wie du es halt sagst, bei mir ist es auch als Thema, ich möchte einfach, dass Menschen selbe Möglichkeiten haben und nicht von Geschlecht über Hautfarbe, über Background, soziale Herkunft, Language, also just name it, unterschiedlich behandelt werden.
Und wir sehen aber relativ schnell, ich meine gerade jetzt, wo politisch so heiß diskutiert wird, was so in den nächsten zwei Monaten passiert, wie schnell Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen und Unterschiede ziehen. Und wo ich dann denke, das ist ein absoluter Wahnsinn, habe ich mit meiner Arbeit überhaupt etwas erreicht, weil dann siehst du direkt, wer alles nicht mitgedacht wird. Und deshalb, das ist das, wofür ich stehe.
Also ich stehe halt einfach dafür, dass ich in jeder Situation auf jeden Fall versuchen werde, für die eine Seite einzustehen, die da vielleicht unterrepräsentiert ist. Und dann kommen wir gerne zu dem Thema Content und Inhalt. Wenn du jetzt beispielsweise auch AI verwendest, um Content zu kreieren, dann bekommst du ganz schön viel Müll.
Tolle Vorschläge, teilweise aber super viel Müll. Der Buzz über sämtliche Social Media Plattformen ist so immens, dass er mich teilweise zu Tode langweilt. Weil du halt von Hooks bis hin zu so wird dein Reel viral, dein Post viral, es ist halt einfach alles same, same, same.
Eine Hook, finde ich halt auch so, wird heute so viel interpretiert. Natürlich ist es wichtig, dass du den Leuten die Möglichkeit gibst, wenn die dein Content-Piece sehen in den ersten Sekunden, dass sie entscheiden können, ist das was für mich oder ist das nicht für mich. Aber den Inhalt, mit dem du das befüllst, das muss ja wieder deine Handschrift tragen.
Weil sonst ist es halt einfach Content und ziemlich inhaltslos. Und vielleicht auch dazu in Bezug auf Content. Also all die Inhalte, die du auf welcher Plattform auch immer produzierst.
Ich versuche mir immer die Frage zu stellen, was ist das? Also ist es jetzt inspirierend? Ist es etwas mit educational purpose?
Ist es informierend zu einem Thema? Einfach damit Menschen, die dieses Content-Piece konsumieren, ein Reward für ihre Zeit haben. Weil ich kann ihnen die Zeit nie wieder zurückgeben.
Und ich frage mich, würden sich ein paar der Content-Creator exakt dieselbe Frage stellen, wie viel Lebenszeit sie eigentlich Menschen nehmen mit inhaltslosen Content-Pieces? Dann, what are we talking about? Also klar, natürlich können jetzt Content-Pieces auch lustig sein oder einfach entertaining.
Aber trotz alledem, erfüllt es irgendeinen dieser Zwecke?
[Merlene]
Diesen Content, den du gerade angesprochen hast, gibt es ja sehr viel, dieses Get Rich Quick. I wish. Du musst nur das machen und dann kriegst du 5000 Follower sofort oder noch mehr.
Mach nur das und dann gehst du viral. Und ich hinterfrage gerade so ein bisschen, ob das das Ziel ist. Beziehungsweise, was ich in der Vorbereitung auf diesem Podcast gemerkt habe mit der Auseinandersetzung zum Thema Personal Branding, ist, dass ich ganz, ganz viele solche Videos oder Beiträge kenne, aber die Person dahinter zum Beispiel eigentlich gar nicht.
Wohingegen ich ein, zwei Personen kenne, mit denen ich etwas ganz Spezifisches identifiziere, die aber vielleicht auch nicht das größte Following haben oder nicht von Anfang an.
[Dajana Eder]
Du bist so speziell mit all dem, was du mitbringst. Und so unique. Und wenn du deine Message gefunden hast und deine Stimme und das, was du wirklich mit deiner Außenwirkung in dieser Welt verändern willst, und davon brauchen wir viele Menschen, die wirklich verändern wollen und nicht nur mitschwimmen wollen, dann hast du natürlich das Thema, dann bist du nicht for everybody.
Also auch so diese Reels, die dir halt sagen, okay, du musst die und die und die Steps machen und dann hast du, keine Ahnung, so und so viel Content, so und so viele Follower, die du erreichst. Und ich gucke mir gerne die Person dahinter an und dann denke ich mir, so interesting, das ist genau das einzige Reel, das viral gegangen ist. Aber warum?
Weil ja auch Menschen oft so einfach gestrickt sind. Die wollen halt diese drei Steps haben. Und dann in dem Moment, wo es dann darum geht, dass sie das Reel produzieren, was ihnen da jetzt einfach an Steps, und dann stehen die da und sagen so, okay, ich kann ja meine Message gar nicht da so rein verpacken.
Und ich erwische mich ja auch dabei, wenn ich jetzt zum Beispiel ein Video produziere, ich filme und fotografiere gerne, wenn ich das produziere und dann sehe ich so, boah, okay, es hat jetzt 1000 Leute erreicht. Weil es halt total dem widerspricht, es ist zu langsam, es ist nicht so schnelllebig, es hat nicht diese Hooks, es hat nicht die schnellen Cuts, es hat kein Trending-Audio. Weil das sind alles Dinge, die mich, also wenn ich nochmal diesen Messi-Song höre, das ist halt Weihnachten, glaube ich, ich überspringe die Videos nur noch, weil ich, oh, ganz schlimm.
Aber dann ist dieses Video auch nicht für jede Person. Und die Personen, die aber dann wiederum damit interagieren, sind ja die Menschen, die dich wirklich auf deiner Reise begleiten. Und auch das ist im Personal Branding so ein ganz wichtiges Thema.
Natürlich sprechen wir von Marke Ich, aber es geht ja nicht darum zu sagen, so Ich, Ich, Ich, Ich, sondern es geht darum, eine Community aufzubauen, die deine Vision teilt. Und das können einfach aus ganz vielen Gründen nur ausgewählte Menschen sein. Weil wer kann sich mit mir identifizieren?
Rein vom Look, wer kann sich mit dir identifizieren? Wie viele Menschen habe ich in den letzten Wochen und Monaten, wo es auch viel jetzt um das Thema Schwangerschaft und auch Mutterschaft gegangen ist, verloren? Weil die gesagt haben, Mutter sein ist gerade gar nicht mein Thema.
Das muss ich genauso akzeptieren. Und dann verändert sich da auch wieder was. Und ich finde, wir haben uns diese wahnsinnig ungesunde Währung der Viralität angeeignet.
Was helfen dir denn 1000 Likes, wenn jemand einfach nur toll findet, wie du gerade aussiehst und deine Message total ignoriert? Oder weil sie dich gerade super witzig fanden, aber eigentlich ist denen egal, was du wirklich in dieser Welt bewegen möchtest. Und deshalb auch immer ganz klar zu sagen, und das ist mir halt auch so wichtig, bei all den wahnsinnig tollen Ideen, die die Menschen in meinem Umfeld haben, die Frauen haben, was sie verändern wollen, stick with it and it's not for everybody.
Das ist ungefähr so wie von Schönheitsidealen, von denen wir uns loslösen müssen. Müssen wir uns wirklich davon loslösen, zu sagen, nur 1000 Likes haben einen Wert oder sind wertvoll. Wenn diese 1000 Likes, und das muss man sich ja auch dann angucken, wer liked denn, wer kommentiert?
Ich ärgere mich immer am meisten, wenn ich irgendeinen Kommentar zu aussehen bekomme. Dann denke ich mir so, ich habe totally failed. Wenn nur eine Person mich auf Optik reduziert, für mich ist das immer so ein Trigger, dann denke ich mir so, ich möchte nicht attraktiv für dich sein.
Das ist zum Glück weniger geworden, aber ich sag jetzt mal vor 5 Jahren, wo ich auch noch ganz viel in Automotive gearbeitet habe, wie viele Männer haben mir Kommentare hinterlassen, so du bist zu sexy. Unangenehm. Professionell.
Und da bin ich halt wirklich so, das kam ja aus allen möglichen, selbst von Leuten, mit denen ich gearbeitet habe, auch Menschen, die in den Machtdynamiken weit über mir standen. Dann dachte ich mir so, wenn du es bis heute nicht geschafft hast, mich wegen meinem Mindset, meinem Kopf, meinem Know-how, don't do it about my body. Hoffe ich, dass ich jetzt die eine Frage erzähle.
[Merlene]
Sehr ausschweifend. Vollkommen gut, mir ist gerade noch was eingefallen. Ich habe es auch gerade vergessen.
[Dajana Eder]
Du meintest ja auch, dass du Menschen folgst, die erst mal gar nicht so viele Follower haben.
[Merlene]
Ach so, genau. Und was ich sehr genieße bei leadher gerade, ist der aktive Austausch mit den Followern, die wir haben. Weil es sind nicht viele.
Auf Instagram haben wir etwas über 200 Follower und auf LinkedIn zwischen 500 und 600. Aber die Follower, die wir haben, sind sehr aktiv. Und auch sehr aktiv im Austausch mit mir.
Und auf meinem persönlichen Instagram-Profil habe ich z.B. jetzt eigentlich schon wesentlich mehr Follower. Ich bin auch kein Influencer. Aber da ist es z.B. eigentlich gegenteilig. Die habe ich bekommen, als ich in Lüneburg noch studiert habe. Mit einem ganz anderen Thema damals, was ich geteilt habe. Und auch noch mit einer ganz anderen Ambition dahinter, möglichst viele Follower zu bekommen, die dann mit meinem Content irgendwie interagieren.
Aber mittlerweile sind die halt so ein bisschen Karteileichen. Das Engagement ist halt nicht so, wie es auf dem leadher-Kanal ist. Und das, muss ich sagen, genieße ich gerade sehr.
Auch wenn es nicht die Viralität hat, da einen ehrlichen Austausch mit einzelnen Frauen zu haben, der sehr bestärkend, authentisch und ehrlich ist. Das finde ich voll schön.
[Dajana Eder]
Und dann aber auch, das mal wirklich runterzubrechen und zu sagen, das sind ja dann 200 Menschen, die dir ja nicht ohne Grund folgen. Das ist ja schon mal eine Menge. Steck dich in einen Raum.
Versuch dich hier reinzustellen. Und stell dir vor, du stellst jetzt nur die rein, die regelmäßig mit dir interagieren. Und das vergessen wir manchmal.
Ich bin ja nicht frei davon. Ich würde mir auch wünschen, dass wenn ich ganz viel Energie und Kreativität in ein Video stecke, dass sich da viele Menschen daran erfreuen. Würde ich mir wünschen.
Hat aber sehr viel mit Algorithmus zu tun. Und im Endeffekt, wer sind denn die Menschen, die hinterlassen ein Like? Und die interessiert es auch nicht, was eigentlich meine Story dahinter ist.
Und deshalb ist es halt auch so, ich meine, du kennst ja auch, wenn wir jetzt nur Instagram angucken, Instagram hatte so die unterschiedlichsten Zyklen. Wir verwenden alle dieselben Filter. Plötzlich waren alle Bilder super blaustichig.
Dann waren sie super lila. Jetzt sind sie so goldbräunlich. Und dann hatten wir die Zeiten der Facetune-Apps, die sich glücklicherweise wieder ein bisschen zurückentwickelt.
Aber du merkst halt einfach so, daran Outstanding zu sein, während man Trends folgen möchte, das geht irgendwie nicht klar. Also es geht nicht miteinander einher. Und es gibt halt einfach diese Profile, wo ich mir denke, da ist jedes Bild ein Selfie.
Nach wie vor. Ich finde das halt so super weird, weil ich mir halt auch denke, ich will ja nicht immer nur die Person sehen. Klar braucht man auch mal Bilder zu der Person.
Und auch, damit man besser assoziieren kann. Aber ich will ja auch sehen, was die Person sieht. Ich will sehen, warum jetzt kein Messi-Bild für diese Person eine Auswirkung hat.
Oder wo inspiriert sich die Person? Was macht die? Deshalb auch so Themen.
Ich empfehle immer, zeig das aus deinem Alltag, was du zeigen möchtest. Auch auf gar keinen Fall zu viel. Aber zeig das, damit Menschen verstehen, wer du bist.
Und dass deine Message nicht nur Blabla ist. Und nicht nur irgendein Trendthema. Sondern warum ist dir Gleichberechtigung so wichtig?
Und ich merke halt auch jetzt so im Umkehrschluss, wo jetzt ganz viele Leute plötzlich checken, dass ich einen schwarzen Partner habe. Und dass wir halt ein Black Baby erwarten. Dass das ja nochmal einen ganz anderen Antrieb hat.
Als jetzt zu sagen, es ist ganz wichtig, dass jetzt ganz viele unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Hautfarben da sind. Da könnte ich dir jetzt mit Chat-GPT den Superslogan rausballern. Aber ob man mir das dann halt glaubt oder nicht, sieht man ja auch durch das, was ich halt im Alltag tue.
Und deshalb Reichweite erstmal. Viralität ist kippet. Aber sich wieder darauf zu besinnen, so wen will ich denn erreichen?
Und ich meine, wir kennen alle die Negativbeispiele, wo du mit etwas viral gehst, weil es plötzlich in Gruppen geteilt wird, gegen die du eigentlich agierst. Und plötzlich hast du nur Hate-Kommentare. Und ich muss sagen, ich hatte das zum Glück nur ein einziges Mal.
Aber auch damit, ich kann das nicht so gut. Ich konnte meinem Gehirn dann nicht sagen, das sind unwichtige Kommentare. Weil ich am liebsten mit jeder Person diskutiert hätte, um dann wiederum festzustellen, es bringt ja eigentlich auch gar nichts.
[Merlene]
Hat eigentlich jeder eine Personal Brand?
[Dajana Eder]
Nö, und ich glaube, dass es vielleicht auch gar nicht für jede Person wichtig ist, eine öffentlich wirksame Personal Brand zu haben. Aber ich glaube, dass ein gereifter Mensch auf jeden Fall immer etwas mitbringt, wofür die Person steht. Und wenn wir an ältere Menschen denken, die für die Personal Branding erstmal hinfällig sind, ich kenne wahnsinnig viele Menschen, die definitiv für etwas stehen und das bereichernd ist und man das auch mitnehmen kann für die eigene Entwicklung.
[Merlene]
Gibt es etwas, was du mir mit auf den Weg geben würdest, um meine Personal Brand aufzubauen?
[Dajana Eder]
Also das eine ist, wirklich erstmal in Ministeps zu starten. Personal Branding Coaches, gerade jetzt auch so auf Social Media, sei es Instagram, LinkedIn, verkaufen dir immer das ultimative Konzept für maximale Reichweite. Und jemand, der über 4-5 Jahre regelmäßig auf LinkedIn postet, mit Hirn und Verstand, wird auf Dauer, und wenn das auch alles stimmige Posts sind, natürlich eine Reichweite aufbauen.
Was dazu führt, dass im Umkehrschluss ich jetzt gerade auf LinkedIn so viele Menschen sehe, die sich plötzlich als Personal Branding Experts bezeichnen, einfach weil sie es geschafft haben, über einen langen Zeitraum unbewusst eine Brand aufzubauen und jetzt sagen, jetzt habe ich eine Reichweite, jetzt kann ich das, das, das, das. Das sind ja die meisten nicht. Sondern da wirklich zu sagen, was sind denn die kleinen Steps, die du Schritt für Schritt zu deiner Personal Brand hinsetzen und entwickeln kannst.
Und da ist es für mich unumgänglich zu wissen, wer bist du und wofür stehst du? Und was sind deine Tools, mit denen du arbeiten möchtest? Weil zum Beispiel Gary Vaynerchuk war ja eine der Personen, der gesagt hat, ist egal, wie dein Content-Piece ist, hau raus, hau raus, 5 Minuten schlecht recorded, hau raus.
Dann würde ich heute ganz klar sagen, so an jedem widerspreche ich, weil das macht einfach nur Social Media voll mit Müll. Nicht alles hat wirklich so einen Inhaltsgehalt, dass es wertvoll ist im Austausch gegen Lebenszeit. Also dass man dann halt eher sagt, was ist dir denn jetzt wichtig?
Jetzt hast du zum Beispiel deinen Podcast, da kann ich mich mit Menschen unterhalten. Wie kann ich denn den Podcast weiterentwickeln, damit der noch mehr Menschen erreicht oder vor allem die richtigen Leute erreicht. Wie kann ich die Qualität verbessern, weil wir alle starten irgendwo.
Und für eine Personal Brand brauchst du erstmal dein Smartphone. Du brauchst keinen Computer, du brauchst keine Kameraausrüstung, du brauchst gar nichts, du brauchst ein Smartphone, damit kannst du recorden, Video, Audio, just name it. Du kannst Fotos machen, du kannst deine Texte schreiben.
Also erstmal startest du damit. Irgendwann habe ich dann ein Studio, das ich mir leisten kann, um aufzunehmen. Kann sein, muss aber nicht.
Du kannst erstmal klein starten, auch um dich zu entwickeln. Und dann halt auch zu gucken, eine Personal Brand ist immer etwas, das passiert im Austausch mit der Community. Weil am Ende des Tages arbeiten wir mit Menschen und Menschen sind nicht predictable.
Du kannst halt nicht vorhersagen, so und so wird das sein. Also I wish, dass das funktionieren wird, weil dann würde ich glaube ich auch nur noch Inhalte produzieren, die auch wirklich nur all die Leute erreichen. Kann funktionieren, muss aber nicht.
Und dass du da dann halt eher sagst, wo hab ich denn jetzt gerade ein gutes Feedback. Wollen die Leute wirklich ein Video zum Podcast sehen? In welcher Qualität muss das sein?
Welche Inhalte haben ihnen gefallen? Gefallen ihnen besser Interview-Podcasts oder gefallen ihnen besser Podcasts, die man halt nur mit Inhalten füllt? Oder ein Mix aus dem Ganzen.
Wollen die einmal in der Woche, wollen die zweimal in der Woche oder wollen wir die zweimal im Monat? Also stick with it. Eher so zu sehen, dass du dir maximale Agilität beibehältst, in der du halt eine Reaktionsfähigkeit hast.
Weil wenn du beispielsweise, es macht total sense zu sagen, du hast jetzt einen Redaktionsplan, um einfach mal zu gucken, was ist denn jetzt so mein Fahrplan für die nächsten drei bis sechs Wochen. Aber dass der noch flexibel genug ist, um auf Weltgeschehnisse zu reagieren. Und so baust du dir halt wirklich Schritt für Schritt deine Personal Brand auf.
Und das würde ich auch so als kleinen Tipp mitgeben. Also wirklich auch zu gucken, wie schafft man es dann am Ende, trotz alledem möglichst agil zu bleiben und reaktionsfähig zu sein und auch selbst in Aktion treten zu können.
[Merlene]
Du hast gerade vorhin schon erzählt, dass deine Personal Brand sehr stark mit dem Unternehmen verlinkt war, das jetzt pausiert quasi gerade. Da würde ich aber ganz gerne nochmal drauf eingehen, wie du dazu gekommen bist, weil es ist tatsächlich ein Thema, womit ich mich überhaupt nicht auskenne, so gar nicht. Das hat dich aber so zum Thema Personal Branding gebracht, richtig?
[Dajana Eder]
Nee, also Personal Branding kam halt eher so, weil der Begriff plötzlich da war. Also das war eher so dieser Übergang von Marke ich. Weil das, was ich in meinem Job bisher immer gemacht habe als Beraterin, war Communities aufzubauen, Brand Building.
Und das ist im Grunde Personal Branding, wenn du es auf eine Person runterbrichst. Also was ist die eigene Brand und welche Community ist so. Als ich Wom3n.dao gegründet habe, hat man mich sehr, sehr stark damit in Verbindung gebracht, dass ich halt dafür stehe, Emerging Tech als Überbegriff, also es ist halt so Zukunft unserer Technologie.
Um den Begriff einfach mal zu erklären, das umfasst relativ vieles. Ein großes Thema ist halt aktuell AI in allen Belangen. Und ich muss aber sagen, ich hatte durchaus Schwierigkeiten damit, weil eine Sache, die passiert ist und die ich einfach nicht mehr aufhalten konnte, und das war wie ein Lauffeuer, war mich nur noch einzuladen, damit ich über Diversity in Tech spreche.
Und ich war dann irgendwann so, ich habe doch auch unendlich Knowledge über das, was diese Technologie eigentlich ist. Plus den Benefit, dass ich aus einem diversen Blickwinkel darauf gucken kann und sagen kann, es geht ja nicht nur am Ende des Tages darum, wenn du jetzt auch sagst, ich habe dann gar nicht so viel Know-how, wo hätten denn auch die Berührungspunkte stattfinden sollen. Und dafür fehlt den meisten Tech-Giganten einfach auch der Blick und gleichzeitig, und das ist ja auch ein ganz großes Thema, wie wir sozialisiert sind, verändert einfach maßgeblich, wie wir Inhalte konsumieren.
Während sich gerade so 2020, 2021, Männer wahnsinnig angesprochen gefühlt haben, ich bleibe jetzt nicht in einem binären System, Männer wahnsinnig angesprochen gefühlt haben, von dem ganzen Thema NFTs, waren Frauen eher so, boah nee, das ist total shady. Warum? Weil sie natürlich recht hatten.
Dieser Investment-Fokus, der einem da verkauft wurde, dieser Investment-Fokus, der einem da verkauft wurde, ist maximaler Bullshit. Die Technologie hinter NFTs, die zu verstehen, zu wissen, ach krass, ein NFT könnte irgendwann mein Passport, meine sämtlichen Dokumente ersetzen. Was ist die Blockchain und wieso ist es so wichtig, dass gewisse Transparenzen da sind und gleichzeitig, warum ist es so wichtig, dass die unfälschbar sind und warum ist etwas auf der Blockchain, das da einmal geprägt wurde, deshalb sagt man ja auch, es wurde geprägt, wieso ist dieser Datensatz nicht mehr veränderbar?
Das ist wirklich die wichtige Message dahinter. Und wenn du nie einen Zugang zu technologischen Themen hattest Und wenn du nie einen Zugang zu technologischen Themen hattest und dir bis ins Jahr 2025 Menschen erklären, dass Frauen nicht gut investieren können und es deshalb besser lassen sollten, ist es ein kompletter Schwachsinn. Es ist erstens gegenteilig.
Und eines meiner Lieblingsbeispiele ist, ich habe das Internet gelöscht, weil viele Frauen nicht gelernt haben, Ängste abzubauen. weil viele Frauen nicht gelernt haben, Ängste abzubauen. Weil im Endeffekt, du kannst nichts kaputt machen, du kannst nichts löschen, es kann eigentlich nichts passieren.
Natürlich können Dinge passieren und man kann abgezogen werden, wenn man nicht vorsichtig ist, etc. Aber wir haben es nicht spielerisch gelernt, diese Ängste abzulegen. Aber wir haben es nicht spielerisch gelernt, diese Ängste abzulegen.
Und dadurch war 2020, 2021, das war plötzlich so eine Pro-Culture. Und da dachte ich mir, da muss ich etwas dagegen tun. Und als ich angefangen habe, mit Wom3n.dao auf Bühnen zu stehen und Frauen-Technologie nahe zu bringen, zu erklären, warum das wichtig ist.
Ich habe in ganz viele Gesichter geguckt, wo ich direkt wusste, in deinem Alltag hat diese Information Zero Relevanz. in deinem Alltag hat diese Information Zero Relevanz. Und das ist so wichtig, auch das immer wieder gegenüberzustellen.
Heute würde ich sagen, ich würde jedes Projekt unterstützen, das mit Kindern arbeitet, weil da passiert das am meisten an Prägung. das mit Kindern arbeitet, weil da passiert das am meisten an Prägung. Aber wenn ich heute mit einer Mutter spreche, deren Realität einfach eine ganz andere ist, geschweige denn jetzt, wo ich in der Situation bin, Elterngeldanträge zu stellen und man denkt, was dafür?
Weiß ich natürlich, dass dieses Elterngeld auch niemals reicht, um da in diesem großen Stil mitzuspielen. Und wenn wir auch einfache Finance-Themen besprechen, ist das ja genauso. Du kommst einfach, um diese Budgets zu haben, dass du überhaupt Investitionen tätigen kannst.
Da müssen wir ganz andere Lücken schließen. Und deshalb war für mich auch das Thema, ich kann nicht nur für Diversity stehen, weil Menschen machen es sich einfach, die setzen sich auf die Bühne. Du bist dann die Person, die über Diversity spricht, aber es interessiert halt niemanden.
Und das war auch der Grund, warum ich das so zurücktreten musste, weil ich mir dachte, wenn mein Know-how nicht ausreicht, und das ist ja auch immer so dieses Thema, man setzt halt eine Person hin, keine Ahnung, jetzt bin ich halt eine Frau, aber ich bin halt einfach weiß, ich bin nicht behindert, optisch bringe ich nichts mit, das zusätzlich noch für Diversity spricht. Das ist der einfachste Einstieg und somit, ach, wir lassen sie jetzt erstmal reden. Und irgendwann war ich halt auch an dem Punkt, wo ich dann gesagt habe, okay, aber wir sprechen hier über Emerging Tech, aber wir sprechen nicht mit Menschen, die blind sind, die taub sind, wir sprechen nicht mit Menschen, die im Rollstuhl sitzen, die Gadgets gar nicht bedienen können, wir sprechen nicht mit Menschen, die vielleicht sprachliche Barrieren haben und schon gar nicht sprechen wir mit den Menschen, die erstmalig sich das gar nicht leisten können, weil sie nicht mal wissen, wie sie an dem Tag essen werden. Und deshalb, ich fand das war irgendwann so pathetisch.
[Merlene]
Interessante Beobachtung, dass das Thema Diversity eigentlich im Mittelpunkt gestellt wird, an einem Punkt, wo du es eigentlich gar nicht möchtest. Interessanterweise war ich auch vor ein paar Jahren, als ich das erste Mal Diversity Speaker gesehen habe, dachte ich mir so, das möchte ich nicht machen, weil Diversity soll kein Hauptfokus sein, sondern es soll Mitläufer sein. Ich finde, wenn man das bespricht, ist es auch immer ganz wichtig, dass man Lösungen bespricht.
Wie kann man da herangehen, wo kann man dran arbeiten und in die Aktion geht und nicht immer nur aufmerksam auf etwas macht. Und was ich richtig cool finde in diesem Jahr, weil Diversity ja sehr häufig wie ein Abstellgleis ist, das ist ein Thema, da haben wir einen Speaker für dieses Thema. Was findet statt?
Dann sind da häufig nur Frauen im Publikum, wo man sich so denkt, es heißt Diversität. Es hat auch mit der gesamten Gesellschaft was zu tun und nicht nur mit Frauen. Das finde ich cool an der diesjährigen OMR, wenn es so umgesetzt wird, dass die 50-50-Stage abgeschafft wird.
[Dajana Eder]
Ich weiß nicht, ich habe jedes Jahr ein Hate-Kommentar dazu abgelassen.
[Merlene]
Das war ja genau das. Da waren nur Frauen bei diesem Event und das war ein gesondertes Event, was sich dem Thema Gleichberechtigung gewidmet hat, ironischerweise. Aber die Hauptstages waren sehr divers.
Dieses Jahr soll es aber gesamtheitlich diverser werden und dafür werden keine Extra-Themen aufgemacht, was ich richtig cool finde.
[Dajana Eder]
Aber es hilft ja auch nichts. Das Ding ist, in dem Moment, ich habe auch im letzten Jahr versucht zu vermeiden, dass irgendwo in meinen Titeln oder in den Speaking Topics, die Headliner, dass da bloß nichts mit Diversity steht und auch nichts mit Frauen steht. Weil ich gesagt habe, einerseits kommen eh nur die Frauen, die den Pain eh schon spüren, aber nicht die, die es verändern können.
Das war auch für mich ein Thema, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das ist eine totale Diversity-Feministische-Inklusionsklatsche, weil ich in fast jedem Kapitel richtig krass mit unseren Denkmustern aufräume und auch wirklich versuche, Menschen vor den Kopf zu stoßen, damit sie im Leseprozess, und das haben ja Männer ganz häufig wiedergespiegelt, als Feedback oder Kritik zum Buch, dass die gesagt haben, krass, ich habe gar nicht damit gerechnet, dass sie so viel über Feminismus lernen und über Privilegien.
Aber das müssen wir erst mal verstehen. Ich weiß noch, als die 50-50-Stage aufkam, war ich so, ich verstehe zwar, wo ihr hinwollt, aber es ist halt so falsch, weil die Menschen, die da zuhören, sind halt nicht die Menschen, die meistens die Entscheidungen und Veränderungen bringen im Unternehmen. Und letztes Jahr, das hieß irgendwie, irgendwas mit Gründungen und mit African Background und super inspirierend, also es war so ein tolles Panel.
Und dann guckst du ins Publikum und dann war halt natürlich die POC und Black Community stärker vertreten, weil die sich davon angesprochen haben, aber dann haben ja sogar schon wieder die weißen Frauen weitestgehend gefilmt. Und das fand ich dann halt so schade, wo ich mir halt dachte, genau die Themen gehören aber auf die Main Stages. Es geht ja nicht nur darum, dass ich jetzt mein Multi-Million-Dollar-Business da gegründet habe.
Und ich fand auch mega gut, dass Kim Kardashian Headliner war, weil damit hatten wir wirklich mal eine Frau als Headliner für die OMR. Und dementsprechend, unabhängig davon, was ich von ihr als Person halte, fand ich das Statement schon mal ganz gut. Aber die Menschen, die dann halt wiederum Reichweite bekommen haben, bekommen die Reichweite aufgrund gewisser Zahlen. Und das ist ja auch wieder, davon lerne ich ja nicht mehr.
Ich lerne doch nur von den Menschen, deren Wege so anders waren als meine. Weil wenn da eine Kim Kardashian sitzt und sagt, you have to do what you like and find a product that you're missing. Ja, danke.
Also ist natürlich wichtig, danke für den Reminder. Aber hat es mich inspiriert? Habe ich davon gelernt?
Nee, natürlich nicht, weil wir wissen halt auch alle, wie ein Konstrukt, Struktur Kim Kardashian funktioniert und dass es nicht nur eine Person ist. Deshalb bin ich da echt dankbar für. Ich wusste das noch gar nicht.
Aber das ist ein guter Hinweis. Ich hoffe, dass das wirklich erstmals so umgesetzt wird, dass auch Menschen, die eigentlich gar nicht so viel Reichweite haben, aber wahnsinnig inspirierende Themen haben, die auf Bühnen sind und zu Menschen sprechen, die Entscheidungen treffen.
[Merlene]
Ja, mal schauen. Vor zwei Jahren war da auch Serena Williams. Und ich habe mich so auf sie gefreut.
Und ich war so perplex danach. Das flachste Gespräch. Ja, warst du auch da?
[Dajana Eder]
Ich habe es nicht zur Gänze gehört, aber ich habe einige der Fragen gehört. Und eine Freundin von mir, Alexandra.
[Merlene]
Wenn man Business-Kleidung für Frauen googelt, dann findet man gar nichts. Vielleicht entwirf doch mal eine Kollektion dafür. Und sie hat einfach einen Fund.
Millioneninvestment. Und das hat sie aufgebaut, während sie eine der besten, wenn nicht die beste Tennisspielerin der Welt geworden ist. Nebenbei hat sie das gemacht.
[Dajana Eder]
Das ist so aufregend. Und mit weniger Budget. Sie werden ja so viel schlechter bezahlt, Tennisspielerin.
[Merlene]
Und es ist so beeindruckend. Und ich hätte gerne mehr darüber erfahren, über die Investments, über die Startups, die unterstützt werden und so weiter. Und auch wie sie daran geht, an ihre Geschäftswelt oder ihr Imperium, das sie ja auch aufgebaut hat.
Und diese Fragen waren wirklich so schlecht. Wenn es sich davon weg bewegt, Frauen auf ihre Ehemänner zu reduzieren oder auf frauenassoziierte Themen wie Kleidung oder Kinder. Sie war zu dem Zeitpunkt zum Beispiel auch schwanger.
Darüber wurde dann viel gesprochen. Dann bin ich auf jeden Fall schon dankbar, wenn sich ein bisschen mehr auf den Inhalt fokussiert wird. Und so was hat diese Person zu diesem Thema zu sagen, statt was hat dieser Mann oder diese Frau gerade zu sagen.
[Dajana Eder]
Und das ist ja auch so ein wichtiger Aspekt. Ich meine, wenn wir schon das Thema Kleidung aufmachen, dann gibt es bei ihr halt einfach, die hat ja Geschichte geschrieben, wie sie Tenniskleidung verändert hat und was plötzlich am Field erlaubt wurde und wie Regeln angepasst wurden und wie sehr sie dem Ganzen sich widersetzt hat und gesagt hat, das muss alles irgendwann mal überdacht und überarbeitet werden. Und auch solche Dinge.
Das ist ja auch so spannend, wenn du solche Menschen vor dir hast. Wieso stellst du nicht die relevanten Fragen? In der Zeit, in der sie erfolgreich geworden ist, war sie, ich will es jetzt nicht darauf reduzieren, aber erst mal eine schwarze Tennisspielerin, die halt einfach alle überholt hat.
Sie hatte ja gar keine Wahl. Sie hat ja sowieso schon erst mal mit all dem Aussehen angeeckt und so viel Diskurs auf den Platz gebracht. Und da gibt es ja so viele Fragen, die man ihr stellen kann, von denen wir alle profitieren können.
Aber ich glaube, das ist halt auch so ein Stück weit die Kunst des Fragestellens an sich, dass halt einfach viele auch einfach langweilige Fragen stellen. Und Alex, meine Freundin, die hatte sich halt so sehr drauf beworben, die wollte unbedingt dieses Interview führen. Und als wir danach gesprochen hatten, und sie meinte dann so, I had amazing questions for her and they are asking her about her husband.
Weil wenn du halt auch dann keine inspirierende Person zum Interview ihr gegenüber stellst, dann kommt da halt auch nichts dabei rum. Und da können wir einen Kreis wieder schließen mit JTPT. Wahrscheinlich hatte die Person sich gedacht, so okay, fragen die ich Serena Williams stellen kann.
Und dann kamen halt die Fragen, weil primär werden Frauen erst mal über ihre Ehemänner definiert und dann über die Schwangerschaft und dann über das und mach doch mal eine Business-Kollektion. Ja genau, nee, wir haben genug Fashion eigentlich.
[Merlene]
Ich würde glaube ich für die Gesamtheit, einmal kurz, weil wir gerade kurz drüber gesprochen hatten, was ist ein NFT und was ist eine Blockchain? Kurz zusammengefasst, einfach damit wir alle abholen mit diesen Begrifflichkeiten.
[Dajana Eder]
Also ich würde folgendes empfehlen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich mit diesen Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen. Es ist aber gar nicht relevant, weil wir heute auch nicht wissen, was genau das Internet ist.
Und trotzdem können wir alle E-Mails schreiben und Instagram verwenden und LinkedIn. Und diese Begrifflichkeiten beschreiben tatsächlich die komplett trockene Technologie dahinter. Und Blockchain erst mal, also ich möchte da gar nicht so sehr in die Tiefe gehen, weil das Ding ist halt auch so, man beschäftigt sich mit Themen, die man dann im Alltag nicht umsetzen kann.
Ich finde es wesentlich spannender und das würde ich gerne den Personen, die den Podcast hören, mitgeben, zu sagen, das versuche ich ja auch immer allen beizubringen. Du hast jetzt diese Begriffe gehört, setz dich an Chat-GPT ran. Sag Chat-GPT, erklär mir, du bist jetzt Person XYZ, du übernimmst jetzt folgende Funktion.
Ich habe folgende Begriffe gehört, ich bin Person XYZ. Ich habe diese Qualifikationen oder das ist mein Alltag. Und jetzt sag mir, welchen Einfluss wird die Blockchain oder NFTs oder Cryptocurrencies oder was auch immer auf mich haben und gehe in den Austausch.
Weil die Antworten, die dann kommen, sind so viel hilfreicher und so viel ausschlaggebender, als wenn ich jetzt erklären würde, dass Blockchain ein dezentrales Netzwerk ist, das über Reviews und Notes gesteuert wird. Weil dann denkt sich jeder so, what the heck. Also was bedeutet in dem Sinne jetzt dezentral, was bedeutet zentral, was sind Notes, was ist das, was ist jenes.
Also deshalb eher für jede Person, die irgendwie was Neues lernen möchte, nutzt die Technologie, die Chat-GPT dir kostenlos zur Verfügung stellt, indem du dich mit in den Kontext bringst, um ein neues Thema zu erfahren. Ich habe heute meinem Partner, der muss einen Steuerausgleich machen, jetzt habe ich ihm eine App empfohlen, die mit AI arbeitet, meinte ich so, okay, bevor du mir jetzt nochmal 10.000 Fragen stellst, weil ich weiß es auch nicht, ich bin keine Steuerberaterin. Also ich mache meine Steuern seit 15 Jahren immer mit der Hilfe von einer beratenden Person.
Und dann meinte ich so, erklär Chat-GPT, was ist erstmal dein Job, also womit verdienst du Geld, welche App nutzt du, damit kann Chat-GPT auch Research betreiben, was brauchst du erstmal, was musst du erstmal vorbereiten, dass du nicht jedes Mal aufstehen musst, um irgendwelche neuen Unterlagen heranzuholen. Und dann frag direkt, was in deinem Job relevante Ausgaben sind, die du halt denn mit, also schon vorbereiten kannst und Belege, die du dann halt mit einreichen kannst. Und dann irgendwie so nach einer halben Stunde, wo ich nichts von ihm gehört habe, war der dann so, I learned so much today, that's crazy, I did not expect it, I didn't see it coming.
Und dann war der so begeistert davon, dass er das halt gelernt hat. Dafür ist Technologie da. Und das versuche ich ja auch immer wieder im Newsletter, wenn ich da so meine Tipps mitgebe.
Also ich gebe ja, wie zum Beispiel im letzten Newsletter hatte ich ja das Thema Skin-Routine verbessert mit Chat-GPT. Da geht es mir zero darum, dass du deine Skin-Routine aufbesserst. Es geht mir da drum, dass du einen Impuls bekommst, der outside the box erst mal stattfindet.
Weil, wenn man sich dann denkt, krass, ich kann jetzt meine Produkte auflisten und dann Chat-GPT sagen, du bist jetzt mein Beauty-Expert, ich habe die und die Haut, ich habe die und die Ansprüche, ich bin so und so alt, ich möchte das und jenes erreichen und jetzt mache mir da eine optimale Skin-Routine draus. Das ist halt der Side-Benefit. Aber das, was ich zeigen möchte, ist, Technologie ist da, um genutzt zu werden.
Nicht, um irgendwelchen LinkedIn-Posts zu schreiben oder deine E-Mails zu schreiben. Das kann man schon auch machen. Aber erst mal das Verständnis dafür zu entwickeln, dass du deinen Alltag durch AI simplifizieren kannst, dass du Schritte überspringen kannst, dass es dich halt einfach, ich will jetzt nicht in diesem Produktivitätskosmos und Leistungskosmos sprechen, aber es macht dich produktiver, weil es dir Aufgaben abnimmt und jemand, weil du dann halt irgendwann verstehst, okay, gut, das sind meine unliebsamen Aufgaben, die gebe ich jetzt ab, anstatt jetzt zu verlernen, wie du vollständige Sätze schreibst.
[Merlene]
Tatsächlich eine Sache, für die ich letztens nachts Chat-GPT genutzt habe in einem Anfall von Prokrastination, muss man dazu sagen, war, wie kommt Muttermilch in die Brust? Und es war so gut, dass ich mit Chat-GPT darüber unterhalten konnte, weil ich so viele Fragen stellen konnte und Nachfragen stellen konnte, die dann auf mich zugekommen sind oder die dadurch entstanden sind, was das Thema Blut angeht und wie Stoffe durch die Blutbahn transportiert werden. Und ich war wirklich immer so, wie kommt das da rein?
Wo kommt das jetzt plötzlich her? Okay, das ist irgendwie weibliche Anatomie, habe ich das auch, obwohl ich keine Kinder habe? Es war um ehrlich zu sein sehr schön, so ganz schamlos meine Fragen stellen zu können und auch sehr hilfreich.
Persönliche Wendepunkte – Glaubenssätze, Sichtbarkeit & Schwangerschaft
[Dajana Eder]
Dazu gibt es einen ganz wichtigen Hinweis. Ich habe aufgehört, Schwangerschaftssymptome zu googeln, weil dann möchtest du eigentlich direkt ins Krankenhaus, weil du glaubst, alles ist vorbei, sondern Chat-GPT zu fragen für alles, was ich hatte. Ich habe erstmal Chat-GPT gefragt, aber auch tausende Erklärungen.
Ich habe gegoogelt zu Tests und Untersuchungen, die man in der Schwangerschaft macht, die werden dir von den GynäkologInnen immer nur so oberflächlich erklärt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich es verstanden hatte. Dann habe ich den Test gemacht, bin nach Hause und habe Chat-GPT gefragt, was dieser Test eigentlich überhaupt aussagt.
Ich habe es nicht verstanden. Ich gehöre ja schon zu den Menschen, ich spreche Deutsch, ich konnte ganz gute Fragen stellen. Trotzdem konnte mir meine Gynäkologin das nicht erklären, wie Chat-GPT mir das in 2 Absätzen erklärt hat.
Dazu ein ganz wichtiger Hinweis. Man hat Tests gemacht, wo Menschen Fragen stellen durften. In der einen Kontrollgruppe haben ÄrztInnen geantwortet, in der anderen hat Chat-GPT geantwortet.
Wirklich massiv mehrheitlich haben die Menschen, die Antworten von Chat-GPT bekommen haben, wesentlich positiver aufgenommen und konnten davon wesentlich mehr mitnehmen, als die Menschen, die Antworten von ÄrztInnen bekommen haben. Auch da wurde ganz viel Empathie eintrainiert. Chat-GPT, das merke ich auch bei so Schwangerschaftsfragen, sagt erst mal beruhigt es dich, indem es Punkte aufführt, warum was wie sein kann und das auch immer sehr kurz und einfach erklärt, ohne ewig über Fachbegriffe stolpern zu müssen.
Und dann sagt es ganz am Ende, falls aber das und das und das ist, dann sprich erst mal mit deiner Ärztin. Aber erst mal beruhigt es dich, wenn du beispielsweise Google verwendest und dann in einem Forum landest, hast du ja erst alles Negative. Gelernt hast du erst mal gar nichts, weil du erst mal ganz viel Meinung hörst.
Du hast dann halt super den krassen Stress und auch da wurde AI oder vor allem jetzt Chat-GPT auch wirklich dahingehend trainiert, empathisch auf sämtliche Fragen zu antworten und das mittlerweile auf einem Niveau, dass es wesentlich besser angenommen wird, als wenn man mit ÄrztInnen spricht.
[Merlene]
Ich habe auch durch Chat-GPT eins dieser Themen für mich ein bisschen aufgearbeitet und war am Ende fast ein bisschen erschrocken, wie wenig mein Arzt mir erklärt hat und wie viel ich dann online dazu gelernt habe. Es geht um das Thema PCOS. Wir haben vorhin so ein bisschen über die Schwangerschaft gesprochen und das wurde halt bei mir diagnostiziert und das ist überhaupt nichts Schlimmes.
Es hat ein Achtel aller Frauen, ein Siebtel bis ein Achtel, also echt viele Frauen. Das führt dazu, dass man super selten seine Tage bekommt und das beeinflusst zum Beispiel Themen wie gut kann ich schwanger werden oder so und beide Ärzte, die mir das über mein Leben diagnostiziert haben, hatten halt als einzige Hilfe für mich so dann musst du die Pille nehmen und das ist halt eine Symptombekämpfung sozusagen, die aber überhaupt nicht an die Ursache des Problems geht und auch wenn du das dann wenn du ein Kind davon schaffst und das dann absetzt, dann ist das Problem noch nicht weg und das kann auch mit ganz vielen Sachen einhergehen wie Diabetes. Mir wurde nichts davon erklärt und das fand ich dann schon krass, online nachzulesen, aber was auch richtig positiv war, war, dass ich eine Lösung mitbekommen habe, die mir einfach schon in die Richtung Ursachenbekämpfung helfen könnten oder konnten auch schon, wo ich mir so dachte, oh wow, es gibt was, weil es wurde mir nicht erklärt von meinem Arzt und auch wenn man recherchiert, es gibt nichts also man kann, man findet nicht so schnell eine Lösung und das hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt.
Du bist auch die erste Schwangere, die wir hier haben, was sehr besonderes und was mich sehr beeindruckt hat an deinem Newsletter war die Offenheit, mit der du über dieses Thema kommunizierst. Was hat dich dazu inspiriert?
[Dajana Eder]
Also wir lernen halt nur voneinander, wenn wir uns ehrlich zeigen, weil das habe ich in den letzten Wochen und Monaten sehr häufig erfahren, dass Menschen mich sehen oder wahrnehmen oder bewerten über das, was sie halt online von mir konsumieren und dadurch ganz viele, auch teilweise so total weirde Rückschlüsse ziehen, wo ich mir dachte, das ist ja so an den Haaren herbeigezogen und das war auch so mitunter eine der Intentionen für diesen Newsletter, eine Plattform zu schaffen, auf der ich erstmal sein kann, wo Platz dafür ist, weil die Menschen, die mir zuhören, sich Bewusstsein nehmen, diesen Newsletter zu lesen und deshalb auch so, das ist auch so ein Riesentipp an jede Person, die da jetzt zuhört.
Newsletter haben so einen Verruf, weil sie halt einfach, also es gibt kaum ein Medium, das schlechter genutzt wurde als Newsletter und dabei haben die so eine Power, weil sie landen bei den Personen, die sich dazu angemeldet haben, im Postfach. Die Person kann es nicht ignorieren. Also sie kann es bewusst ignorieren, aber sie kann es jetzt nicht übersehen und dadurch hat man einen ganz anderen Exchange an auch Zeit.
Es ist nicht einer von 100 Posts auf Instagram, wo ich dann die Caption doch nicht lese, sondern es ist halt etwas, wozu ich mich bewusst irgendwann mal angemeldet habe und deshalb auch dieses Tool wirklich sinnvoll zu nutzen. Also ich hoffe, das machen jetzt ganz viele, aber da habe ich den Raum. Ich kann es ansprechen, ich kann gucken, wie die Resonanz da drauf ist und überlegen, nehme ich es nochmal größer als Thema rein.
Aber ich wollte auch so ein Stück weit den Leuten zeigen, ich weiß nicht, warum ihr glaubt, dass auf meiner Seite die Wiese so grün ist, weil es ist sie einfach nicht. Und viele Dinge, die mich beschäftigen, das ist ja auch so ein großes Thema, wenn du etwas über Schwangerschaft sagst, ich sage jetzt mal bewusst etwas negativ über Schwangerschaft sagst, frames, however, dann kommen sofort diese Nachrichten, ja sei doch mal froh, dass du schwanger bist. Ja Digga, bin ich, weil ein Baby hatte ich ja schon verloren.
Aber das kannst du ja nicht unter jedes Kommentar posten, weil es dann plötzlich so in Verruf ist, etwas Negatives zum Thema Schwangerschaft zu sagen und beruflich, privat, körperlich, es hat so wahnsinnig viel verändert. Also wenn wir jetzt über das Thema Schwangerschaft sprechen, ich könnte da wahrscheinlich nochmal zwei Stunden anhängen, weil es tut so viel und als selbstständige Frau, die so viele Jahrzehnte unabhängig gearbeitet und gelebt hat, ich bin in eine traditionelle Abhängigkeit gerutscht, schneller als das, was sich bis drei zählen konnte. Und das aus ganz vielen Gründen, also wenn mir jemand sagt, oh mir sind traditionelle Werte wichtig, deshalb wähle ich AfD, muss ich ganz klar sagen, diese traditionellen Werte sind aus meinem Blickwinkel auf jeden Fall niemals weggegangen.
Also wir müssen da gar nicht an irgendetwas festhalten, weil es ist literally, it's still here, es hat sich kein Millimeter wegbewegt, außer du bist finanziell so gut aufgestellt, aber gerade in der Selbstständigkeit, wo du abhängig bist von Buchungen, wo du abhängig davon bist, dass dich Menschen auf Bühnen einladen, zu Events einladen, wo du abhängig davon bist, dass du eine Verfügbarkeit hast, wo ich mir halt denke, so prinzipiell ist man ja als Selbstständige prädestiniert dafür, auch schwanger und Mutter zu sein, weil du dein Alltag ja super flexibel unter Anführungsstrichen bist, weil die Kinder mitspielen und Gegebenheiten vor Ort, aber das Setting wäre erstmal optimal, aber die Leute sind ja nicht mitgewachsen.
Ich habe in den letzten Monaten so oft von Leuten gehört, oder von Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, die dann gesagt haben, ne Dajana, jetzt konzentrier dich erstmal auf Schwangersein, das ist eh anstrengend genug und dann sehen wir uns, wenn du wieder zurück bist. Und für mich ist das so die absurdeste Aussage, aber was bedeutet denn zurück? Dann bin ich halt nicht mehr schwanger, aber dann bin ich ja Mutter, ich bin ja, ich werde ja nie wieder in der Verfügbarkeit zurück sein.
Also und das ist ja, ne aber Leute, für die ist das so klar, so ja du gehst jetzt in Elternzeit, dann bist du erstmal weg. Und das sind halt Themen, für die hätte ich natürlich, also ne, überlege ich immer wieder, soll ich das auf Instagram mal thematisieren, soll ich das auf LinkedIn thematisieren, aber ich habe einfach keinen Bock auf irgendwelche Trolls, die dann irgendwelche persönlichen Wahrnehmungen, dass Frauen ja eh längst gleichgestellt sind und dass diese traditionellen Werte, also da wollte ich mich nicht und deshalb hat das halt im Newsletter diesen Raum gefunden, weil ich halt einfach zeigen möchte, mich beschäftigen auch Themen und ich habe auch ne Vergangenheit, auch wenn ich sie nicht jeden Tag thematisiere, sie ist ja trotzdem da und diese Vergangenheit prägt mich und wenn man mich fragt, warum ich mich ursprünglich für Rechte von Frauen eingesetzt habe, denn weil ich verstanden habe, dass ich ne Stimme habe, dass ich mit meinem Aussehen so wenig anecke, dass ich in Räume vortreten kann, in denen ich erstmal, ich sag jetzt mal mitschwimm, weil nichts an mir polarisiert und ich in Räume vortreten konnte oder eintreten konnte, wo halt viele Menschen erstmal den Zugang nicht haben oder der Zugang verwehrt wird, um dann halt festzustellen oh mein Gott, da möchte man ja eh nicht sein so Rückzug und eigene Community bauen und eigene Plattform etc. und deshalb die Kommunikation über den Newsletter und da auch ganz klar zu zeigen, so ich würde mir wünschen, ein wahnsinnig privilegiertes Leben gehabt zu haben, hab ich aber nicht deshalb hab ich auch heute noch ne Lebensaufgabe und gleichzeitig ist das aber das, was mich halt definiert und was auch meine Personal Brand definiert, damit halt auch die Leute, die den Newsletter lesen, sehen, wie facettenreich Personal Branding ist und dass es halt nicht nur dein virales Reel ist oder dein viraler Post.
[Merlene]
Mich hat das auf jeden Fall sehr angesprochen, aber auch weil ich mich ja und vor allem, ich aber und vor allem weil mich das fasziniert und durfte Gäste schon in diesem Podcast begrüßen, die unwahrscheinlich offen mit dem Thema Identifikation umgegangen sind und auch die mentalen Herausforderungen, die zum Beispiel mit einer Schwangerschaft auch einhergehen können und dass es nicht immer nur ist ja oder nein, sondern dass es viel facettenreicher sein kann und da finde ich dein Newsletter auf jeden Fall sehr offen und das finde ich sehr schön, es fehlt in dieser Welt.
[Dajana Eder]
Ja, es ist ja auch so, ne ich mein, ich hab vor, also es sind schon ein paar Wochen, ich hatte so geweint und dann kam halt mein Partner rein und dann meinte er so Why are you crying? Und dann meinte ich so, I'm feeling so emotional. Man ist halt natürlich sehr nah am Wasser gebaut mit der ganzen Schwangerschaft zum Mond, aber ich war dann so krass, für dieses Baby reichen wir beide komplett unseren Family Cycle.
Also zur Erklärung also Patrick ist ja im Township in Cape Town geboren, eigentlich ein Konstrukt, also eine Struktur, die es Menschen gar nicht erlaubt, aus dem Township jemals irgendwo hinzukommen, schon gar nicht, wenn du schwarz bist. Definitiv wenig privilegiert aufgewachsen, also in Verfügbarkeit von Essen, Bildung bis hin zu Möglichkeiten etc. Und dann ist er halt heute ein Mann, der halt über in Singapur gearbeitet hat, in Taiwan und jetzt mittlerweile 12, 13 Jahre in Hamburg.
Und dann parallel dazu meine Geschichte. In Slowenien geboren, meine Mutter alleinerziehend damals der Ex-Jugoslawien-Krieg, der alles und jeden betroffen hat. Meine Mutter nach Österreich ausgewandert und hat dort meinen Stiefvater kennengelernt, dann in diesen sehr gravierenden Verhältnissen aufzuwachsen.
Also für mich gab es halt kein Geld. Also unsere Familie hatte schon Geld, so ist es nicht. Meine Schwester ist ganz anders aufgewachsen als ich, aber für mich war das halt nie da.
Die Förderung war nicht da. Ich war halt immer das Kind, das mitgebracht wurde und dann noch dazu ein wahnsinnig gewaltvoller Haushalt, wo ich halt auch viele, viele Jahre daran zu knabbern hatte, dass ich mir immer dachte, wie kann das denn sein, dass das niemand von außen gesehen hat? Und wo ich halt heute auch einen ganz anderen Zugang dazu hab, wenn Menschen über häusliche Gewalt sprechen, weil das ist so ein riesiges Spektrum und dann halt auch festzustellen, was diese Gewalt auch gemacht hat mit mir in meiner Entwicklung, in dem, wie ich mit Geld umgegangen bin, wie ich Geld definiert habe, wie ich Reichtum und Erfolg definiert habe und wie oft ich immer an meinem Existenzminimum stand. Und jetzt nach einer Gründung, nach so einer großen und vielen Geldern, die geflossen sind, dann wieder ganz viele Gelder, die nicht geflossen sind, wo ich immer die Initiative in den Vordergrund gestellt habe.
Deshalb auch da mein größtes Learning, pay yourself first. Also, wie oft habe ich gesagt, ich bezahle erstmal die Mitarbeitenden und ich bezahle das, das, das und ich lebe erstmal vor meinem Ersparten. Ja, surprise, jetzt bin ich schwanger und habe vor meinem Ersparten eigentlich nichts mehr über, außer so meine Aktien, an die ich nicht ran möchte, meine ETF-Sparpläne und meine Kryptos, die ich halt gerne behalten möchte.
Aber dann halt wieder festzustellen, ja krass, diese soziale Herkunft, die wird man nicht so leicht los. Also sich wirklich finanziell so zu stabilisieren, dass du dir gar keine Sorgen mehr machen musst, dass du gar keine Existenzängste mehr haben musst, die sind halt so weit weg. Und diese Themen öffentlich anzusprechen und öffentlich zugänglich anzusprechen, ist quasi unmöglich, ohne dass du dich wahnsinnig angreifbar machst.
Und du kannst halt nur diese Kämpfe ausfechten, für die du Energie hast, weil früher oder später ist das ein Kampf. Und wenn es ein Identitätskampf ist, durch die öffentliche Wirkung und deshalb finde ich halt auch so, ein ehrlicher Austausch und richtige Fragen an der richtigen Stelle zu stellen, ist halt so wichtig, weil das ist das, wovon wir lernen. Auch zu verstehen, aus welcher Perspektive guckt der Mensch drauf.
Was waren denn die eigenen Erfahrungen, die man mitgebracht hat, um dann halt dort zu stehen, wo man heute steht. Und jetzt zu wissen, dass dieses Baby auf die Welt kommt und all das, also was wir beide an den Weg zurückgelegt haben, nicht mehr gehen muss, hat mich so emotional gemacht, weil ich mir dachte, okay, I'm broke as fuck. Also safe, aber ich bin noch immer super stabil verglichen zu ganz vielen Menschen da draußen.
Aber was ich halt heute habe und was auch Patrick hat, ist ein riesiges Netzwerk. Und auch zu verstehen, welchen Stellenwert Netzwerk hat, weil unabhängig davon, wenn wir vielleicht an der einen oder anderen Schraube vielleicht ein bisschen zurückstellen müssen, weil halt finanziell das gerade nicht möglich ist, ich habe so viele Kontakte, dieses Baby zu entwickeln und auch das, was ich an Know-how mitbringe, was ich an Support mitbringen kann, also Möglichkeiten, das ist gigantisch und das hat mich total überwältigt.
[Merlene]
Aber schön. Darf ich noch einmal, ich habe noch zwei Fragen und dann widmen wir uns auch dem Ende. Und das erste ist, was hat dich zur Selbstständigkeit gebracht?
Weil du gesagt hast, du warst jetzt 15 Jahre selbstständig. Was hast du vorher gemacht und was war die Entscheidung?
[Dajana Eder]
Ich hatte letztens, hat jemand zu mir gesagt, oh mein Gott, dann musst du ja schon weit über 40 sein. Und ich so, weh bitte. Also ja, ich habe jetzt ganz viel graues Haar, aber mich hat das so schockiert.
Aber weil diese Person von einem ganz klassischen Werdegang ausgegangen ist. Und ich war dann so, ach okay, interesting. Ja klar, wenn du dann die Jahre zusammenrechnest.
Also ich bin halt jetzt 38. Ich bin in Österreich zur Schule gegangen und habe dort die Matura gemacht. Da hat man mehrere Möglichkeiten und ich habe eine fünfjährige Matura gemacht.
Das ist in Österreich ein bisschen anders vom Schulsystem, weil du sehr viel fachspezifischer Arbeit hast. Also jetzt nicht nur ein Gymnasium, das darauf aufbaut, dass du dann weiter studierst, weil dann würdest du halt einfach in ein Gymnasium gehen und bist nach drei, vier Jahren raus und kannst studieren. Sondern eben diese fünfjährige Matura und da hat man halt verschiedenste Themenschwerpunkte.
Und ich meine jetzt allein bei meinem Ausbildungsschwerpunkt, bei mir war ein Thema Fitness und Ernährung. Also dementsprechend so eine Trainerlizenz plus Diätologin in der Grundausbildung. Zusätzlich Koch-Kellner-Ausbildung.
Zusätzlich Rechnungswesen, also Buchhaltung und BWL als abgeschlossene Lehre tatsächlich. Also als abgeschlossene Ausbildung. Denn ein Riesenbereich war angewandte Informatik.
Also wir haben ja wirklich alles gelernt von Logos erstellen, Visitenkarten bis hin zu allen Normen, alles. Das heißt du kommst dann aus dieser Schule raus und dann halt natürlich die ganzen Fremdsprachen plus halt alles andere, was man so lernt. Du kommst halt aus dieser Schule raus und du weißt wahnsinnig viel, weil wir auch immer in den Sommerferien Praktika gemacht haben und so weiter.
Und die Anzahl der Menschen, ich weiß nicht wie das heute ist, aber damals ist das abgeschlossen, die dann nicht weiter studiert haben, war halt wahnsinnig hoch, weil du am Markt sehr beliebt warst, weil man halt einfach schon eine sehr stabile Ausbildung hatte, die man halt mitgebracht hat und dadurch für den Arbeitsmarkt sehr interessant war, weil du halt viel Know-how hast, aber trotzdem noch sehr gut formbar bist, wenn du halt noch super jung wirst. Und dadurch, ich hab halt nicht studiert, weil für mich studieren zu dem Zeitpunkt einfach keinen Sinn ergeben hat.
Ich hab versucht, dann Jobs zu finden, hab dort aber wahnsinnige Probleme gehabt, mich unterzuordnen. Und aus heutiger Sicht kann ich es halt benennen, es sind halt patriarchale Machtstrukturen. Es waren Männer an Positionen, wo ich wusste, so okay, wenn die nicht das Unternehmen verlassen oder sterben, wird das nicht weiblich nachbesetzt.
Und ich hab halt einfach die Zeit ausgerechnet, wie lange ich an dieser Position sitzen werde plus die Erfahrungen, die man halt in so Machtstrukturen hat, die schwer diskriminierend sind, war das halt für mich irgendwann so, okay, nee, das kann ich nicht. Also ich hab's dann nochmal bei einem anderen Unternehmen versucht, aber de facto war ich halt nach meiner Matura, also nach dem abgeschlossenen Abitur, ich würd sagen, vielleicht so eineinhalb Jahre angestellt. Und hab dann halt aber ganz klar für mich gesehen, okay, ich möchte ganz woanders hin.
Und das war dann so für mich dieser Aspekt der Selbstständigkeit. Und heute würde ich sagen, also ich hatte ja auch keine Wahl. Weil wenn du halt keinen Job findest und trotzdem leistungsfähig sein möchtest in einer Leistungsgesellschaft und dann hat halt damals also das war tatsächlich dann auch ein Mann, der dann zu mir gesagt hat, mach dich das selbstständig, du bist so kreativ, du hast so krasse Gedanken, mach das doch.
Und es war eher so aus diesem Überlebensdrang heraus, dass ich halt einfach mit auch der Neurodivergenz, die ich an den Tag leg, das funktioniert in klassischen Strukturen halt einfach nicht gut. Und es funktioniert selbst heute nicht ganz so gut. In der Selbstständigkeit konnte ich das halt toll covern.
Interessant, okay.
[Merlene]
Abschließende Frage, die ich allen Gästen stelle. Wenn du jetzt auf dein 18-jähriges Ich zurückblickst, das euch gerade aus der Schule kommt, gibt es etwas, dass du dieser Dajana mit auf den Weg geben würdest?
[Dajana Eder]
Also ich spreche ja viel mit Menschen, die halt gerade so, ich sag jetzt mal zwischen 16, 17, 20, 21, 22 sind und ich würde mir eher nichts mitgeben, weil das kann ich ja nur, weil ich ja diese Wege gegangen bin. Was ich aber heute Menschen, jungen Menschen mitgeben möchte oder generell Menschen mitgeben möchte, ist also einmal dein Privilege Check. Also guck einfach mal, wo sind deine Privilegien?
Viele Menschen neigen dazu, die einfach mal zu übersehen, weil das zeigt dir relativ schnell, wo du halt auch Möglichkeiten und Stellschrauben hast. Und guck mal wirklich nach links und rechts, was ist denn gerade State of the Art? Heute hast du in deinem Smartphone die gesamte Welt versammelt.
Du kannst mit deinem Smartphone alles machen und wenn du es nicht machst, dann ist es halt, dann suchst du nach Ausreden oder hast halt noch ungelöste Aufgaben. Zu sagen, dass dich heute etwas zurückhält, da denke ich mir halt immer so, ja okay, got it. Aber damit möchte ich jetzt und deshalb auch ganz klar auch dieser Privilegien Check auch zu sagen, so okay, ich habe halt hier, wo eine Person halt da vorne startet, starte ich hier hinten.
Das ist ganz wichtig, um sich selbst einordnen zu können, um zu sagen zu können, okay, ich starte nicht genauso wie Person XYZ im selben Alter, weil halt Parents entsprechende Geschichte haben, mitbringen, was auch immer. Und dann halt einfach darauf basierend zu gucken, okay, was hält mich wirklich zurück, weil die Möglichkeiten sind da. Es hält dich heute nichts mehr zurück, außer du selbst.
[Merlene]
Hast du einen Tipp, wie man sich nicht in eine Opferrolle begibt? Weil ich finde, das ist halt häufig, häufig habe ich Konversationen auch zum Thema Gleichstellung von Frauen und die sind aus einer, ich möchte nicht aufgebend sagen, aber so einer, ich wurde ungerecht behandelt Position, was auch stimmt, aber was nicht der Endpunkt sein sollte, finde ich auf jeden Fall. Und was mich da auch manchmal so richtig fast ein bisschen wütend macht, weil ich mir so denke, ja, du weißt es ja jetzt, Frauen verdienen vielleicht weniger oder da gibt es einen Punkt, aber das kannst du ja heute nicht ändern.
Das heißt, wo ist der nächste Schritt und wo ist deine Aktion da?
[Dajana Eder]
Also dazu habe ich zwei Punkte. Eines ist, blame the game, not the player. Also das System spielt ja gegen uns.
Und du wirst Frauen finden, auch diese Erfahrung musste ich in den letzten Monaten sehr intensiv machen, die so sehr in diesem man's game mitspielen und so wenig darüber nachdenken, was Frauen eigentlich für Bedürfnisse haben. Das macht mich wahnsinnig wütend. Auf der anderen Seite dachte ich mir dann teilweise so, okay, aber es hat halt auch wahrscheinlich ist sie genau in diese Position gerade deshalb gekommen.
Und dann halt wieder nicht diese eine Person zu blamen dafür, dass sie sich nicht feministisch verhält, sondern ganz klar zu hinterfragen, okay, it's still a system. Und das andere ist, eine der häufigsten Fragen, und die habe ich gefühlt in jedem Panel gestellt bekommen, was können Frauen denn tun, um jetzt in Tech-Berufen more visible zu sein, besser zu investieren, so Finanzbildung, blablabla. Und meine Antwort darauf ist immer, was können Frauen dafür tun, dass sie nachts sicher nach Hause kommen.
Wir müssen das System angucken. Es ist nicht nur die Aufgabe der Frauen, in diesen Berufen präsenter zu sein, sondern wir müssen erstmal gucken, wo hält denn das System überhaupt Frauen zurück, dass sie dorthin kommen oder überhaupt darüber nachdenken. Genauso ist es mit dem Nachhauseweg.
Wenn dein Nachhauseweg aufgrund von fehlender Straßenbeleuchtung, fehlenden öffentlichen Verkehrsmitteln, die sicher genug sind, fehlenden Möglichkeiten von Taxen, die sicher sind, weil auch Übergriffe in Taxen passieren, dann ist ja nicht die Frau schuld. Es kann ja nicht sein, dass wir dann sagen, okay, Tageslicht, diese Diskussion hatten wir, Frauen sollen bei Tageslicht rausgehen. Und dann kommt man halt zu diesem Punkt der Opferrolle.
Ich finde, das ist ein Begriff, den ich gar nicht mehr verwende. Wir sind Geschädigte eines Systems. Wir erfahren Übergriffe, die einen Schaden hinterlassen.
Ich finde, Opfer ist nochmal so ein, vielleicht aber auch aus meiner Jugendsprache heraus, in welchen Kontexten wir damals Opfer verwendet haben, um andere Menschen zu beschimpfen, hat das für mich noch so eine Passivität, als ob du die Kontrolle komplett abgegeben hast. Und ich möchte aber wieder haben, dass Menschen die Kontrolle wieder an sich ziehen und aktiv werden. Und dementsprechend musst du jetzt sagen, okay, ich habe einen Schaden erfahren und ich möchte an diesem Schaden arbeiten durch Therapie, durch Gespräche, Jobwechsel, was auch immer.
Aber Hauptsache, ich komme da erstmal wieder raus. Ich werde wieder aktiv und spreche mir das aber nicht ab, was ich erfahren habe. Dementsprechend ist das etwas, was ich da mitgeben würde, zu sagen, sei bitte auch da mit dir ehrlich genug, nicht in dieser Rolle zu verharren und gleichzeitig aber auch zu sagen, okay, ich möchte da jetzt gerade sein, dann ist das jetzt nicht der Punkt, darüber hinaus zu arbeiten.
[Merlene]
Du hast mir heute so viele Denkanstöße gegeben. Dafür danke ich dir sehr zum Thema KI, Schwangerschaft, Diversity, Tech. Ich höre mir diese Folge tatsächlich dann auch nochmal an und wünsche dir und für deine Zukunft sowohl professionell als auch familiär nur das Beste.
Danke schön. Danke, danke, danke. Vielen Dank fürs Zuhören.
[Transkript Ende]
Zeit für dein eigenes Branding-Update?
Dajana Eder zeigt eindrucksvoll, wie kraftvoll Personal Branding wird, wenn es auf Selbstreflexion, Mut und Ehrlichkeit basiert. Ihre Perspektive erinnert uns daran, dass Leadership nicht bedeutet, „lauter“ zu werden, sondern klarer, authentischer und bewusster den eigenen Platz einzunehmen. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck – sie ist ein Werkzeug für Gerechtigkeit, Empowerment und echte Veränderung.
Hör hier die ganze Folge mit Dajana.



